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Vier Spiele ohne Sieg : Der 1. FC Union ist in einer kleinen Schaffenskrise

Nach der 0:1-Niederlage in Mainz bricht beim 1. FC Union noch keine Panik aus. Einige Probleme sind derzeit aber offensichtlich.

Vier Spiele ohne Sieg : Der 1. FC Union ist in einer kleinen Schaffenskrise

Robin Knoche und Robert Andrich (r.) müssen mit Union wieder konsequent effizient spielen.Foto: dpa

Urs Fischer aus der Ruhe zu bringen, ist in der Regel ein hoffnungsloses Unterfangen. Am Sonntag aber wurde der Trainer des 1. FC Union in einer Medienrunde doch einmal lauter. Auf die Frage, ob es für eine Mannschaft wie die seine derzeit schwieriger sei gegen Teams, die ums Überleben kämpfen und entsprechend aggressiv zu Werke gehen, intervenierte der Schweizer energisch: „Ich habe schon das Gefühl, dass wir noch ums Überleben kämpfen.“ Natürlich sei es etwas anderes, wenn man 29 Punkte hat, trotzdem „musst du den Fight annehmen.“

Bei der 0:1-Niederlage am Samstag in Mainz gelang das seiner Mannschaft erst mit 35-minütiger Anlaufzeit. Zuvor hatte Union der Entschlossenheit des Gegners wenig entgegenzusetzen. Die Zweikampfquote war anfangs mit Werten von 33 Prozent gewonnener direkter Duelle erschreckend schwach, bis zum Ende des Spiels wurden es zumindest noch 43 Prozent. „Wir hatten sehr wenig zweite Bälle“, bemängelte Kapitän Christopher Trimmel noch am Samstag.

Seit vier Spielen sind die Berliner jetzt ohne Sieg, nur zwei Treffer gelangen ihnen in diesen Partien. In den 16 Begegnungen zuvor stellte Union mit 32 Toren zeitweise den zweitbesten Sturm der Liga. In den jüngsten Auftritten, gerade bei Abstiegskandidaten wie Augsburg oder jetzt Mainz, war allerdings von der vormaligen offensiven Durchschlagskraft bei Union nicht mehr viel zu sehen.

Ein Grund dafür liegt in der Spielweise der Gegner. In Mainz hatte Union trotz 40-minütiger Unterzahl nach dem Platzverweis für Nico Schlotterbeck 56 Prozent Ballbesitz, in Augsburg beim 1:2 zwei Wochen zuvor waren es sogar 64 Prozent. Gegen das Topteam von Borussia Mönchengladbach reichten den Berlinern hingegen 42 Prozent Ballbesitz, um einen Punkt zu holen. Ganz offensichtlich tut sich das Team von Urs Fischer gegen tiefstehende Mannschaften momentan schwerer.

„Mainz hat sehr gut die Räume zugestellt. Dann muss es halt auch mal über einen stehenden Ball gehen“, sagte der Union-Coach. Problem: In Mainz hatten die Berliner genau einen Eckball und ansonsten vor allem Freistöße aus dem Halbfeld. Torgefahr resultierte daraus keine.

Wann Max Kruse wieder spielen kann, ist weiterhin nicht absehbar

Insgesamt wollte Fischer am Tag nach dem Mainz-Spiel mit seiner Mannschaft aber nicht zu hart ins Gericht gehen. „Das Resultat alleine ist enttäuschend, aber wenn man aufs Spiel schaut, haben wir auch Sachen gut gemacht.“ Einen leichten Abwärtstrend seines Teams konnte der Coach aber nicht abstreiten. Vor allem, weil Aufwand und Ertrag derzeit in keinem guten Verhältnis stehen. „Das ist es, was im Moment nicht passt“, sagte Fischer.

Natürlich ist da auch die personelle Lage. In spielerisch armen Partien wie der in Mainz fällt das Fehlen von Max Kruse stärker auf. Dabei hat Union auch ohne den offensiven Spielgestalter in vielen Partien zuvor Lösungen gefunden. Im Moment wirkt die Mannschaft nicht in allen Phasen eines Spiels immer auf der Höhe des Geschehens, gerade wenn es gegen Klubs geht, die kämpferisch alles in die Waagschale werfen. Fischer fordert deshalb, bessere Entscheidungen zu treffen, „konsequent und effizient zu sein.“

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Kruse kann immerhin schon wieder Teile des Mannschaftstrainings mitmachen, wann er wieder eine Option für den Kader wird, dazu möchte Fischer derzeit aber keine Prognose abgeben.

Und schließlich hat Union ja auch neue Alternativen im Angriff. Petar Musa zum Beispiel. Der junge Kroate wurde nach seiner Verpflichtung am Montag in Mainz zumindest eingewechselt und könnte vielleicht schon im nächsten Spiel am kommenden Samstag zuhause gegen den FC Schalke 04 ein Kandidat für die Startelf werden. „Jetzt hat er noch mal eine Woche, in der er sich an uns gewöhnen kann und wir uns an ihn. Es gilt, ihn schnellstmöglich zu integrieren“, sagte Fischer.

Noch hat Union zwölf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Der Abstiegskampf findet deshalb auch weiter ohne Beteiligung der Berliner statt. Allerdings haben die bisherigen Leistungen Erwartungen geweckt. Und damit sind nicht etwa Gedankenspiele über eine mögliche Europapokalqualifikation gemeint. Es geht eher um Spiele wie die in Mainz oder Augsburg, in denen Unions knappe Niederlagen bei allem Einsatz nicht befriedigen können. Denn dass es die Berliner besser können, haben sie in dieser Saison oft genug gezeigt.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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