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Uefa-Präsident Ceferin wehrt sich gegen Kritik : „Den Fußball zu beschuldigen, das Virus zu verbreiten, ist unverantwortlich“

„Haben Mancini anfangs für verrückt gehalten“ + Ballack: England gegen Italien ein „Traumfinale“ + Britische Polizei ermittelt wegen Laserpointer-Attacke.

Uefa-Präsident Ceferin wehrt sich gegen Kritik : „Den Fußball zu beschuldigen, das Virus zu verbreiten, ist unverantwortlich“

Auch beim Achtelfinale zwischen England und Deutschland durften viele Fans ins Stadion.Foto: dpa

Die italienische Nationalmannschaft ist seit 33 Spielen ungeschlagen und steht kurz vor dem ersten EM-Titel seit 1968. Der Architekt dieses Erfolges ist Trainer Roberto Mancini, der die Mannschaft nach der verpassten WM 2018 übernommen hat und sofort das Ziel Europameister ausgegeben hat. Einige Spieler hielten ihn deshalb für verrückt, doch nun fehlt wirklich nur noch ein Sieg zur Erfüllung des Traums. (mehr dazu im Newsblog).

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Uefa-Präsident Ceferin wehrt sich gegen Kritik : „Den Fußball zu beschuldigen, das Virus zu verbreiten, ist unverantwortlich“

Ceferin: “Den Fußball zu beschuldigen, das Virus zu verbreiten, ist aus meiner Sicht unverantwortlich”

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin weist die Kritik von Corona-Experten an der Fußball-EM zurück. „Die Teams verhalten sich hochprofessionell“, sagte der 53-Jährige der BBC. „Auch in den Stadien sind wir sehr strikt, und wenn ich höre, dass Politiker sagen, Menschen hätten sich bei den Spielen infiziert, ohne jeden Beweis, dann enttäuscht mich das ein bisschen.“ Der Slowene bezog sich direkt auf Zahlen aus Schottland, dort hatte die europäische Gesundheitsbehörde ECDC in Zusammenhang mit der EM bislang 1991 Fälle registriert.

„Einige sagen, 2000 schottische Fans seien infiziert, aber die schottischen Fans, die ins Stadion gegangen sind, waren getestet“, sagte Ceferin. Es seien auch 20.000 Menschen ohne Ticket nach London gekommen. „Du wirst im Park nicht getestet“, sagte Ceferin. „Den Fußball zu beschuldigen, das Virus zu verbreiten, ist aus meiner Sicht unverantwortlich.“ Die ECDC hatte im Zusammenhang mit der EM bis Mitte dieser Woche mehr als 2500 Corona-Infektionen gezählt.

Zudem verteidigte der Uefa-Chef die Linie des Dachverbandes, nicht erlaubt zu haben, dass die Münchner EM-Arena zum deutschen Gruppenspiel gegen Ungarn in Regenbogenfarben leuchtet. Es dürfe nicht sein, dass die Uefa „in eine politische Auseinandersetzung gezogen wird“.

Die bayerische Landeshauptstadt hatte ihren Antrag direkt in Bezug gesetzt zu einem Gesetz in Ungarn, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt. Die Regenbogenfarben gelten als Zeichen für Toleranz und sexuelle sowie geschlechtliche Vielfalt.

„Meine persönliche Meinung zu Menschenrechten und Diversität ist klar – wie auch die der Uefa“, sagte Ceferin. Das Problem an dem Münchner Antrag sei der Protest gegen die Regierung und das Parlament eines europäischen Landes gewesen. „Die Uefa ist eine Organisation, die nach ihren Statuten nicht politisch engagiert sein darf. (…) Wir können nicht gegen Regierungen protestieren.“ (dpa)

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Ballack: England gegen Italien ein “Traumfinale”

TV-Experte Michael Ballack erwartet beim EM-Finale zwischen Italien und Gastgeber England „ein sehr ausgeglichenes Spiel“. Für die Squadra Azzurra sei es ein Vorteil, dass sie bereits in einer Reihe von Finals stand, sagte der frühere Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft dem „Sportbuzzer“. „Italien ist in der Historie auch die erfolgreichere Mannschaft. England lebt aber von der Atmosphäre – und spielt vor eigenem Publikum“, fügte Ballack vor dem Endspiel am Sonntag (21.00 Uhr/ZDF und Magenta TV) hinzu.

Das Aufeinandertreffen der beiden Teams im Londoner Wembley-Stadion bezeichnete der 44-Jährige als „Traumfinale nach der Konstellation der Halbfinals. Es sind die beiden besten Mannschaften des Turniers, die sich durchgesetzt haben, auch wenn England mit der Elfmeterentscheidung etwas Glück hatte“. Die Three Lions hatten nach einem umstrittenen Strafstoß in der Verlängerung mit 2:1 gegen Dänemark gewonnen. Italien bezwang Spanien im Elfmeterschießen. (dpa)

Das Revival der “Notti magiche”

1990 war „Un’estate italiana“ („Ein italienischer Sommer“) der WM-Hit schlechthin. 31 Jahre nach dem Triumph der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft singen die Italiener das Lied bei der Fußball-EM wieder gerne – und Gianna Nannini scheint das zu gefallen. „Ich glaube, es ist ein Lied, das ewig für den Fußball gemacht ist, eine Hymne, die in diesem Moment eine große Schwingung auslöst“, sagte die in Siena geborene italienische Rocksängerin über ihren Kultsong.
Nannini („Bello e impossibile“) hat gute Erinnerungen an London, wo Italien am Sonntag im Finale gegen England antritt. Das letzte Mal sei sie mit Gianluca Vialli im Wembley-Stadion gewesen, dem früheren Spieler und Trainer des FC Chelsea, sagte die 65-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Auch Italiens jetziger Trainer Roberto Mancini sei damals in London gewesen. „Die Abende verbrachten wir damit, Rocklieder zu singen, Mancini an der Gitarre, ich und Valli sangen“, erzählte sie. (dpa)

„Wir haben Mancini anfangs für verrückt gehalten“

Italiens Nationalmannschaft hat nach Aussage von Kapitän Giorgio Chiellini zu Beginn der Amtszeit von Coach Roberto Mancini selbst nicht mehr an sich geglaubt. „Paradoxerweise haben auch wir ihn anfangs für verrückt gehalten, als er uns gesagt hat, dass wir uns in den Kopf setzen sollen, die EM zu gewinnen“, sagte der 36-Jährige auf „uefa.com“ über die erste Zeit unter Mancini, der die Mannschaft nach der verpassten WM 2018 am absoluten Tiefpunkt übernommen hatte. „Aber tatsächlich hat er in dieser Zeit eine Mannschaft geformt, die es bis ins Finale geschafft hat.“
Dem EM-Endspiel gegen England am Sonntag (21.00 Uhr/ZDF und Magenta TV) im Wembley-Stadion blickt Chiellini voller Vorfreude entgegen. „Jetzt steht das bevor, wovon wir seit drei Jahren träumen. Das, was der Trainer uns nach und nach eingebläut hat, bis es Realität wurde“, sagte der Profi von Juventus Turin. „Wir spielen für ganz Italien und hoffen, dass wir einen weiteren fantastischen Abend gemeinsam erleben können.“ Das Team habe „Außergewöhnliches“ geleistet.
Besonders freut sich der Innenverteidiger auf das Duell mit Englands Kapitän Harry Kane. „Gegen Kane wird es sehr schwer“, sagte Chiellini. „Er ist ein kompletter Spieler, er kann sich fallen lassen und seine Mitspieler einsetzen, er trifft mit dem Kopf, er trifft aus der Distanz, er trifft aus der Nähe“, sagte er. Dennoch gehe seine Mannschaft das Spiel ohne Angst, aber mit Respekt an. „Sie haben Qualität, aber auch wir haben Qualität in allen Mannschaftsteilen.“
Der Titel wäre für den 36-Jährigen die Krönung seiner Karriere in der Nationalmannschaft, die 2004 begann. „Gewinnen ist mit 37 genauso schön wie mit 21“, sagte er. „Vielleicht genießt man es mit 37 mehr, weil man weiß, wie schwierig das ist und was dahinter steckt.“ (dpa)

Holländer Kuipers pfeift EM-Finale

Der niederländische Schiedsrichter Björn Kuipers leitet das Finale der Europameisterschaft an diesem Sonntag (21 Uhr) zwischen England und Italien. Die Berufung des 48-Jährigen für das Endspiel im Londoner Wembley-Stadion gab die Europäische Fußball-Union am Donnerstag bekannt. Unterstützt wird er vom deutschen Videoassistenten Bastian Dankert. Für Kuipers ist es der vierte Einsatz bei dieser EM, er ist der erste Niederländer, der ein Europameisterschafts-Endspiel pfeift. (dpa)

Deschamps bleibt Trainer von Frankreich

Didier Deschamps bleibt trotz des EM-Scheiterns Trainer bei Fußball-Weltmeister Frankreich. Er soll das Team zur erfolgreichen Titelverteidigung bei der WM 2022 in Katar führen. Das sagte Verbandspräsident Noël Le Graët zehn Tage nach dem Achtelfinal-Aus gegen die Schweiz der Zeitung „Le Figaro“. Deschamps ist seit 2012 im Amt ist, sein Vertrag läuft noch bis Ende 2022.

„Die Antwort ist ja“, sagte Le Graët auf die Frage, ob Deschamps bleibe: „Ich habe mich am Mittwoch ausführlich mit ihm unterhalten. Die Sache war in drei Minuten erledigt. Er hat es nicht verdient, nicht weitermachen zu dürfen.“ Deschamps sei „ein Gewinner mit einer einzigartigen Erfolgsbilanz. Mein Vertrauen in ihn und seine erfahrenen und kompetenten Mitarbeiter ist uneingeschränkt.“

Über eine zuvor geplante Vertragsverlängerung habe man allerdings nicht mehr gesprochen. „Wir werden zusammen nach Katar gehen, dann sehen wir weiter“, sagte Le Graët. Deschamps darf aber seinen kompletten Stab behalten.

Der Verbandspräsident, dessen persönliche Nähe zu Deschamps bekannt ist, war nach dem vorzeitigem EM-Aus des Topfavoriten einem Bekenntnis zu seinem Trainer aus dem Weg gegangen und hatte die Diskussion damit erst richtig eröffnet. Als möglicher Kandidat auf eine Nachfolge des Weltmeister-Trainers hat der frühere Weltfußballer Zinedine Zidane gegolten. Mit ihm habe es aber zuletzt keinen Kontakt gegeben, versicherte Le Graët und sagte: „Vielleicht wird er eines Tages Trainer. Vielleicht ernennt ihn mein Nachfolger, denn auch ich bleibe nicht ewig.“ (dpa)

Nach der EM waren in den Medien Unstimmigkeiten im Team teilweise als Zeichen für verloren gegangene Autorität des Trainers gewertet worden. Zudem wurden ihm zu viele taktische Wechsel während des Turniers vorgeworfen. Der Präsident stellte aber klar: „Er hat die Kontrolle über die Kabine nicht verloren.“

Kuriose Szene

Da schaute auch Michael Ballack (44) erst einmal verdutzt zur Seite und musste grinsen. Gerade waren der frühere deutsche Fußball-Nationalspieler und TV-Moderator Johannes B. Kerner (56) dabei, die höchst umstrittene Elfmeter-Szene beim EM-Halbfinale zwischen England und Dänemark zu analysieren, da klingelte Kerners Handy.

„Dann haben wir ja gelernt, wenn Fehlentscheidung, muss sich doch jemand aus dem Keller melden in Nyon und dann zumindest sagen, guck es dir selbst nochmal an“, sagte Kerner am Mittwochabend bei Magenta TV mit Verweis auf den Videoassistenten in der Zentrale der Europäischen Fußball-Union (UEFA) im schweizerischen Nyon.

Woraufhin Ballack einstimmte: „Genau, und diese Möglichkeit gibt es ja neuerdings …“. In diesem Moment aber wurde er unterbrochen vom nicht stumm geschalteten Mobiltelefon seines TV-Partners, das zwischen den beiden lag. „Red’ du mal weiter, das ist Patrick Ittrich, da geh ich mal kurz ran, erzähl ruhig weiter“, sagte Kerner.

Sprach’s, drehte sich zur Seite und war mit den Worten zu vernehmen: „Patrick, da muss doch einer eingreifen.“ Ittrich ist deutscher Schiedsrichter und bei der Fußball-Europameisterschaft als Experte für Magenta TV im Einsatz. Kerner beugte sich vor, gestikulierte, machte eine Bewegung mit dem linken Zeigefinger, die man deuten könnte als: „Red’ ein bisschen schneller, wir sind live auf Sendung“ und beendete nach etwa einer halben Minute das Telefonat. (dpa)

Ballack moderierte derweil alleine weiter, bis Kerner wieder an den Moderatorentisch trat und übermittelte: „Also er sagt, „du weißt ja, wie die UEFA-Linie zur Zeit ist“. Da kann ich nur sagen: Gesunder Fußballverstand, den halte ich dagegen.“

Bonus für dänische Mannschaft

Die dänische Nationalmannschaft erhält nach ihrem Halbfinal-Aus bei der Fußball-EM gegen England einen satten Bonus von umgerechnet fast einer Viertelmillion Euro pro Spieler. Wie die dänische Nachrichtenagentur Ritzau am Donnerstag berichtete, bekommen Kapitän Simon Kjaer, Bundesliga-Profi Thomas Delaney und ihre Teamkollegen einen EM-Bonus von jeweils 1 761 077 dänischen Kronen – das sind umgerechnet knapp 237 000 Euro.

Ritzau verwies dabei auf die Summen, die die Spielervereinigung bereits vor dem Turnier veröffentlicht hatte. Den Angaben zufolge fließen Teile der Beträge in Fan-Aktivitäten und den Breitensport. (dpa)

Wegen Laserpointer-Attacke: Polizei ermittelt

Die Uefa hat wegen mehrerer Vorkommnisse beim EM-Halbfinale zwischen England und Dänemark (2:1 nach Verlängerung) ein Disziplinarverfahren gegen den englischen Verband FA eingeleitet. Ermittelt werde wegen der Verwendung eines Laserpointers durch Zuschauer, wegen Störungen durch Fans während des Abspielens der dänischen Nationalhymne und wegen des Abbrennens von Feuerwerkskörpern, teilte die Europäische Fußball-Union am Donnerstag mit. Vor allem der Vorfall mit dem Laserpointer hatte zuvor bereits für großen Wirbel gesorgt.
Neben der Uefa ermittelt inzwischen auch die britische Polizei in diesem Fall. Das sagte die britische Staatssekretärin Susan
Williams am Donnerstag im Parlament in London. Den Vorfall bezeichnete sie als
„abscheulich“.

Der TV-Kommentator Mark Pougatch des britischen Senders ITV verwies nach dem Spiel auf den Vorfall, der zunächst unbemerkt geblieben war. „Das ist völlig inakzeptabel und lächerlich“, schimpfte Pougatch, „wer auch immer das war, ist ein Idiot.“ Wer den Laserpointer benutzt hat, war zunächst nicht bekannt. Ob Schmeichel überhaupt etwas von der versuchten Störung bemerkte, war ebenfalls unklar. Der Keeper, der in der Premier League für Leicester City spielt, parierte den Strafstoß von Kane, konnte den Nachschuss allerdings nicht halten.

Zwischenfälle bei den Hymnen hatte es auch in vorherigen Spielen bereits gegeben. So waren vor dem Achtelfinale Englands gegen Deutschland (2:0) Pfiffe und Buhrufe während der Hymnen zu hören. (dpa)

Italiens Staatspräsident lässt sich Finale nicht entgehen

Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella will am Sonntag zum Finale der Europameisterschaft zwischen Italien und England nach London reisen. Der Quirinalspalast bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Ansa. Die Squadra Azzurra spielt im Wembley-Stadion um den Titel und damit um ihren zweiten EM-Triumph nach 1968.

Der italienische Fußballverband (FIGC) teilte außerdem die Auflagen mit, unter denen 1000 Fans aus Italien zum Finale nach England reisen dürfen. Die Italien-Fans müssen demnach bestimmte Charterflüge für die Anreise nutzen, einen negativen PCR-Test vorlegen und bei ihrer Rückkehr nach Italien fünf Tage in Quarantäne. Die britischen Behörden hatten bereits zuvor erlaubt, dass jeweils 1000 Fans der Finalteilnehmer einreisen dürfen. Zuvor war dies noch untersagt gewesen. So durften aufgrund der Corona-Auflagen weder Anhänger aus Deutschland noch aus Dänemark zu den Spielen ihrer Teams nach London. (dpa)

Festnahmen nach Halbfinale

Bei Feiern zum Halbfinalsieg der englischen Nationalmannschaft in London hat die Polizei 20 Menschen festgenommen. Dabei habe es sich unter anderem um Körperverletzung, Störung der öffentlichen Ordnung sowie Angriffe auf Polizisten gehandelt, teilte die Behörde in der Nacht zum Donnerstag auf Twitter mit. England hatte das Spiel im Londoner Wembley-Stadion am Mittwoch mit 2:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung gegen Dänemark gewonnen und trifft am Sonntag im Finale an selber Stelle auf Italien.

Zahlreiche Menschen feierten den Erfolg auf Plätzen und Straßen der britischen Hauptstadt ohne Masken und Abstand. Am Leicester Square bestiegen einige Menschen einen Doppeldecker-Bus und schwenkten die englische Fahne. Festnahmen wegen Verstoßes gegen die Corona-Regeln gab es aber offenbar nicht. „Nach dem fantastischen Sieg Englands waren Beamte in ganz London unterwegs, um zu patrouillieren und mit den Menschen zu interagieren“, twitterte die Polizei. „Es gab große Gruppen von Menschen, die sich überwiegend im Zentrum Londons versammelten, und Beamte blieben in ihrer Nähe.“ (dpa)

Laserpointer gegen dänischen Torwart

Auch am Tag nach dem Halbfinale sorgt die Elfmeter-Situation um Englands Raheem Sterling für viel Aufregung. Nicht nur aufgrund der fragwürdigen Schiedsrichter-Entscheidung, die letztlich zum entscheidenden Tor von Harry Kane im Nachschuss führte, sondern auch wegen eines Laserpointers, der offenbar auf den dänischen Torwart Kasper Schmeichel gerichtet wurde.
Medienberichten zufolge soll jemand dem Torhüter vor dem Elfmeter ins Gesicht geleuchtet haben. Das zeigt auch eine TV-Aufnahme aus Finnland. Im ZDF wurde sie nicht gezeigt. In den sozialen Medien wurde die Szene heftig kritisiert und viele User*innen forderten, den verantwortlichen Zuschauer zu bestrafen.

Internationale Medien schreiben zum Finaleinzug von Englands Fußball-Nationalmannschaft und dem 2:1 Englands nach Verlängerung im EM-Halbfinale gegen Dänemark:

ENGLAND:
„The Times“: „England ist in einem Finale – einem Finale! – und dies sind die merkwürdigsten, seltensten und schönsten Worte, die man schreiben kann. Können 55 Jahre Schmerz wirklich zu Ende gehen? Kann England die respekteinflößenden Italiener mit all ihrer defensiven Widerstandsfähigkeit besiegen?

„Daily Mail“: „England in Ekstase, nachdem Harry Kanes Elfmeter-Abpraller-Tor die Three Lions in ihr erstes großes Finale seit 1966 bringt – gegen Italien am Sonntag – nach einem epischen 2:1 gegen Dänemark. England ist nur noch ein Spiel vom fußballerischen Ruhm entfernt, nachdem es sich einen spektakulären Sieg über Dänemark gesichert hat. Millionen von Fans sind im Traumland.“

„The Sun“: „Löwenherzen! England stürmt ins EM-Finale nach einem Thriller in der Verlängerung. Bringt es jetzt nach Hause, Jungs! England ist nur noch ein Spiel von seinem ersten großen Titel seit 1966 entfernt.“

DÄNEMARK:

„Berlingske“: „Abenteuer zu Ende – Dänemark raus bei der EM.“

„Jyllands-Posten“: „Dänemark raus bei der EM: Sie gaben alles, aber es war nichts mehr zum Geben da.“

„Erstes Bladet“: „Ihr habt alles gegeben!“

Dänischer Rundfunk DR: „Selbst der sensationelle Schmeichel musste sich am Ende beugen, als Dänemark uns das letzte Gebrüll gegeben hat.“

TV2: „Dänemarks EM-Abenteuer ist nach großem Drama zu Ende.“

SCHWEDEN:

„Expressen“: „England im Finale – Dänemark rausgeworfen nach Riesendrama in der Verlängerung.“ (dpa)

Gräfe gegen Elfmeter-Pfiff für England: „Hätte gesagt weiterspielen“

Frühere deutsche Schiedsrichter hätten die umstrittene Entscheidung vor dem Elfmeter zum 2:1 im EM-Halbfinale England gegen Dänemark anders getroffen. „Man kann ihn theoretisch geben, er ist jetzt nicht grottenschlecht“, sagte Ex-Referee Manuel Gräfe in der Nacht zu Donnerstag als Experte im ZDF über den Strafstoß. „Ich finde ihn hier persönlich nicht richtig. Ich hätte gesagt: Weiterspielen, weil es zum Turnier passt, weil es auch zur Linie des Schiedsrichters gepasst hätte.“
„Man sieht den Kontakt Knie gegen Wade. Aber Sterling geht mit der Intention schon in den Zweikampf – man sieht, dass er den Körper nach vorne verlegt, den will er ziehen, den will er cheaten, wie man so schön sagt“, sagte der 47 Jahre alte Gräfe. „Aufgrund des Fallmusters sieht man eigentlich schon, dass das nicht ausreichend ist.“
Auch der frühere Unparteiische Lutz Wagner sieht die Entscheidung des Niederländers Makkelie kritisch. „Es wäre besser gewesen, wenn er den Strafstoß nicht pfeift“, sagte der 58-Jährige als Experte der ARD-„Sportschau“. „Das hat nicht zur sonstigen Regelauslegung im Turnier und auch nicht zu der von Danny Makkelie gepasst, das ist konträr zur allgemeinen Zweikampfbewertung bisher. Es wurde eher viel laufen gelassen.“
Vor dem Elfmeter war noch zu sehen, dass ein zweiter Ball nahe des dänischen Strafraums auf dem Feld lag. Aus Sicht von Wagner war dies aber kein zwingender Grund, das Spiel zu stoppen. „Offenbar hat Makkelie keine Beeinflussung des Spielgeschehens und der beteiligten Spieler festgestellt, dann muss er auch nicht unterbrechen“, sagte er. (dpa)

Hjulmand kritisiert Elfmeter-Pfiff: Hätte es nicht geben sollen

Dänemarks Trainer Kasper Hjulmand hat die Elfmeter-Entscheidung beim EM-Aus am Mittwoch in London deutlich kritisiert. „Wir sind sehr enttäuscht, es ist hart für mich, darüber zu sprechen. Vielleicht kann ich das in einigen Tagen besser sagen“, sagte der 49-Jährige nach dem 1:2 nach Verlängerung gegen England im Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft. „Dass es so entschieden wird – ich habe die internationale Presse gelesen – es war ein Elfmeter, den es nicht hätte geben sollen, das macht mich ärgerlich. Wir sind sehr enttäuscht.“
Englands Raheem Sterling war in der ersten Hälfte der Verlängerung im Strafraum zu Fall gekommen. Schiedsrichter Danny Makkelie sah dabei ein Foul von Joakim Maehle und entschied auf Strafstoß. Videoassistent Pol van Boekel überprüfte die Szene, griff aber nicht ein. Stürmerstar Harry Kane verwandelte im Nachschuss (104.). „Ich denke nicht, dass es ein Elfmeter war“, sagte Hjulmand. „Wenn, dann hatte es nichts mit Maehle zu tun. Wir wissen nicht, wer das Foul begangen haben soll.“

Der Gefoulte war sich dagegen sicher. „Es war auf jeden Fall ein Elfmeter“, sagte Sterling. „Ich bin in den Strafraum rein, er hat sein Bein ausgestreckt, und es war ein klarer Elfmeter.“
Der deutsche Schiedsrichter Patrick Ittrich antwortete bei Magenta TV auf die Frage, ob er gepfiffen hätte: „Nein.“ Makkelie sei sich aber sicher gewesen. „Wir beurteilen anhand der Zeitlupe und müssen feststellen, dass es nicht so gut war, den Strafstoß zu geben“, sagte Ittrich. Es habe eine kleine Berührung am Knie gegeben. „Aufgrund dessen haben sie gesagt, sie greifen da nicht ein“, sagte der Unparteiische zum Verhalten der Videoassistenten. „Es ist nicht klar und offensichtlich falsch. Hier würde ich sagen, er nutzt den Kontakt aus.“ (dpa)

Erste ARD-Finalreporterin hofft auf Ende der Geschlechter-Debatte

Die erste ARD-Reporterin bei einem großen Fußball-Endspiel wünscht sich ein baldiges Ende der Geschlechter-Diskussion. „Es wäre mir lieber, wenn weniger Aufmerksamkeit aufs Geschlecht gelenkt würde“, sagte Julia Metzner der Deutschen Presse-Agentur. „Ich hoffe, dass wir solche Diskussionen beim nächsten großen Turnier nicht mehr führen müssen.“ Am Sonntag wird die 47 Jahre alte Hörfunk-Reporterin als erste Frau für die ARD das Finale einer Fußball-Europameisterschaft kommentieren. Eine Final-Kommentatorin bei WM oder EM gab es in Deutschland bisher nur im Privatradio.
Metzners Vorfreude ist groß. „Ich glaube, dass es geschlechtsunabhängig ist, dass das ein Riesen-Meilenstein in jeder Karriere von Sportjournalisten und -journalistinnen ist, ein Endspiel bei so einem großen Sportevent kommentieren zu dürfen oder reportieren, wie es ja eigentlich richtig heißt im Radio.“
Grundsätzlich unterstützt Metzner eine Quoten-Regelung im Sportjournalismus. „Es ist noch immer nötig, das ist ja das Traurige“, sagte die Hörfunk-Reporterin. „Ich habe mich lange gewehrt gegen Quoten, weil ich dachte, das ist ja nur Wasser auf die Mühlen derer, die sagen: Jetzt haben wir ja unsere Quotenfrauen.“ Ihr Wunsch für die Zeit nach der Endspiel-Premiere lautet daher: „Die Zukunft muss sein, dass wir darüber nicht mehr sprechen.“ (dpa)

Luca Füllgraf

Es war eine großartige Reise. Es tut mir leid, dass sie vorbei ist

Dänemarks Kapitän Simon Kjaer über die bittere Halbfinal-Niederlage 

Luca Füllgraf

Unglaublich, was für ein Spiel. Echt hart. Wir waren da, als es zählte. Ein
Finale zuhause – was für ein Gefühl

Harry Kane über das Spiel gegen Dänemark

Luca Füllgraf

Die Fans zeigen, was Fußball für dieses Land bedeutet

Englands Raheem Sterling über die Zuschauer im Wembleystadion

Luca Füllgraf

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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