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Spektakulärer Wirtschaftsprozess : Journalistenmord-Angeklagter in Slowakei wegen Betruges verurteilt

Der slowakische Unternehmer Kocner muss für 19 Jahre ins Gefängnis. Seine Machenschaften waren auch Thema des ermordeten Journalisten Kuciak.

Spektakulärer Wirtschaftsprozess : Journalistenmord-Angeklagter in Slowakei wegen Betruges verurteilt

Trauer um den ermordeten Investigativjournalisten (Archivbild)Foto: AFP PHOTO / VLADIMIR SIMICEK

Ein wegen des Mordes an dem slowakischen Investigativ-Journalisten Jan Kuciak angeklagter Unternehmer ist wegen Millionenbetruges verurteilt worden. Das entschied das Oberste Gericht in Bratislava am Dienstag, teilte eine Gerichtssprecherin Alexandra Vazanova mit.

Der Unternehmer Marian Kocner muss deshalb für 19 Jahre ins Gefängnis. Die gleiche Haftstrafe erhielt der Mitangeklagte Pavol Rusko, ehemaliger Wirtschaftsminister. Die Höchstrichter lehnten damit eine Berufung der beiden prominenten Angeklagten gegen das Urteil eines Spezialgerichts ab.

In dem bisher größten von der slowakischen Justiz abgeschlossenen Fall von Wirtschaftskriminalität ging es um die Fälschung von Schuldscheinen im Wert von knapp 70 Millionen Euro zu Lasten des Fernsehsenders TV Markiza. 

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Rusko hatte den Sender 1996 gegründet, musste seine Anteile aber verkaufen, als er eine politische Karriere begann. Als er später in finanzielle Schwierigkeiten geriet, einigte er sich nach der vom Gericht nun anerkannten Anklage mit dem Millionär Kocner auf die Fälschung der Schuldscheine zu dessen Gunsten.

Kocner wird beschuldigt, den Mord an Kuciak beauftragt zu haben

Kocner wurde im September 2020 aus Mangel an Beweisen vom Vorwurf freigesprochen, den Mord am Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak bestellt zu haben. Dieses Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig, weil die Staatsanwaltschaft dagegen Berufung einlegte. 

Kuciak hatte über zahlreiche Betrugsfälle Kocners berichtet. Deshalb habe ihn dieser umbringen lassen, lautet die Anklage im noch offenen Mordprozess. Der Mord an Kuciak und seiner Verlobten im Februar 2018 löste Massendemonstrationen gegen Korruption aus und führte zum Sturz der Regierung. (dpa)

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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