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Nach Tablet-Diebstahl an Berliner Schule : 26-jähriger Tatverdächtiger besaß mehrere Identitäten

Der mutmaßliche Tablet-Dieb war offenbar bei einer Reinigungsfirma angestellt und besaß einen Generalschlüssel. Nach den Tablets wird weiter gesucht.

Nach Tablet-Diebstahl an Berliner Schule : 26-jähriger Tatverdächtiger besaß mehrere Identitäten

242 Tablets wurden aus der Willy-Brandt-Schule gestohlen.Foto: Uli Deck/dpa

Der Schulraum war gesichert, die Einbruchsspuren offenbar nur fingiert: Nach dem Diebstahl von 242 Tablets aus der Willy-Brandt-Schule in Berlin-Gesundbrunnen Ende Januar werden weitere Details bekannt. Seit Mitte vergangener Woche sitzt der Verdächtige in Untersuchungshaft, von der Technik fehlt jede Spur. Wer ist der Mann?

Aus Sicherheitskreisen werden nun Tagesspiegel-Recherchen bestätigt, wonach Mitarbeiter einer Reinigungsfirma unter Verdacht stehen. Doch offenbar war es nur ein Einzeltäter.

Leonardo D., 26 Jahre alt, gebürtiger Serbe, seit einigen Jahren in Deutschland, mehrfach wegen Straftaten aktenkundig bei der Polizei, hatte sich mehrere Identitäten zugelegt. Mal war er der 29 Jahre alte Daniel B., geboren im kroatischen Zagreb, mal Daniel S., 26, geboren in Berlin oder Leonardo A. aus Serbien.

In seiner Heimat soll er mehrfach den Namen geändert haben, um seine Identität zu verschleiern. Nur bei der Wahl seiner Geburtstage blieb er sich selbst bei zwei der gefälschten Identitäten treu.

Seit 2019 soll der Mann nach Tagesspiegel-Informationen für eine Reinigungsfirma gearbeitet haben, die auch in der Willy-Brandt-Schule tätig war. Für die Firma soll er eine andere Identität genutzt haben. Bei der Firma wurde er unter dem Namen Daniel B. angestellt, dafür soll er einen komplett gefälschten kroatischen Personalausweis gehabt haben.

Im Januar kamen die 242 Tablets in der Schule an. Sie waren vor allem für Kinder aus einkommensschwachen Familien gedacht, um ihnen das Lernen in der Pandemie zu erleichtern. Der Raum, in dem die Geräte zunächst gelagert wurden, war alarmgesichert.

Er fingierte Einbruchsspuren, um von sich abzulenken

Dann in einer Nacht sind die Tablets plötzlich verschwunden. Nachdem der Hausmeister der Schule am 28. Januar den Diebstahl der Geräte im Gesamtwert von fast 100.000 Euro bemerkt hatte, gingen die Ermittler zunächst von einem Einbruch aus. Darauf deuteten zumindest die Spuren hin.

Doch die Einbruchsspuren waren fingiert und offenbar absichtlich hinterlassen worden, um die Ermittler auf eine falsche Fährte zu führen.

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Leonardo D. soll als Mitarbeiter der Reinigungsfirma einen Generalschlüssel für alle Räume gehabt haben – und einen Transponder, damit die Alarmanlage nicht anschlägt.

Nach dem Diebstahl der Tablets soll der 26-Jährige nach Brandenburg/Havel umgezogen sein, offenbar eine Schutzmaßnahme. Er soll geglaubt haben, sich damit den Berliner Ermittlern entziehen zu können. Sie kamen ihm trotzdem auf die Spur.

Nach Tablet-Diebstahl an Berliner Schule : 26-jähriger Tatverdächtiger besaß mehrere Identitäten

Die Tablets wurden aus einer Schule in Gesundbrunnen gestohlen.Foto: Polizei Berlin

Per richterlichem Durchsuchungsbeschluss sind vier Wohnungen durchsucht worden. Drei, nahe beieinander liegenden Wohnungen waren es allein in Brandenburg/Havel, daneben eine Wohnung in Berlin. Alle vier Wohnungen werden anderen Männern aus Serbien zugerechnet. Gefunden wurden die gestohlenen Tablets nicht.

Aber Leonardo D. wurde in Brandenburg/Havel gefasst. „Kurz vor Beginn der Vollstreckung der Durchsuchungsbeschlüsse nahmen die Beamtinnen und Beamten den 26-jährigen Tatverdächtigen gegen 10 Uhr in der Carl-Ferdinand-Wiesike-Straße fest“, hieß es von der Polizei. Nun sitzt er in Untersuchungshaft.

Mehrere Prominente starteten nach dem Diebstahl eine Spendenaktion auf der Crowdfunding-Webseite “Betterplace”, um neue Geräte zu besorgen. Bis Donnerstagnachmittag kamen dort mehr als 15.500 Euro zusammen. Auch Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) kündigte raschen Ersatz an. 

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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