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Wen der Regierende Müller beim Impfen nun vorziehen will

Wen der Regierende Müller beim Impfen nun vorziehen will

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (56, SPD)
Foto: picture alliance/dpa

In der Hauptstadt droht ein Impf-Wirrwarr – und verantwortlich dafür ist diesmal der Senat selbst. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (56, SPD) will plötzlich die Impf-Reihenfolge ändern.

Weil sich im Impfzentrum Tegel weniger Ärzte und Pfleger mit AstraZeneca impfen lassen als geplant, kündigte Müller an: „Wir werden den Impfstoff anderen anbieten.“

Er will Lehrer, Erzieher, Polizisten, aber auch Verkäufer und BVG-Mitarbeiter vorziehen!

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (54, SPD) lehnte eine Änderung der Priorisierung noch am Mittwoch ab. Am Freitag die Kehrtwende!

B.Z. beantwortet die wichtigsten Fragen zur Diskussion um AstraZeneca

Wie viele Menschen wurden in Berlin schon mit AstraZeneca geimpft?

Laut Gesundheitsverwaltung erfolgten in Tegel bislang rund 1800 Impfungen, davon 280 am Donnerstag. „In den Krankenhäusern sind bisher über 5000 Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca erfolgt“, so ein Sprecher zur B.Z.

Wen der Regierende Müller beim Impfen nun vorziehen will

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) (Foto: Wolfgang Kumm/dpa)

Was sagt die Politik zu Müllers Plänen?

„Der Ton des beleidigten Gönners nervt und ist deplatziert“, so Pankows Bezirksbürgermeister Sören Benn (52, Linke). „Dennoch richtig, dann erstmal jene zu impfen, die wollen und besonderen Risiken ausgesetzt sind.“

Und Florian Kluckert (35, FDP) meint: „Michael Müller sollte die Berliner lieber mehr informieren, statt ihnen vorzuschreiben, welchen Impfstoff sie zu nehmen haben.“

► Wann werden weitere Berliner mit AstraZeneca geimpft?

Die Gesundheitsverwaltung: „Gemäß geltender Impfverordnung ist das Impfen der Bevölkerung noch nicht vorgesehen. Senatorin Kalayci dringt darauf, dass der Bund die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Impfen bei den niedergelassenen Ärzten ermöglicht.“

Wen der Regierende Müller beim Impfen nun vorziehen will

Wie groß ist die Bereitschaft in anderen Gruppen?

„In der Polizei gibt‘s unterschiedliche Meinungen zu AstraZeneca“, so GdP-Sprecher Benjamin Jendro (31) zur B.Z. „Manche können es gar nicht erwarten, geimpft zu werden. Bei anderen überwiegt die Skepsis.“

Bislang wurden 300 Beamte geimpft – mit Restbeständen aus dem Impfzentrum in der Arena. Die Feuerwehr erhält jeden Tag bis zu 100 Impfdosen, hat schon 2000 geimpfte Mitarbeiter.

Was sagt die Kassenärztliche Vereinigung?

B.Z. wollte wissen: Wie beurteilt die KV die Zuverlässigkeit dieses Impfstoffes? Müssen sich Berliner wegen Nebenwirkungen sorgen? Würden sich die Ärzte selbst mit AstraZeneca impfen lassen? Antwort der KV: „Dazu möchten wir lieber nichts sagen.“

► Was ist der aktuelle Stand bei der Wirksamkeit von AstraZeneca?

Der Wirkungsgrad liegt bei 65 bis 70 Prozent, bei anderen Impfstoffen bei über 90 Prozent. Was für Misstrauen sorgt: Südafrika stoppte das Impfprogramm mit AstraZeneca, will eine Million Dosen zurückgeben – weil der Stoff gegen die dortige Virus-Mutation nicht hilft. Außerdem treten mitunter Nebenwirkungen (Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Fieber bis 41 Grad) auf.

Wen der Regierende Müller beim Impfen nun vorziehen will

Prof. Dr. Christian Drosten (Foto: dpa)

Virologe Prof. Christian Drosten (48) setzt weiter auf AstraZeneca: „Eine Grippe-Impfung schützt mich auch nicht mit Sicherheit davor, dass ich überhaupt eine Infektion krieg“, sagt er. „Eine Grippe-Impfung schützt mich in allererster Linie davor, dass ich einen schweren Verlauf kriege.“

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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