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„Querdenker“-Demo am Samstag : Was rollt da auf Leipzig zu?

Mit mehreren Autokorsos wollen Gegner der Corona-Maßnahmen in Leipzig demonstrieren. Störaktionen sind angekündigt. Die Gemengelage birgt Konfliktpotenzial.

„Querdenker“-Demo am Samstag : Was rollt da auf Leipzig zu?

November 2020: Konfrontation der “Querdenker”-Demonstranten mit der Polizei.Foto: Sebastian Kahnert/AFP

Die Zeiten, in denen Autokorsos unmittelbar mit wichtigen Siegen der deutschen Nationalmannschaft zusammenhingen, sind längst vorbei. In den vergangenen Monaten haben immer mehr lokale “Querdenker”-Gruppen diese motorisierte Protestform für sich entdeckt.

Das ist zum einen mit den deutlich erhöhten, pandemiebedingten Demo-Auflagen zu erklären, zum anderen durch den Vorteil, mit einer kilometerlangen Fahrzeug-Schlange sehr viel mehr Passanten und Schaulustige zu erreichen als bei einer Standkundgebung. In Städten wie Berlin, Dortmund und Stuttgart finden Autokorsos mittlerweile im Wochenrhythmus statt.
An diesem Samstag wird Sachsens größte Stadt zum Ziel des Auto-Protests. Mehrere Zubringer-Korsos aus unterschiedlichen Teilen des Freistaats werden sich in Leipzig treffen. Mobilisiert wird unter anderem aus Dresden, Zwickau und Plauen. Aber auch aus Thüringen und Sachsen-Anhalt haben sich Gruppierungen aus dem “Querdenker”-Milieu angekündigt.

Erwartet wird ähnlich wie in der Vergangenheit ein heterogenes Teilnehmerspektrum aus Kritikern der Pandemie-Maßnahmen, Verschwörungsideologen und Akteuren aus der rechten Szene, die im Vergleich zur eskalierten “Querdenken”-Großdemo am 7.November 2020 jedoch sehr viel geringfügiger mobilisieren.

Damals hatten zehntausende “Querdenker” im Zentrum Leipzigs Demo-Auflagen wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes missachtet und waren trotz Verbots über den geschichtsträchtigen “Leipziger Ring” marschiert. Dabei wurden mehrmals Polizeiketten durchbrochen, und es kam zu massiven Angriffen gegenüber Beamten und Journalisten. Hunderte gewaltbereite Rechtsextreme und Hooligans bildeten die Sperrspitze des Demo-Aufzugs.

Leipzigs Polizeipräsident spricht von einer „enormen Herausforderung“

Damit sich die Bilder aus dem Herbst nicht wiederholen, hat die sächsische Polizei Unterstützung aus anderen Bundesländern angefordert. Hierzu werden Kräfte aus Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Thüringen erwartet. Gleichzeitig werden Wasserwerfer und eine Reiterstaffel bereitstehen, teilte die Leipziger Polizei in einer Pressemitteilung mit.

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Insgesamt sind im Leipziger Stadtgebiet 13 Fahrzeugkorsos und Kundgebungen angemeldet worden, acht davon werden dem Gegenprotest zugerechnet. Dieser wird sich meist auf die Innenstadt Leipzigs konzentrieren. Vor allem die traditionell große linke Szene der Messestadt mobilisiert für verschiedene Fahrraddemos.

In anderen Städten führten Blockaden von “Querdenker”-Autokorsos durch Gegendemonstranten auf Fahrrädern in der Vergangenheit zu Problemen für die Polizei, die aus Kapazitätsgründen nicht die komplette Route der Fahrzeug-Verbände absichern kann. Die Dortmunder Polizei beschlagnahmte deswegen vergangene Woche präventiv die Fahrräder von vermeintlichen Gegendemonstranten an der Strecke, um Blockadeaktionen bei einem Korso zu verhindern.
Leipzigs Polizeipräsident René Demmler sprach am Freitag angesichts des bevorstehenden Einsatzgeschehens am Wochenende von einer “enormen Herausforderung”. Bewohner der Stadt sollten sich laut Polizei auf umfangreiche verkehrstechnische Einschränkungen einstellen. Eine vierstellige Teilnehmerzahl bei den unterschiedlichen Veranstaltungen scheint realistisch, da allein ein einzelner Zubringer-Autokorso für 500 Fahrzeuge angemeldet wurde.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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