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Omar Sy im Porträt : Immer einen Trick voraus

Der französische Schauspieler Omar Sy ist mit „Lupin“ der Serienstar der Stunde. Den Durchbruch schaffte er mit dem Kinofilm “Ziemlich beste Freunde”

Omar Sy im Porträt : Immer einen Trick voraus

Gentleman-Gauner. Omar Sy kann in der Rolle von Assane Diop in der Netflix-Serie „Lupin“ an seinen Kinoerfolg „Ziemlich beste…Foto: dpa

Ziemlich beste Quoten! Omar Sy, Hauptdarsteller in der Netflix-Serie „Lupin“, kann sich freuen. Mit nur fünf Folgen hat sich die Produktion unter die meistgenutzten Serien des Streamingdienstes platziert, in Konkurrenz mit „Bridgerton“ oder „Das Damengambit“. Jetzt hat das Unternehmen bekannt gegeben, dass im Sommer fünf weitere Folgen der Produktion made in France und damit der zweite Teil der Serie um Meisterdieb Assane Diop gedreht wird. Regie in der Fortsetzung führen Ludovic Bernard („The Climb“) und Hugo Gélin („Love at Second Sight“).

Die Serie lehnt sich an die Figur von Arsène Lupin an, die Maurice Leblanc vor mehr als hundert Jahren in seinen Romanen kreiert hat. In einem Interview, das Netflix auf Youtube veröffentlicht hat, geht Omar Sy auf „Die vielen Gesichter von Assane Diop“, sprich auf die Ähnlichkeiten der beiden fiktiven Helden ein: Arsène Lupin und Assane Diop. Beide Male ist die Wandlungsfähigkeit ein zentrales Merkmal. Erzählt wird vom Katz-und-Maus-Spiel mit der Pariser Polizei und wie es Assane Diop immer wieder schafft, als Meisterdieb quasi unsichtbar zu werden, insbesondere durch den Kniff, dass er sich einer sozialen Schicht anverwandelt – was eine Aussage über das gesellschaftliche Gefüge in Frankreich ist. Oben verhält sich so, unten verhält sich so, jeweils herrscht ein bestimmter Code vor und wehe, du fällst dabei aus deiner Rolle! Assane Diop schlüpft mit Schläue und Eleganz quecksilbrig durch die Schichten, er macht sich in seinen Masken quasi unsichtbar, auf jeden Fall nicht fassbar.

Reiche, weiße Familie hat Akbar Diop in den Tod getrieben

Omar Sy kennt diese gläsernen Decken in Frankreich, der 43-jährige Schauspieler wurde in Trappes bei Paris als Sohn eines Senegalesen und einer Mauretanierin geboren. Sein Netflix-Held stammt ebenfalls aus dem Senegal. Er versucht, ein Unrecht zu rächen, das seinen Vater zuerst ins Gefängnis gebracht und später sogar in den Selbstmord getrieben hat. Akbar Diop war von seinem Arbeitgeber, der weißen, reichen Familie Pellegrini. zu Unrecht beschuldigt worden, ein kostbares Schmuckstück entwendet zu haben.

Arsène Lupin ist das große Vorbild für Assane Diop. Die Faszination für den gewitzten Betrüger hat er an seinen Sohn Raoul (Etan Simon) weitergeben. Assane Diop, der nach dem Selbstmord des Vaters Vollwaise ist, wurde zum Meisterdieb mit den vielen Gesichtern und Verkleidungen, um die wahren Schuldigen zu bestrafen. Sein eigener Sohn, der nun ebenfalls ein Jugendlicher ist, weiß davon allerdings nichts.

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Schon in „Ziemlich beste Freunde“, der weltweit erfolgreichen Komödie von 2011, war Omar Sy das Herz des Films. Wie er als unkonventioneller Pfleger Driss dem gelähmten, reichen Philippe (François Cluzet) zu mehr Lebensfreude verhalf, begeisterte das Kinopublikum weltweit. Auch in „Lupin“ verkörpert Sy seine Rolle mit Charme und Chuzpe. Er überzeugt als Putzmann und als Superreicher, genauso wie als liebevoller Vater und knallharter Insasse im Gefängnis.

Vielleicht liegt dies in Teilen an Sys eigener Biografie. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Durch Zufall kam der Schauspieler und Komiker ins Filmgeschäft, stand ab 2001 immer mal wieder vor der Kamera, bis ihm 2011 mit „Ziemlich beste Freunde“ der internationale Durchbruch gelang. Es folgten Hollywoodblockbuster wie „X-Men“ und „Jurassic World“, doch dem französischen Kino blieb Sy immer treu. Auch privat gibt es wenig Wirbel: Seit 2007 ist er mit seiner Frau Hélène (einer weißen Französin) verheiratet, gemeinsam hat das Paar vier Kinder.

Du bist schwarz – und zu ist die Tür

Als schwarzer Mann in einer von Weißen dominierten Gesellschaft aufzuwachsen, das prägte Omar Sy ebenfalls – was trotz allem Humor auch in vielen seiner Rollen spürbar ist. „Die Leute schauen dich nur an und sagen: ,Du bist schwarz und du bist aus der Banlieue’, und alle Türen sind geschlossen“, sagte Sy in einem Interview. „Ich hatte den Wunsch, etwas anderes zu sein. Wenn ich eine Tür sehe, die etwas offen ist, werde ich einen Weg finden durchzukommen.“

Viel passender hätte er auch nicht seine Rolle als Trickbetrüger in „Lupin“ beschreiben können, wo die Weißen oft abschätzig auf den Schwarzen herabblicken, ihn nicht einmal richtig wahrnehmen. Doch genau das macht sich der Held Diop zunutze und führt sie alle an der Nase herum. Das ist dann zugleich ein weiteres Highlight der Serie: Sie thematisiert und enttarnt sie den alltäglichen Rassismus. Quasi im Vorbeigehen, so viel Raffinement darf schon sein.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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