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Wie gefährlich ist der Weiße See wirklich?

Wie gefährlich ist der Weiße See wirklich?

Taucher fanden den leblosen Körper des 25-Jährigen auf dem Grund des Sees und brachten ihn an Land
Foto: Spreepicture

Ein 25-jähriger Badegast ist ertrunken! Immer wieder kommt es in dem Gewässer im Nordosten Berlins zu schweren Unglücksfällen.

Es sind die Schattenseiten des hochsommerlichen Wetters. Je mehr gebadet wird, desto größer ist auch die Gefahr, dass es zu schlimmen Unfällen kommt. In der Hauptstadt wurde jetzt der zweite Badetote des Jahres gemeldet. Das Unglück passierte am Weißen See. Ein offensichtlich besonders heikles Gewässer.

Der 25-jährige Libanese schwamm am Donnerstagabend gegen 19.30 Uhr zu einer Plattform des Weißen Sees und begann plötzlich, um Hilfe zu rufen. Ein Passant versuchte noch, dem Mann zu helfen – vergeblich! Der junge Mann ging unter.

Wie gefährlich ist der Weiße See wirklich?

Die Leichte des ertrunkenen Mannes wird von einer blauen Plane bedeckt (Foto: Spreepicture)

Rettungskräfte fanden ihn am Grund des Gewässers und brachten ihn an Land. Die Reanimationsversuche durch einen Notarzt blieben erfolglos. Die Ermittlungen zum Unfallhergang dauern an.

Wie gefährlich ist der Weiße See wirklich?

Sanitäter und ein Notfallarzt versuchten vergeblich, den Mann wiederzubeleben (Foto: Spreepicture)

Auffällig: Immer wieder verunglücken gerade am Weißen See Schwimmer.

► Im Juni letzten Jahres verschwand hier plötzlich eine Schwimmerin. Aufmerksame Badegäste schlugen sofort Alarm und konnten die Frau nach rund zehn Minuten regungslos aus dem Wasser ziehen. Die Reanimationsmaßnahmen der Rettungskräfte waren schließlich erfolgreich.

► Ende Juli 2018 tauchte ein 20-Jähriger beim Baden etwa 30 bis 40 Meter vom Ufer entfernt nicht mehr auf. Erst nach einer halben Stunde konnten Feuerwehrtaucher den leblosen Körper des jungen Mannes bergen. Er verstarb noch vor Ort.

► Im Juli 2017 konnte ein 14-jähriger Junge nur noch tot aus dem Weißen See geborgen werden. Der Teenager war gegenüber des Strandbades an der Wasserfontäne untergegangen. Retter aus einer nahegelegenen Wache rückten an und zogen ihn aus dem See.

Weißer See ist bis zu zehn Meter tief

Ist der Weiße See – ein Überbleibsel aus der Weichsel-Eiszeit – gefährlicher als andere Berliner Gewässer?„Nein“, sagt Michael Neiße (62), Sprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Zwar gehöre der See mit bis zu zehn Meter Tiefe (Flughafensee bis zu 30 Meter) zu den tieferen Gewässern der Stadt. Doch sei die Gefahr zu verunglücken nicht größer als anderswo.

„Wir haben in Berlin überhaupt keine Badegewässer, in denen beispielsweise besonders starke Strömungen vorherrschen“, so Neiße. Er betont: „Wer bei Hitze – ohne sich erst an die Temperaturen im Wasser zu gewöhnen – reinspringt, riskiert Kreislaufprobleme.“

Wie gefährlich ist der Weiße See wirklich?

Der Weiße See im Nordosten Berlins ist ein Relikt der Eiszeit (Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Joko)

Zwar würden die Schichten des Wassers in der Tiefe immer kälter. „Das ist für Schwimmer aber eher irrelevant“, so der Experte. „Wer untergeht, kann sowohl bei zwei Metern als auch bei 50 Metern ertrinken.“

Den ersten Badetoten in diesem Jahr gab es im Februar. Ein 43-jähriger Eisbader war im Karpfenteich im Treptower Park unter die Eisoberfläche geraten und erst nach zwei Stunden gerettet worden. Der Mann starb einen Tag später im Krankenhaus.

Wie kann ich einem Ertrinkenden am besten helfen?

Jede Sekunde zählt in so einem Moment!

Wer helfen möchte, sollte andere Passanten oder Badegäste aufmerksam machen und zügig den Notruf wählen. Außerdem sollte man dem Ertrinkenden nach Möglichkeit Schwimmhilfen oder andere Gegenstände zuwerfen, an denen sich dieser festhalten kann. Wichtig sei es auch, auf die Person in der Notlage beruhigend einzureden.

Wie gefährlich ist der Weiße See wirklich?

Wer als Laie einen Ertrinkenden selbst retten will, riskiert im Zweifel sein eigenes Leben. Menschen in Panik würden laut DLRG-Sprecher Michael Neiße (62) nach allem greifen, was in der Nähe ist und sich festklammern: „Da kann auch ein Kind solche Kräfte entwickeln, dass es einen Erwachsenen mit runterzieht“, so der Experte.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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