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Sommer ist noch lange kein Grund für Radau

Sommer ist noch lange kein Grund für Radau

Bestes Beispiel für Lärmbelästigung im Sommer ist die Hasenheide, meint B.Z.-Redakteur Uwe Steinschek: „Dort versammeln sich nachts regelmäßig hunderte Feierwütige und lassen akustisch die Sau raus“
Foto: spreepicture/Christian Lohse/B.Z.-Montage

Jeden Montag sagen B.Z.-Redakteure, was sie richtig stört. Heute Uwe Steinschek, den es ärgert, dass mit den steigenden Temperaturen auch die Lärmbelästigung steigt.

Der Sommer ist eine schöne Jahreszeit. Noch schöner wäre es allerdings, wenn mit den steigenden Temperaturen nicht auch die Lärmbelästigung steigen würde. Besonders in den Abendstunden und nachts.

Natürlich zieht es die Menschen nach draußen. Aber das ist noch lange kein Grund, einen ohrenbetäubenden Radau zu veranstalten.

Bestes Beispiel ist aktuell die Hasenheide. Dort versammeln sich nachts regelmäßig hunderte Feierwütige und lassen akustisch die Sau raus. Laute Musik, alkoholisiertes Gebrüll – die Anwohner können nicht schlafen? Na und? Uns doch egal. Wir wollen Spaß, wir wollen feiern!

Der Sommer ist laut, auch auf der Straße. Jetzt heizen sie wieder in ihren Autos durch die Stadt, die irgendwie was an den Ohren haben müssen: Seitenfenster runter und das Autoradio auf volle Pulle gestellt. Dröhnende Bässe, rhythmisches Gejaule oder gekreischte Ethno-Songs. Hält so ein Typ dicht neben dir an der Ampel, bist du danach reif für den Ohrenarzt. Nein, Alter, dein Musikgeschmack geht mir hundert Meter am Hintern vorbei. Fenster hoch und gut is!

Neulich hat die Studenten-WG von gegenüber eine ihrer Balkon-Partys veranstaltet. Wieder mitten in der Woche. Die Frohsinns-Nummer ging bis in die frühen Morgenstunden. Laute Musik, von Zeit zu Zeit ein schrilles, proseccoschwangeres Frauengelächter. Das Ganze dann noch eingewoben in den penetranten Geruch übergrillter Hähnchenteile. Wir haben dann irgendwann das Schlafzimmerfenster zugemacht. Trotz der Hitze.

Das, was ich dann noch hörte, war Jürgens röhrende Stimme. Der wohnt auch gegenüber, ist Gerüstbauer und muss in seinem Job früh raus: „Ick feia gleich bei euch mit, wenn der Lärm da nich endlich bald uffhört“, drohte er. Auf dieses Risiko wollte sich die lärmende Balkon-Gesellschaft dann wohl doch nicht einlassen. Plötzlich war jedenfalls Ruhe im Karton.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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