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Presserat legt Zahlen für 2020 vor : So viele Beschwerden wie nie und deutlich mehr Rügen

Vor allem einige Massenbeschwerden treiben die Zahlen nach oben. Beim Thema Corona hat sich die große Mehrheit allerdings an die ethischen Grundsätze gehalten.

Presserat legt Zahlen für 2020 vor : So viele Beschwerden wie nie und deutlich mehr Rügen

4085 Beschwerden gingen 2020 beim Presserat ein.Foto: Jens Kalaene/dpa

Erheblich mehr Beschwerden und Rügen, aber Entwarnung bei einem zentralen Thema, so lässt sich die Statistik des Deutschen Presserats für das Jahr 2020 zusammenfassen.

Die Zahl der Beschwerden erreichte dabei allerdings einen unrühmlichen Rekord: Insgesamt 4085 Personen wandten sich 2020 an die Freiwillige Selbstkontrolle der Print- und Onlinemedien, fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor mit 2175 Beschwerden, meldete der Presserat am Dienstag.
Verantwortlich für die Steigerung waren insbesondere Massenbeschwerden, etwa zu Artikeln über die Kindstötungen in Solingen oder zur Polizeikolumne in der “taz”. Der wohl prominenteste Fall des vergangenen Jahres bezog sich allerdings nicht auf die Pandemie, sondern hatte eine Satire zum Gegenstand. Die umstrittene Kolumne mit dem Titel „All cops are berufsunfähig” in der taz zog so viele Beschwerden nach sich wie kein anderer Artikel in der Geschichte des Presserats.

53-mal erteilte der Presserat eine öffentliche Rüge, ebenfalls deutlich öfter als im Vorjahr mit 34 Rügen. 

581 Beschwerden zur Corona-Berichterstattung

„Gerade in unsicheren Zeiten wünschen sich Leserinnen und Leser eine Berichterstattung, der sie vertrauen können“, so der Sprecher des Presserats Sascha Borowski. „Die vielen Anfragen zu Corona-Berichten zeigen, dass der Pressekodex und die Freiwillige Selbstkontrolle durch den Presserat hier eine wichtige Rolle spielen.“ 

Über die Corona-Berichterstattung in Print- und Onlinemedien beschwerten sich 581 Leserinnen und Leser. Die meisten von ihnen hielten den Redaktionen falsche Tatsachenbehauptungen oder unzureichende Recherche vor. Von den 321 bereits geprüften Fällen wurden vier gerügt. „Ansonsten haben sich die betroffenen Redaktionen beim Top-Thema Corona mit großer Mehrheit an ethische Grundsätze gehalten“, so Borowski. 

Insgesamt am häufigsten gerügt wurden 2020 Verstöße gegen den Opferschutz sowie Fälle von Schleichwerbung und mangelnder Kennzeichnung von Anzeigen. „Redaktionen sollten im Interesse der eigenen Glaubwürdigkeit redaktionelle Inhalte und Werbung deutlich trennen“, so Borowski.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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