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Sollte das Spiel Union gegen Hertha doch mit Fans angepfiffen werden?

Sollte das Spiel Union gegen Hertha doch mit Fans angepfiffen werden?

Eberhard Diepgen und Walter Momper diskutieren die Zuschauer-Frage beim Stadt-Derby zwischen Union Berlin und Hertha BSC
Foto: picture alliance / nordphoto /B.Z. Combo B.Z.

Einmal die Woche diskutieren in der B.Z. Berlins Ex-Regierende Eberhard Diepgen (CDU) und Walter Momper (SPD) über Themen, die die Stadt bewegen. Heute es geht um das Berlin-Derby zwischen Union und Hertha BSC.

Eberhard Diepgen: Ja, beim Theater geht es mit Auflagen auch

In diesen Tagen wagt man kaum noch eine Stellungnahme zu Themen in Zusammenhang mit der Pandemiebekämpfung.

Soll es denn über die Ostertage zu einem besonderen Stillstand im gesellschaftlichen Leben kommen? Auch ohne die zunächst angedachten zusätzlichen Ruhetage am Gründonnerstag und Ostersonnabend? Wenn ich diese Zeilen schreibe, blicke ich etwas ratlos auf die politischen Entscheidungen der letzten und leider auch der kommenden Tage.

Da wird es mir nicht anders gehen als vielen Ihnen auch. Aber, wenn es im Kern nicht zusätzliche Beschränkungen gibt und „nur“ die bereits bestehenden Regeln des Lockdowns länger gelten sollen, dann frage ich: Warum sollen bei einem sorgfältig ausgedachten und auch schon in Teilen erprobten Hygiene-Konzept von Union keine Zuschauer an dem Derby teilnehmen?

Für Theater- und Konzertsäle hat Berlins Kultursenator das bereits mit Pilotprojekten ermöglicht. Einen zwingenden und rechtlich zulässigen Unterschied zwischen Sport- und Kulturveranstaltungen sehe ich nicht. Also bitte entweder oder. Über die Zahl der Fans, die nach sorgfältiger Prüfung ins Stadion gelassen werden, kann dann noch entschieden werden.

Im Deutschen Fußball gab es bereits außerhalb von Berlin und der 1. Bundesliga „zur Probe Spiele“ mit einer begrenzten Zahl an Zuschauern. Ich will dem Sport- und Innensenator Mut machen, seinem Kollegen im Kulturressort in Sachen einer vorsichtigen Öffnungsstrategie nachzueifern. Es gab – gleich nach der Konferenz der Regierungschefs – bereits die Meldung, wenn beim Derby nicht möglich, soll das erste Spiel mit Zuschauern (nicht nur Journalisten und Mannschaftsbetreuer) das von Union gegen Stuttgart sein.

Das Berliner Derby ist für mich als Berliner „Fan“ aber etwas ganz anderes – bei allem Respekt vor Stuttgart. Wenn die Stadt Ostern nicht alles zu macht, sollte Derby mit Zuschauern stattfinden können.

Walter Momper: Nein, das Risiko bei An- und Abfahrt ist zu groß

Ich muss es gleich vorab sagen – es reicht, wenn ohne Publikum gespielt wird.

Solange noch keine stichhaltige Konzeption für das Spielen vor einem Publikum, dessen Kopfzahlen unterhalb der vollständigen Besetzung des Stadions liegt, geprüft und gesundheitsbehördlich abgenommen ist, geht es nicht.

Gut wäre ein solcher Test, wie er in anderen Städten schon gelaufen ist, für den Raum Berlin. Dann hätte man ein Vorbild, dessen Wirkung man einschätzen kann und das mit dem Lockdown verträglich ist.

Es wäre ja wirklich wieder schön, wenn der Fußball vor größerem Publikum gespielt werden könnte. Das wäre gut für die Bundesliga, das wäre gut für die Vereine, das wäre gut für die Fans des Fußballspiels. Aber es sollte schon sicher sein. Die Sitzabstände müssten geprüft sein, das Maske tragen muss verbindlich angeordnet werden und vor allen Dingen die An- und Abfahrt der Besucher müsste so geregelt werden, dass es zu einem Minimum an Begegnung kommt.

Das größte Problem bei allen Massenveranstaltungen ist ja nicht das Sitzen im Stadion auf Distanz, sondern das Zusammentreffen bei der Anfahrt und bei der Abfahrt vom Stadion.

Das müsste so gelöst werden, dass es dabei nicht zu Ansteckungen im großen Stil kommt. Wichtig wäre auch eine Testung der Besucher vor dem Spiel. Wenn alle Besucher einen Corona-Test gemacht haben und dabei etwaige Krankheitsträger aussortiert worden sind, sinkt das Risiko erheblich. Ob das realisierbar ist bei diesen großen Menschenmengen, ist die Frage.

Es müsste in dem angedachten Modellprojekt durchgeprüft werden.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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