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Zum Tod von Olympia Dukakis : Die gute Seele von Barbary Lane

Mit “Mondsüchtig” gewann sie einen Oscar, mit den “Stadtgeschichten” schrieb sie TV-Geschichte. Jetzt ist die US-Schauspielerin Olympia Dukakis gestorben.

Zum Tod von Olympia Dukakis : Die gute Seele von Barbary Lane

Die Schauspielerin Olympia Dukakis (1931-2021).Foto: imago/ZUMA Press

Ein rauschendes Fest. Der geschmückte Garten und das Haus in der Barbary Lane sind voller Gäste. Der 90. Geburtstag von Anna Madrigal wird gefeiert. Nach dem ereignisreichen Abend schläft die Dame erschöpft in einem Schaukelstuhl ein – und wacht nicht mehr auf.

Mit diesem Tod endete im Juni 2019 die Netflix-Serie „Stadtgeschichten“. Es war die bisher letzte Filmszene, in der die Schauspielerin Olympia Dukakis zu sehen war. Ihr selbst war es nicht mehr vergönnt ihren 90. Geburtstag zu feiern, sie starb am Samstag mit 89 Jahren nach längerer Krankheit in New York.

Dukakis hatte Anna Madrigal, deren Haus in San Francisco der zentrale Handlungsort der queeren Kultserie war, schon 1993 in der ersten TV-Adaption von Armistead Maupins legendärer Buchserie verkörpert sowie in den Fortsetzungen von 1998 und 2001.

„Anna ist wie ein Engel“, sagte Dukakis einmal über ihren warmherzigen Charakter, der ein frühes Beispiel für eine tragende trans Figur in einer Mainstreamserie war. In den Rückblenden der Netflix-Serie wurde Anna von der trans Schauspielerin Daniela Vega („Una mujer fantástica) gespielt. Dukakis war eine cis Frau, also nicht trans.

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Zur Welt kam sie 1931 in Lowell, Massachusetts als Tochter griechischer Einwanderer. Nach einem Physiotherapie-Studium in Boston arbeitete sie eine Weile als Therapeutin, spielte aber auch schon Theater. 1959 zog sie nach New York, wo sie im Jahr darauf ihr Off-Broadway-Debüt gab und ab 1962 kleinere Fernsehrollen übernahm.

Zum Tod von Olympia Dukakis : Die gute Seele von Barbary Lane

Erst der Golden Globe, dann der Oscar: Dukakis und Cher 1988.Foto: Reed Saxon/dpa

Ein größeres Publikum lernte die vielseitige Schauspielerin allerdings erst kennen, als sie in Norman Jewisons Liebeskomödie „Mondsüchtig“ die Mutter der von Cher verkörperten Protagonistin spielte. Beide gewannen dafür 1988 einen Oscar – und Olympia Dukakis nutze ihre Dankesrede, um ihren Cousin Michael Dukakis anzufeuern, der im selben Jahr für die Demokratische Partei ins Präsidentschaftrennen ging. „Ok, auf geht’s, Michael“, rief sie ihm zu, doch er verlor bekanntlich gegen George Bush.

Nach der Auszeichnung war Olympia Dukakis in größeren Produktionen wie den „Kuck mal, wer das spricht“- Filmen oder „Magnolien aus Stahl“ zu sehen. Auch am Theater war die dreifache Mutter aktiv. So spielte sie 1999 am National Theater in London Martin Shermans Einpersonen-Stück „Rose“, das sie im Jahr darauf an den Broadway brachte.

Ein letztes Leinwandwiedersehen mit Dukakis soll es in diesem Jahr geben: In Valerio Zanolis bereits abgedrehtem „Not to forget“ hat sie einen Auftritt als Richterin. Nachhallen wird jedoch ihr „Stadtgeschichten“-Abschied. Mit Anna Madrigal hat sie TV-Geschichte geschrieben.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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