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Verdrängung ist das größte Problem in Friedrichshain-Kreuzberg

Verdrängung ist das größte Problem in Friedrichshain-Kreuzberg

Die beiden aussichtsreichsten Wahlkandidaten für Friedrichshain-Kreuzberg: Clara Herrmann (Grüne) und Oliver Nöll (Linke)
Foto: privat/BZ-Kombo

Friedrichshain-Kreuzberg? Das verbindet man unweigerlich mit Karneval der Kulturen, Bergmannstraße, Simon-Dach-Kiez, Szene-Clubs, Jüdischem Museum, Volkspark Friedrichshain, Technikmuseum, Viktoriapark, Pop-up-Radwegen, Rigaer Straße, und, und, und…

Gut 290.000 Menschen leben hier. Durchschnittsalter: 38,2 Jahre, so jung wie in keinem anderen Bezirk.

Weiterer Superlativ: Mit 14.235 Einwohnern pro Quadratkilometer ist „X-Hain“ der am dichtesten besiedelte Bezirk Berlins. Heißt: Bezahlbarer Wohnraum ist rar. Genauso wie öffentliche Grünfläche. Die beträgt rechnerisch nur 7,2 Quadratmeter pro Einwohner statt 16,2 qm im Berliner Durchschnitt.

Also: Nicht nur Feier- und Freizeitlaune, wie sie in Reiseführern gern beschrieben wird. Sondern genau wie in anderen Bezirken auch: Probleme, die angegangen werden müssen!

Welche Ideen, Pläne und Konzepte die laut der letzten Wahlergebnisse aussichtsreichsten Kandidaten für das Bürgermeister/in-Amt haben, lesen Sie hier:

Clara Herrmann (Grüne)

Alter: 36. Wohnort: Berlin. Familienstand: in fester Partnerschaft, zwei Kinder. Erlernter Beruf: Geografin. Hobbys: Radfahren, Bücher, Fußball, Kultur erleben. Lebensmotto: Haltung zeigen auch bei Gegenwind

Das drängendste Problem in Ihrem Bezirk?

Wir haben zu wenig Platz für zu viele Leute. Der Bezirk ist extrem dicht besiedelt. Bezahlbarer Wohnraum ist genau so knapp wie Grünflächen und Spielplätze.

Ihre geplante Gegenmaßnahme?

Drinnen: Ein Maßnahmenpaket gegen Spekulation und für soziale Ausgewogenheit mit konsequentem Mieterschutz. Das heißt: Vorkaufsrecht nutzen, mit dem Ziel 50 Prozent Gemeinwohlanteil an Wohnungsmarkt. Mehr Instrumente gegen Verdrängung auch im Gewerbebereich, z. B. ein Mietendeckel zum Erhalt der lebendigen Kiezkultur. Draußen: Parkplätze zu Spielplätzen, mehr Platz für Menschen zum Begegnen, Flächen entsiegeln, grüne Oasen schaffen.

Verdrängung ist das größte Problem in Friedrichshain-Kreuzberg

Clara Herrmann (Grüne) (Foto: privat)

Ihr Wunsch: Wie sollte sich Ihr Bezirk bis 2026 verändert haben?

Die Bedürfnisse der Menschen stehen im Mittelpunkt: mehr und saubere Parks, Spielplätze und Blumenwiesen statt Betonwüsten und Flächenfraß. Weniger Müll, geschützte Radwege, grüne Kieze ohne Durchgangsverkehr, Kiezkultur statt Ballermann, viele gute Maßnahmen für den Klimaschutz, vom Solardach bis zur begrünten Fassade.

Ihr Lieblingsort im Bezirk?

Der Blick vom May-Ayim-Ufer auf die Oberbaumbrücke: Wo früher eine tödliche Grenze zwei Staaten getrennt hat, verbindet die Brücke jetzt unseren Ost-West-Bezirk. Ein Symbol der Freiheit und des Zusammenwachsens.

Ihr Appell an die Menschen im Bezirk?

Die Xhainer brauchen keine Appelle. Im Gegenteil: Wir müssen als Bezirkspolitiker klar machen, dass unsere Tür offen ist für die Fragen, Ideen und Anliegen der Leute aus unserem Bezirk. Zuhören ist notwendig, keine Ansagen.

Oliver Nöll (Linke)

Alter: 50. Wohnort: Samariterkiez. Familienstand: verheiratet, ein Sohn. Erlernter Beruf: Verwaltungsfachangestellter. Hobbys: Elektronikbastelei, Musik (Rock, Heavy Metal, Alternative, Punk), Fußballfan und Mitglied von Eintracht Frankfurt, Lesen und Filme im eigenen Heimkino. Lebensmotto: Born To Lose, Life To Win

Das drängendste Problem im Bezirk?

Es gibt viele Themen in unserem Bezirk, trotzdem bleiben die Verdrängung von Mietern und steigende Mieten für Wohnungen und Kleingewerbe bei gleichzeitig wenig Freiflächen in unserem hoch verdichteten Innenstadtbezirk auch in der nächsten Wahlperiode die größte Herausforderung.

Ihre geplante Gegenmaßnahme?

Die Ausweisung weiterer Millieuschutz-Gebiete, konsequente und seriöse Nutzung des bezirklichen Vorkaufsrechtes zugunsten von landeseigenen Wohnungsgesellschaften und weiter die konsequente Durchsetzung des Kampfes gegen Zweckentfremdung sind kommunalpolitische Instrumente, die verstärkt genutzt werden müssen.

Verdrängung ist das größte Problem in Friedrichshain-Kreuzberg

Oliver Nöll (Linke) (Foto: Credit: privat)

Ihr Wunsch: Wie sollte sich Ihr Bezirk bis 2026 verändert haben?

Am meisten liegt mir am Herzen, dass wir erste Erfolge im Kampf gegen die im öffentlichen Raum zunehmend sichtbare Obdachlosigkeit vermelden können. Ich unterstütze den „Masterplan Obdachlosigkeit“ der Sozialsenatorin und die gemeinsame Erklärung der EU, die Obdachlosigkeit bis 2030 zu beenden. Hier gibt es auch auf bezirklicher Ebene viele Handlungsmöglichkeiten.

Ihr Lieblingsort im Bezirk?

Tatsächlich der gesamte Samariterkiez mit seiner Vielfältigkeit, der leider zu oft auf die Auseinandersetzungen um besetzte Häuser reduziert wird.

Ihr Appell an die Menschen in Bezirk?

Bitte gehen Sie am 26. September wählen – und keine Stimme für Rassisten und Hetzer.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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