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Mindestens 114 Tote am Samstag : UN werfen Myanmars Militärjunta „Massenmord“ vor

Myanmars Militärjunta geht unerbittlich gegen Proteste vor. UN-Sonderberichterstatter Andrews fordert die Weltgemeinschaft zum Eingreifen auf.

Mindestens 114 Tote am Samstag : UN werfen Myanmars Militärjunta „Massenmord“ vor

Protest gegen Myanmars Militärjunta: Ein Demonstrant in YangonFoto: dpa/Theint Mon Soe/Sopa Images via ZUMA Wire

Der UN-Sonderberichterstatter für Myanmar, Tom Andrews, hat das Vorgehen der Militärjunta in dem Land als „Massenmord“ bezeichnet. Es sei an der Zeit für die Welt einzugreifen – wenn nicht durch den Sicherheitsrat, dann durch ein internationales Gipfeltreffen zu Myanmar, teilte Andrews mit. Man könne die Öl- und Gaszahlungen und damit die Finanzströme an das Militär in dem Land einstellen oder den Zugang des Militärs zu Waffen stoppen. Verurteilende oder besorgte Äußerungen seien wenig tröstlich für die Menschen in Myanmar, gegen die das Militär Massenmord verübe. Worte reichten nicht aus, es sei nun höchste Zeit für ein robustes und koordiniertes Handeln.

Am Samstag war es beim gewaltsamen Vorgehen des Militärregimes in Myanmar gegen die Straßenproteste zur bisher blutigsten Eskalation seit dem Putsch vor knapp zwei Monaten gekommen. Medienberichten und Augenzeugen zufolge schossen Sicherheitskräfte am Samstag erneut in mehreren Städten des Landes auf demonstrierende Regimegegner und töteten dabei mindestens 114 Menschen, darunter auch Kinder.

Allein in Mandalay im Zentrum des Landes seien mindestens 40 Personen ums Leben gekommen, darunter ein 13-jähriges Mädchen, berichtete das Nachrichtenportal Myanmar Now. In der Wirtschaftsmetropole Yangon seien mindestens 27 Menschen getötet worden. Dennoch hat die Opposition für Sonntag weitere Proteste angekündigt.

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Die USA zeigten sich ebenfalls „entsetzt“ über das Vorgehen der Junta. Die gewaltsame Niederschlagung von Protesten gegen die Militärherrscher am Samstag habe gezeigt, dass die Junta im Interesse einiger weniger „das Leben des Volkes opfern will“, erklärte am Samstag in Washington Außenminister Antony Blinken. „Das mutige Volk von Myanmar lehnt das Terrorregime der Militärs ab.“

Seit dem Militärputsch am 1. Februar sieht sich die Junta in Myanmar massiven Protesten gegenüber, gegen die sie äußerst brutal vorgeht. Mehr als 2600 Demonstranten wurden seit Beginn der Proteste festgenommen, insgesamt fast 420 Menschen wurden nach Angaben von örtlichen Menschenrechtsaktivisten getötet. Die Demonstranten fordern unter anderem die Freilassung der entmachteten De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi und eine Rückkehr zur Demokratie.

Westliche Länder haben das Vorgehen des Militärs in Myanmar scharf verurteilt. Doch das Militär hat weiterhin Unterstützer in Russland und China, Veto-Mächte im UN-Sicherheitsrat. Diplomatische Vertreter aus acht Ländern, Russland, China, Indien, Pakistan, Bangladesch, Vietnam, Laos und Thailand hatten am Samstag einer Militärparade in der Hauptstadt Naypyitaw beigewohnt.

Westliche Militärchefs verurteilen Gewalt

Auch Militärchefs von einer Reihe westlicher Staaten haben in einer gemeinsamen Erklärung die Gewalt gegen friedliche Demonstranten in Myanmar scharf verurteilt. Gleichzeitig forderten sie die Militärjunta in dem in der Nacht zum Sonntag veröffentlichten Schreiben auf, internationale Standards der militärischen Professionalität anzuwenden. „Ein professionelles Militär hält sich an internationale Verhaltensstandards und ist dafür verantwortlich, die Menschen, denen es dient, zu beschützen, und nicht, ihnen zu schaden.“

Die Militärchefs forderte die Streitkräfte Myanmars auf, die Gewaltanwendung einzustellen und daran zu arbeiten, „den Respekt und die Glaubwürdigkeit, die sie durch ihre Aktionen verloren haben, bei den Menschen in Myanmar wiederherzustellen“. Die Erklärung wurde von Mark Milley, dem Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs der USA, und seinen Kollegen aus Australien, Kanada, Deutschland, Griechenland, Italien, Japan, Dänemark, den Niederlanden, Neuseeland, Südkorea und Großbritannien unterzeichnet. (Reuters, dpa, AFP)

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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