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Nach viertem Corona-Fall : Hertha BSC muss in 14-tägige Quarantäne

Alle Spieler und der Betreuerstab von Hertha BSC müssen sich zwei Wochen lang isolieren. Die in der Zeit geplanten Spiele sollen abgesagt werden.

Nach viertem Corona-Fall : Hertha BSC muss in 14-tägige Quarantäne

Auf einem Stück Berliner Mauer vor der Geschäftsstelle von Hertha BSC steht der Schriftzug: Wir sind ein Berliner.Foto: Andreas Gora/dpa

Am Dienstagnachmittag war Trainer Pal Dardai mit Blick auf das Spiel am Sonntag beim FSV Mainz 05 noch guter Dinge. Alle ihm zur Verfügung stehenden Spieler seien fit, und er hoffe, dass das am Samstag beim Abschlusstraining auch so sei, sagte der Trainer von Hertha BSC.

Zwei Tage später war die Lage eine völlig andere: Wie der Fußball-Bundesligist mitteilte, wurde Dardai ebenso positiv auf das Coronavirus getestet wie Co-Trainer Admir Hamzagic und Stürmer Dodi Lukebakio. Alle drei und der mit Dardai befreundete Assistenztrainer Andreas Neuendorf befinden sich bis 28. April in häuslicher Quarantäne. Neuendorf gilt als Kontaktperson ersten Grades.

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Doch es sollte noch schlimmer kommen: Am späten Donnerstagabend teilte Hertha BSC mit, dass sich zudem Abwehrspieler Marvin Plattenhardt infiziert habe. Der weitere positive Test auf das Coronavirus zwinge die Lizenzspielermannschaft und den Trainerstab von Hertha mit sofortiger Wirkung in eine 14-tägige häusliche Quarantäne, hieß es in der Mitteilung weiter. „Daraus resultiert, dass Hertha BSC bei der DFL die Absetzung der Spiele beim FSV Mainz 05, gegen den SC Freiburg und beim FC Schalke 04 beantragen musste.“

Es ist dies ein Novum in der Bundesliga. Bislang ist noch kein Spiel in der höchsten deutschen Fußball-Klasse aufgrund mehrerer Corona-Infektionen abgesagt worden. In der Zweiten Liga fielen dagegen schon neun Begegnungen aus, weil die zuständigen Gesundheitsämter für komplette Mannschaften häusliche Isolation angeordnet hatten. Es betraf den Karlsruher SC, Holstein Kiel und den SV Sandhausen.

„Wir hatten nach Rücksprache mit unserem Hygienebeauftragen bereits in der letzten Länderspielpause die Hygienemaßnahmen nochmal verschärft und damit auch die Hoffnung, dass der positive Corona-Test von Rune Jarstein ein Einzelfall bleibt. Leider hat sich das nicht bestätigt“, wurde Sportdirektor Arne Friedrich in der Klubmitteilung zitiert. Die 14-tägige häusliche Quarantäne sei aus gesundheitlicher Sicht der absolut richtige Schritt.

Herber Schlag für Hertha im Abstiegskampf

Für den Klub heißt das, dass ab Anfang Mai in kurzer Abfolge die noch ausstehenden Partien ausgetragen werden müssten. Eine solche Belastung nach längerer Trainingspause ist mit Sicherheit ein Nachteil im Abstiegskampf. „Aus sportlicher Sicht trifft uns das natürlich, denn wir haben nun im Kampf, um den Klassenerhalt im Mai sechs Bundesligaspiele bis zum Saisonende am 22. Mai 2021 zu absolvieren“, konstatierte Friedrich.

So ist nicht ausgeschlossen, dass der Corona-Ausbruch in Team und Betreuerstab den Klub noch in die Zweite Liga führt. Aktuell steht Hertha auf dem 15. Tabellenplatz, punktgleich mit dem 16. Arminia Bielefeld. Was den Kampf gegen den Abstieg neben der vielen Spiele in kurzer Abfolge erschweren dürfte, ist das Training in häuslicher Quarantäne. Mit virtuellen Trainingseinheiten will sich das Team fit halten. „Wir nehmen die Situation trotz der schwierigen Umstände an und werden alles in unserer Macht Stehende für ein erfolgreiches Saisonfinale in die Waagschale werfen“, teilte Friedrich mit.

Die Vorkommnisse bei Hertha BSC sind ein herber Schlag für die Liga. Bislang waren die Maßnahmen gegen das Virus recht erfolgreich gewesen. Zwar gab es immer wieder vereinzelte Coronafälle, aber nie so geballt in einer Mannschaft, als dass Spiele hätten abgesagt werden müssen.

Bei Hertha hatten sich am Donnerstag die Ereignisse überschlagen. Nach Bekanntwerden der Fälle im Betreuerstab war Sportdirektor Friedrich zum Übergangstrainer benannt worden. Der 41-Jährige besitzt eine Trainer-A-Lizenz. In diesem Bereich tätig war er bisher nur als Co-Trainer der deutschen U-18-Nationalmannschaft. Bei Hertha sollte Friedrich Unterstützung erhalten. Und zwar von Malik Fathi, Trainer der U23 in der Regionalliga, und dessen Assistenten Levent Selim.

Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf hatten sich die Mannschaft, weitere Mitglieder des Trainerteams und enge Mitarbeiter um den Kader nach den neuen Coronafällen in behördlich angeordnete Isolation begeben. Das gemeinsame Quartier sollte bis Ende April bezogen und lediglich für Trainingseinheiten und Spiele verlassen werden.

„Mit maximalen Kontaktbeschränkungen und täglichen PCR-Testungen werden wir größtmögliche Sicherheit schaffen“, hatte Friedrich am Donnerstag noch gesagt. So seien beispielsweise tägliche Schnelltests umgesetzt worden, bevor sie zur Pflicht im DFL-Hygienekonzept geworden wären. Hertha BSC, das wollte Friedrich deutlich machen, hat alles unternommen, um Ansteckungen innerhalb des Teams zu verhindern.
Doch offenbar scheint dies das Virus nicht aufgehalten zu haben. Hertha BSC liegt gewissermaßen flach, und nun zittert auch der Rest der Liga mehr denn je.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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