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587 Corona-Tests an einem Tag, 0 Euro Gehalt bekommen!

587 Corona-Tests an einem Tag, 0 Euro Gehalt bekommen!

Dennis Krohn (29) arbeitete als Corona-Tester – manchmal sogar 14 Stunden täglich. Doch sein Gehalt wurde ihm nach eigenen Angaben nicht ausgezahlt
Foto: Privat

Nicht alle Schnelltest-Zentren halten einem Seriösitäts-Test stand. Bereits 59 Fälle prüft der Senat, oftmals wegen Abrechnungsbetrug. Jetzt klagte der Mitarbeiter eines Testzentrums vor Gericht wegen seines ausstehenden Gehaltes – und gewann!

Vier Wochen lang arbeitete Dennis Krohn (25) für eines der Schnelltest-Center der Berliner Firma WeCare Service GmbH (16 Filialen). Dann wurde ihm mündlich gekündigt.

„Bis heute bekam ich weder mein Gehalt ausgezahlt, noch eine schriftliche Kündigungsbestätigung“, so Krohn zur B.Z. Er zog vor das Arbeitsgericht – und bekam Recht. Doch das Geld landete seinen Angaben zufolge bis heute nicht auf seinem Konto.

Seit Mai konnte er deshalb nicht seine Miete zahlen. Und als Diabetiker Typ 1 benötigte er dringend Insulin. Das habe er sich nur kaufen können, weil ihm ein Freund das Geld dafür lieh.

Der frühere Security-Mitarbeiter war durch den Lockdown ohne Job, bewarb sich daher bei einem Zentrum als Corona-Tester. Versprochener Verdienst: 15 Euro Verdienst pro Stunde.

Anfang April schulte ihn ein Arzt. „Dafür sollte ich ein unterschriebenes Zertifikat zur Einstellung erhalten. Aber das habe ich bis heute nicht, obwohl ich mehrfach danach gefragt hatte“, sagt Krohn.

587 Corona-Tests an einem Tag, 0 Euro Gehalt bekommen!

Das schnelle Geld mit den Corona-Schnell-Tests: Pro Schnelltest bekommt das Test-Center 18 Euro. Allein WeCare hat 16 Testzentren in Berlin (Foto: Ralf Lutter)

Bis zu 14 Stunden in einer Schicht 

Gearbeitet wurde in zwei Schichten, von 6.30 bis 14 Uhr und von 13.30 bis 20.30 Uhr. Als Springer arbeitete er abwechselnd in verschiedenen Test-Centern. An manchen Tagen angeblich sogar 14 Stunden lang – laut Arbeitsgesetz sind maximal zehn Stunden in Ausnahmefällen zulässig.

Der Zeitdruck war hoch, berichtet Krohn. „Die Anweisung hieß, 30 Sekunden pro Kunde, niemand sollte länger als zehn Minuten in der Schlange stehen.“ Das führte zu einem nahezu unglaublich klingenden Arbeitspensum: „Mein Rekord liegt bei 587 Tests an einem Tag.“ Allein im April habe er 195 Überstunden angesammelt.

Doch nach einer Auseinandersetzung mit einem Vorgesetzten wurde ihm nach 30 Tagen gekündigt, er aus dem elektronischen Dienstplan gestrichen. Das Arbeitsgericht entschied nun, dass ihm der Arbeitgeber 1824 Euro zahlen muss.

Gegen dieses Urteil will der von der WeCare Services GmbH beauftragte Rechtsanwalt, Stefan Hagen, in Berufung gehen. Er behauptet: „Den Monat April 2021 haben wir ordnungsgemäß abgerechnet und den Nettobetrag an den Arbeitnehmer ausgezahlt.“

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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