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Welche Ursachen Dauer-Frieren haben kann und was dagegen hilft

Welche Ursachen Dauer-Frieren haben kann und was dagegen hilft

Häufiges Frieren ohne ersichtlichen Grund kann medizinische Ursachen haben, die den Körper langfristig schaden können und deshalb von einem Arzt abgeklärt werden sollten
Foto: picture alliance / dpa-tmn

Der Berliner Allgemeinmediziner Dr. Carsten Lekutat erklärt, welche Ursachen Dauer-Frieren haben kann und was dagegen hilft.

Temperaturen um den Gefrierpunkt, Schnee, eisiger Wind. Kein Wunder, dass zurzeit eine Gänsehaut die nächste jagt. Doch wenn Sie auch in warmen Räumen trotz Unterhemd und dickem Pullover schlottern und selbst im Sommer stets kalte Hände oder Füße haben, kann das auch andere körperliche Ursachen haben.

„Das Frieren an sich ist ein cleverer Schutzmechanismus unseres Körpers“, erklärt TV-Arzt Dr. Carsten Lekutat (50, „Hauptsache Gesund“, donnerstags 21 Uhr, mdr). „Im biologischen Sinn stellt Kälte eine viel schnellere Bedrohung für uns dar als Hitze, deshalb reagiert unser Organismus darauf sehr sensibel: Mit zitternden Muskeln und Schmerzreizen gibt er uns das unmissverständliche Alarmsignal: Schnell zurück ins Warme!“

Die häufigste Ursache von Frieren ist eine leichte Unterkühlung, hervorgerufen durch eine niedrige Umgebungstemperatur oder unzureichende Kleidung. In diesen Fällen ist das Bibbern zwar unangenehm, aber harmlos und schnell vorbei, sobald man Wärme-Maßnahmen einleitet, wie z. B. heißen Tee trinken, die Heizung höher stellen, ein warmes Fußbad machen.

Welche Ursachen Dauer-Frieren haben kann und was dagegen hilft

Wärme-Maßnahmen wie z. B. heißen Tee trinken, die Heizung höher stellen, ein warmes Fußbad machen sollten helfen. Falls nicht, kann das Frieren medizinische Gründe haben (Foto: picture alliance / dpa Themendienst)

Welche Ursachen kann das Frösteln noch haben – und was kann ich dagegen tun?

► Geringe Durchblutung: Hinter dauerkalten Händen und Füßen steckt oft ein zu niedriger Blutdruck. „Wärme wird über das Gefäßsystem mit dem Blut durch den ganzen Körper transportiert“, erklärt der Mediziner. „Bei geringem Blutdruck wird das Blut nicht ausreichend zirkuliert und der Körper konzentriert sich darauf, die wichtigen inneren Organe und das Gehirn zu wärmen. Die fürs Überleben unwichtigeren Extremitäten werden kalt.“ Was hilft? Bewegung und Wechselduschen bringen den Blutkreislauf in Schwung. Trinken Sie viel Wasser oder Tee, das erhöht das Blutvolumen und damit den Blutdruck.

► Stress: „Wenn unser Körper Stresshormone ausschüttet, verengt das die Blutgefäße und wir frösteln leichter“, schildert Lekutat den Effekt, den wir alle schon mal gespürt haben. Das ist auch der Grund, warum wir bei Schlafmangel und Einsamkeit schneller frieren, wie kanadische Forscher belegt haben: „Beide Faktoren stressen unseren Körper.“ Was hilft? Studien zufolge werden Stresshormone am besten bei moderatem Ausdauertraining abgebaut, z. B. beim Joggen oder Fahrradfahren. Aber machen Sie sich jetzt im Winter-Lockdown bitte keinen Sport-Stress – jede Bewegung hilft, schon ein Spaziergang. Meditation ist ein perfekter mentaler Ausgleich, puzzeln tut es aber auch, und das muss man nicht erst lernen.

 Muskel-Mangel: „Muskeln haben einen aktiven Metabolismus, d. h. sie verbrauchen fortlaufend Energie und erzeugen dabei Wärme – auch im Ruhezustand“, erklärt Carsten Lekutat. Werden sie aktiviert, ist der Effekt enorm: „Wenn ein Muskel arbeitet, fließt nur ein Drittel der frei werdenden Energie in die tatsächliche Arbeit, z. B. beim Laufen, zwei Drittel dagegen werden als pure Wärme frei.“ Da weibliche Körper nur zu etwa 25 Prozent aus Muskeln bestehen, männliche hingegen zu 40 Prozent, ist es nicht verwunderlich, dass Frauen häufiger frieren. Was hilft? Muskeln aufbauen, also ran an die Hanteln bzw. Wasserflaschen, solange die Fitnessstudios noch geschlossen sind.

Wichtig: „Häufiges Frieren ohne ersichtlichen Grund kann medizinische Ursachen haben, die den Körper langfristig schaden können und deshalb von einem Arzt abgeklärt werden sollten!“

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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