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US-amerikanische Basketballerinnen gegen Trump : „Wir haben es satt”

Bei der Stichwahl in Georgia konnten sich die Demokraten letztlich durchsetzen. Die Basketballerinnen von Atlanta Dream hatten sie dabei unterstützt.

US-amerikanische Basketballerinnen gegen Trump : „Wir haben es satt"

Starkes Zeichen: Die Sportlerinnen der WNBA positionieren sich gegen Polizeigewalt und Rassismus.Foto: imago images /ZUMA Wire

Einen Tag nach dem Sturm auf das Kapitol setzten die Profis der NBA entschieden ein Zeichen: Während der Nationalhymne hakten sich die Mitglieder der Los Angeles Lakers und der San Antonio Spurs untereinander an den Armen und standen dabei gemeinsam in einem Kreis, bevor das Match begann. Sie sind nicht die einzigen: Auch die WNBA positionierte sich in den vergangenen Monaten immer wieder gegen soziale Ungerechtigkeit und Rassismus. So ist das US- amerikanische Basketball-Team Atlanta Dream nicht unbeteiligt an dem Wahlausgang im Bundesstaat Georgia. Sie waren es, die den demokratischen Kandidaten Raphael Warnock bei seinem Wahlkampf unterstützten und die Niederlage der Republikaner bei den Senatsstichwahlen beförderten.

Bereits im vergangenen Frühjahr nach dem Tod von George Floyd und Breonna Taylor hatten sich die Basketballerinnen des Profiteams für die Black Lives Matter Bewegung stark gemacht. In einem Instagram-Post bezog das Team Stellung und schrieb: „Wir haben es satt, dass weiterhin systematischer Rassismus und unverhältnismäßige Brutalität gegen die Schwarze Community in unserem Land herrschen.“ Atlanta Dream beruhe auf Diversität und Inklusion und stehe dafür, die soziale Ungerechtigkeit, die viele erlebten, zu beenden. Spielerinnen wie Elizabeth Williams beteiligten sich außerdem an den Black Lives Matter Protesten und trugen bei den Spielen T-Shirts mit der Aufschrift „Say her name”.

Das passte der US- Politikerin Kelly Loeffler, die im vergangenen Jahr für die Republikaner den US- Bundesstaat Georgia im Senat vertrat und Miteigentümerin von Atlanta Dream ist, allerdings gar nicht: Wie die New York Times berichtete, kritisierte Loeffler im Juli die WNBA dafür, die Saison 2020 der sozialen Gerechtigkeit gewidmet zu haben. Sie warf der Black Lives Matter Bewegung außerdem vor, „Gewalt und Zerstörung im ganzen Land“ zu befördern. Botschaften wie „Black Lives Matter“ wollte sie auf den Trikots der Spielerinnen von Atlanta Dream nicht zulassen.

WNBA setzt sich auch für queere Belange ein

Das ließen sich die Basketballerinnen allerdings nicht gefallen: Mit T-Shirts, auf denen „Vote Warnock“ zu lesen war, positionierten sie sich gegen die Miteigentümerin des Basketball-Vereins. Auch in den sozialen Netzwerken riefen sie dazu auf, bei den anstehenden Wahlen stattdessen für Loefflers demokratischen Herausforderer Raphael Warnock zu stimmen und machten in einem Video der gemeinnützigen Organisation „More than a vote“ Werbung für die anstehenden Wahlen. Außerdem unterzeichneten Teammitglieder wie Elizabeth Williams und Renee Montgomery gemeinsam mit anderen Athlet*innen wie der Sprinterin Allyson Felix einen offenen Brief, in dem sie ihre Fans baten, sich dem Kampf gegen die Unterdrückung Schwarzer Wähler*innen anzuschließen. In dem Brief heißt es: „Wir sind von dem gemeinsamen Verständnis getrieben, dass unser Einfluss und unsere Prominenz besonders bei jungen Menschen eine Verantwortung ist, die Tradition der Schwarzen Athlet*innen fortzusetzen, die zusammenarbeiten, um für Gerechtigkeit und Gleichheit zu kämpfen.“

Es ist nicht das erste Mal, dass die WNBA sich für soziale Gerechtigkeit einsetzt. Bereits im Jahr 2014 initiierte sie eine Pride Kampagne und vertiefte ihr Engagement für queere Belange. Immer wieder unterstrich sie, dass die Liga ein Ort sei, an dem jede Person akzeptiert und willkommen sei.

Der Sieg Raphael Warnocks wurde von Atlanta Dream und anderen Vereinen gefeiert. So schrieb die Basketballerin Brianna Turner, dass Raphael Warnock nicht nur der erste Schwarze Senator in Georgia sei, sondern auch der erste Schwarze demokratische Senator, der jemals im Süden gewählt worden sei. „Vor 50 Jahren war das unvorstellbar. Ich frage mich, wo der Süden in 50 Jahren sein wird.“ Mit dem starken Engagement der Sportlerinnen wahrscheinlich noch sehr viel weiter als jetzt.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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