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Senioren abgezockt! Falscher Polizist zu echter Haftstrafe verurteilt

Senioren abgezockt! Falscher Polizist zu echter Haftstrafe verurteilt

Vor dem Landgericht wurde Erkan B. zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt (Archivfoto)
Foto: Olaf Wagner

Er soll falsche Polizisten in Berlin befehligt haben, die alte Menschen ums Ersparte brachten: Am Freitag verurteilte das Berliner Landgericht Erkan B. (35) zu vier Jahren und zehn Monaten Gefängnis.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte siebeneinhalb Jahre Haft gefordert. Nach Überzeugung der Anklagebehörde gehört der Mann zur mittleren Führungsebene einer bundesweit operierenden Betrügerbande, deren Hintermänner in der Türkei sitzen.

Im Prozess legte der Mann ein Geständnis ab, behauptete aber, er sei „nur Vermittler“ gewesen: „Ich bekam 500 bis 1000 Euro pro Einsatz. Ich dachte, das ist leicht verdientes Geld. Ich wusste nicht, dass ältere Menschen um ihr Erspartes gebracht werden.“

Seine Aufgabe sei gewesen, in Berlin sogenannte Abholer anzuwerben und die Kommunikation zwischen ihnen und den Hintermännern in der Türkei zu übernehmen, so die Richterin. „Wie die Beute in die Türkei gelangte, konnte nicht ermittelt werden.“

So lief der Trick mit den falschen Polizisten: Am Telefon meldet sich angeblich die Polizei. Den Senioren wird eingeredet, im Kiez seien Einbrecher und Diebe unterwegs, Beamte würden Bargeld und Schmuck abholen und in Sicherheit bringen. Meist leuchtet dabei auf dem Telefon-Display sogar der Polizei-Notruf 110 auf – auch das ist gefälscht! Oft rufen die Betrüger tagelang an und „bearbeiten“ die hochbetagten Menschen so lange, bis sie ihnen glauben.

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► Eine Berlinerin (78) legte Bargeld und wertvolle Uhren ihrer Freundin an einen Baum vor deren Haus in Kreuzberg (350.000 Euro). Einen Tag später übergab sie einem falschen Polizeibeamten weitere 19.000 Euro.

► Ein Berliner (82) bekam nachts einen Anruf von einem angeblichen Kripo-Kommissar und übergab sechs Goldbarren auf der Straße an einen Mann, der sich als verdeckter Ermittler ausgab.

► In Frankfurt am Main (Hessen) war ein Pensionär (90) im Begriff, neun Kilogramm Gold zu übergeben. Es kam nur nicht dazu, weil die Kriminellen eine Falle vermuteten.

„Diese Straftäter gehen bewusst gegen besonders schutzwürdige ältere Menschen vor“, so die Richterin. „Sie schleichen sich über Stunden in ihr Vertrauen, bringen sie um die Ersparnisse und erschüttern das Vertrauen in die Polizei.“

Erkan B. wurde nach dem Urteil von der weiteren Untersuchungshaft verschont. Er muss sich zweimal in der Woche bei der Polizei melden und darf Deutschland nicht verlassen. Bis er seine Haftstrafe antreten muss, ist er frei.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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