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Spätes Tor durch Emil Forsberg : Der 1. FC Union ärgert RB Leipzig und verliert doch

Der 1. FC Union hält lange gut dagegen bei RB Leipzig. Der eingewechselte Emil Forsberg bringt die Berliner allerdings um den Lohn.

Spätes Tor durch Emil Forsberg : Der 1. FC Union ärgert RB Leipzig und verliert doch

Ein Hauen und Stechen. Am Ende setzten sich die hier am Boden liegenden Leipziger durch.Foto: dpa

Es sah wie eine typische Aktion aus in diesem Spiel. Der kurz zuvor eingewechselte Emil Forsberg suchte eine Lücke in der engmaschigen Berliner Abwehrreihe, doch Florian Hübner und Marvin Friedrich bekamen ihre Füße noch dazwischen. So ging es schon knapp 70 Minuten lang an diesem Mittwochabend im leeren Leipziger Zentralstadion. Die Gastgeber hatten viele Spielanteile, kamen aber kaum zu Chancen.

Dieses Mal prallte der Ball aber nicht zu einem Berliner, sondern zu Dani Olmo und der Spanier machte das Spiel schnell. Direkt passte er zurück in den Strafraum zu Forsberg und dessen Schuss landete im Netz. Es war das einzige Tor und so gewann Rasenballsport Leipzig mühsam 1:0 (0:0) gegen den 1. FC Union. Die Berliner beenden eine herausragende Hinrunde damit auf Platz sechs.

„Wir haben ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht“, sagte Unions Robert Andrich. „Wir ärgern uns natürlich, aber gegen Leipzig kann man schon mal verlieren.“

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Die erste Überraschung gab es bei Union schon vor Anpfiff. Urs Fischer setzte Kapitän Christopher Trimmel auf die Bank und überließ Julian Ryerson die rechte Seite. Die zuletzt angeschlagenen Grischa Prömel und Sheraldo Becker schafften es nicht in den Kader, dafür begannen Cedric Teuchert als hängende Spitze und Sebastian Griesbeck im Mittelfeld. Außerdem stand Florian Hübner, der noch am Montag nach einem Trainingszweikampf ins Krankenhaus gebracht werden musste, unerwartet in der Startelf. Taktisch ergab sich damit erneut eine Dreierkette, bei gegnerischem Ballbesitz verteidigte Union in einem 5-3-2.

Dieser Fall war in der ersten Halbzeit nahezu der Dauerzustand. Leipzig bestimmte das Spiel von der ersten Minute an und Union zog sich weit zurück. Zeitweise hatte der Champions-League-Teilnehmer 75 Prozent Ballbesitz, wusste damit aber in Tornähe nicht viel anzustellen. Die Berliner standen so kompakt im und um den eigenen Strafraum, dass Leipzig nur ganz selten Lücken fand.

Union spielte mit Köpfchen

Union machte es defensiv sehr clever. Fischers Mannschaft ließ den Gegner fern vom Tor weitgehend unbehelligt kombinieren, um im richtigen Moment blitzschnell ins Pressing überzugehen. Als Leipzigs Innenverteidiger Dayot Upamecano den Ball in der Vorwärtsbewegung verlor, konnte Teuchert allein auf Torwart Peter Gulacsi zulaufen. Da er beim vorherigen Pass im Abseits gestanden hatte, brauchte er sich nicht allzu lange darüber ärgern, dass er die Chance ausließ. Eine ähnliche Umschaltsituation vergab auch Marcus Ingvartsen, der aus 20 Metern harmlos abschloss. Bei einem dritten aussichtsreichen Konter, eingeleitet durch einen guten Ballgewinn von Taiwo Awoniyi, wurde Teuchert kurz vor dem Querpass in den Strafraum gestört.

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Abgesehen von diesen Berliner Umschaltaktionen war das Geschehen ziemlich monoton. Die Leipziger passten sich den Ball ohne großen Raumgewinn in der entscheidenden Zone zu. Wenn Union doch mal unsortiert stand, fehlte dem Favoriten die nötige Präzision. Die Zuspiele kamen zu oft leicht in den Rücken und Nagelsmann drehte ab, gestikulierte und redete auf seine Assistenten auf der Bank ein.

Nur einmal ließ Leipzig die herausragende Qualität im Umschaltspiel aufblitzen und sofort wurde es gefährlich. Stürmer Alexander Sörloth konnte recht unbedrängt durch das gesamte Mittelfeld laufen und passte am Strafraum genau im richtigen

Moment auf Christopher Nkunku. Der hatte Zeit, um den Ball anzunehmen, den Torwart auszugucken – und schoss dann weit, weit über das Tor.

Kurz darauf war Halbzeit, am groben Drehbuch des Spiels änderte sich aber nichts. Leipzig suchte und suchte nach Lücken in der Berliner Abwehr, ließ dabei allerdings weiter die Zielstrebigkeit vermissen. Nach einer Stunde hatte Nagelsmann genug gesehen und brachte Emil Forsberg für Kevin Kampl. Fischer konterte mit einem Doppelwechsel: Marius Bülter und der gerade erst von Bayern München ausgeliehene Debütant Leon Dajaku ersetzten Awoniyi und Teuchert.

Zumindest aus Leipziger Sicht schien die Veränderung Wirkung zu zeigen. Nkunku scheiterter allerdings aus guter Position an Andreas Luthe und Robin Knoche klärte im letzten Moment vor Forsbergs. Union gelang es in dieser Phase kaum noch, für Entlastung zu sorgen und einzig bei einer scharfen Flanke von Ryerson entstand so etwas wie Gefahr. Diese fehlende Entlastung sollte sich 20 Minuten vor Schluss rächen. Der eingewechselte Forsberg erzielte das 1:0 für Leipzig und Union verlor trotz einer defensiv starken Leistung auch das dritte Bundesliga-Spiel gegen Rasenballsport.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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