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Macht unser Spandau endlich sicherer und sauberer!

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Das B.Z.-Wahl-Lokal machte am Donnerstag Halt im Nordwesten der Hauptstadt. Hier vor dem Rathaus diskutierten sechs Politiker mit B.Z.-Redakteur Johannes Malinowski über die Chancen und die Probleme des Bezirks.

Von Stefan Peter und Carlotta Vorbrüggen

Ein BVG-Bus reiht sich an den nächsten, Polizeiautos rasen mit Martinshorn vorbei, Menschen stürmen vom Bahnhof in die Altstadt. Willkommen im lebendigen Spandau!

Wie werden Spandaus Straßen sicherer? Sauberer? Sollte die U7 zügig verlängert werden? Und: Was tun gegen das Chaos in den Bürgerämtern? Viele Spandauer kamen und diskutierten lebhaft mit.

Macht unser Spandau endlich sicherer und sauberer!

B.Z.-Redakteur Johannes Malinowski (4.v.l) mit Bundestagskandidat Helmut Kleebank (56, SPD), Abgeordnetenhauskandidat Leonardo Eshraghi (48, FDP), Bürgermeisterkandidatin Carola Brückner (58, SPD), CDU-Spitzenkandidat Kai Wegner (48), Abgeordnetenhauskandidat Raed Saleh (44, SPD) und Bürgermeisterkandidat Oliver Gellert (44, Grüne) (Foto: Olaf Selchow)

Lesen Sie, wie Politiker aus Bezirksverordnetenversammlung, Abgeordnetenhaus und Bundestag sich die Zukunft Spandaus vorstellen:

Wie kann die Schmuddel-Unterführung am Bahnhof Spandau schöner werden?

Leonardo Eshraghi (FDP): „Das ist unser Herzens-Thema gewesen, fünf Jahre lang. Wenn wir schon keine Bäume darunter anpflanzen können, macht doch City Trees! Das sind Moos-Wände, die eigenständig arbeiten, die Schall und Feinstaub schlucken. Da muss was passieren!“

Oliver Gellert (Grüne): „Die Anträge sind okay. Tatsächlich müssen wir festhalten, dass der Bezirk nahezu keine Zuständigkeit hat, die Brücke gehört jemand anders. So einfach ist es in der Umsetzung nicht. Ob Moos-Wände jetzt die Rettung sind, wage ich zu bezweifeln. Wir können aber auf den ganzen Bezirk gucken und sehen, dass wir da große Fortschritte gemacht haben!“

Macht unser Spandau endlich sicherer und sauberer!

Renate Wisniewski (77), Rentnerin aus Spandau: „Ich lebe seit 75 Jahren hier und beobachte, dass die Stadt immer mehr vermüllt. Außerdem muss etwas gegen die Radfahrer unternommen werden, die durch den Wröhmännerpark rasen“ (Foto: Olaf Selchow)

Helmut Kleebank (SPD): „Die Bürger haben wirklich die Nase voll. Es muss sauberer werden! Dazu kann natürlich jeder einen Beitrag leisten.“

Kai Wegner (CDU): „Es gibt Dreck-Ecken in Spandau, wo wir Verwahrlosung haben. Die BSR braucht Geld. Und zwar nicht von den Bezirken, sondern vom Land Berlin. Wo Dreck ist, ist kurze Zeit später noch mehr Dreck. Ich will, dass die Leute sich wohl fühlen, sich erholen können in den Grünanlagen, dass Kinder dort spielen können. Das mit der Brücke ist echt zäh, das nervt mich auch wirklich. Aber ich glaube, wir sind kurz vor dem Durchbruch. Dass alles Entscheidende ist, mehr Licht, damit man mit einem guten Gefühl durchgehen kann.“

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Ramon Stempel (47), Salesmanager aus Spandau: „Spandau verdreckt immer mehr. Hier ist die Moral des Wegwerfens in Mülleimer abhandengekommen. Außerdem haben wir eine Rattenplage. Wenn ich den Politikern etwas zu sagen hätte, dann, dass Spandau mehr ist als nur der Rockzipfel Berlins“ (Foto: Olaf Selchow)

Wie schafft man es, dass Bürger nicht so lange auf einen Termin im Amt warten müssen?

Helmut Kleebank (SPD): „Es trifft mal diesen, mal jenen im Bezirk. Thema Standesämter – da haben wir eine große Spanne. Wir hatten Zeiten, da bekam man eine Geburtsurkunde innerhalb von 24 Stunden, wir hatten genau so Zeiten, da hat es etliche Wochen gedauert. Gerade bei kleinen Dienststellen kann ein kleiner Personalausfall unglaublichen Arbeitsstau verursachen.“

Leonardo Eshraghi (FDP): „Jetzt schieben das alle auf Corona. Aber Corona ist ja nur etwas, das die Sache nach vorne gespült hat.“

Oliver Gellert (Grüne): „Ich denke nicht, dass die Verwaltung schlecht ist – sondern die Verwaltungsverfahren. Wir müssen mehr Dinge hinbekommen, die digital geregelt werden können. Wir müssen aber auch die Anträge vereinfacht bekommen. Auch Akademiker sitzen davor und wissen nicht, was da drin stehen soll!“

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Hans Unger (76), Polizist im Ruhestand aus Spandau: „Die Bürgerämter müssen kundenfreundlicher werden. Für mich war es unmöglich, im Internet oder an der Hotline einen Termin zu vereinbaren, ich musste das per Brief machen. Außerdem sollten die alten Polizeireviere wieder eingeführt werden“ (Foto: Olaf Selchow)

Kai Wegner (CDU): „Corona ist an ganz vielem schuld, aber mit Sicherheit nicht an der Lage in den Bürgerämtern. Die Lage hatten wir ja schon vor Corona! Wir müssen die Digitalisierung vorantreiben, damit Termine frei werden.“

Raed Saleh (SPD): „Wir wollen viel mehr den digitalen Weg nutzen. Warum müssen wir denn ins Rathaus kommen, um eine Sache vorzulegen? Die Situation jetzt ist sehr unbefriedigend.“

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Das B.Z.-Wahl-Lokal machte vor dem Spandauer Rathaus Halt (Foto: Olaf Selchow)

Brauchen wir wieder mehr kleinere Polizeiwachen in den Kiezen?

Carola Brückner (SPD): „Wir brauchen vermehrt den Einsatz von Kontaktbereichsbeamten, aber auch in den Kiezen und großen Wohnanlagen mehr Personal, das ansprechbar ist. Wir brauchen Quartiers-Beauftragte und eine Reaktivierung des Personals auf den U- und S-Bahnhöfen! Das war ein großer Fehler, das einzustellen. Wer fühlt sich denn nicht nachts auf bestimmten Strecken bisschen unwohl?“

Kai Wegner (CDU): „Ich höre es häufig, dass gerade ältere Menschen, die in der Heerstraße-Nord leben, mit Einbruch der Dunkelheit nicht mehr das Haus verlassen. Weil sie Angst haben. Wir brauchen mehr Präsenz von der Polizei, wir brauchen wieder kleinere Wachen in den Kiezen. Ich würde mir wünschen, dass wir an Kriminalitäs-belasteten Orten endlich dazu kommen, Videotechnik einzusetzen.“

Macht unser Spandau endlich sicherer und sauberer!

Andreas Czellnic (57), Musikfachkaufmann aus Spandau: „Die Politiker sollen nicht nur reden, sondern Dinge umsetzen. Spandau muss sicherer werden. Zum Beispiel muss die Verwaltung schneller arbeiten. Als mir mein Portemonnaie gestohlen wurde, habe ich sieben Wochen auf einen Termin gewartet“ (Foto: Olaf Selchow)

Oliver Gellert (Grüne): „Mehr Kameras brauchen wir nicht, denn Kameras verhindern keine Straftaten. Damit kann ich Straftaten aufzeichnen und eventuell Täter finden. Eine Kamera gibt mir keine Sicherheit, wir brauchen mehr Personal auf der Straße.“

Raed Saleh (SPD): „Kameras verhindern keine Straftaten, aber sie verhindern Folgetaten. Sie verhindern, dass derselbe Täter drei-, viermal zuschlägt. Kameras haben sich bewährt. Wir haben den U-Bahn-Stoßer deshalb gefunden, weil aufgenommen worden ist!“

Macht unser Spandau endlich sicherer und sauberer!

Spannender Meinungsaustausch: Viele B.Z.-Leser kamen zu der Diskussionsrunde, hörten zu und stellten Fragen (Foto: Olaf Selchow)

Wie kann man die Anbindung mit der BVG verbessern?

Oliver Gellert (Grüne): „Wir sagen ganz klar, dass wir die Straßenbahn bevorzugen. Wenn die U-Bahn deutlich mehr Menschen erreicht und neue Gebiete erschließt, dann können wir uns das auch gut vorstellen. Wir haben nicht per se ein Problem mit der U7-Verlängerung.“

Leonardo Eshraghi (FDP): „Die U7 muss endlich verlängert werden. Wenn der Platz begrenzt ist, dann muss man entweder unter die Erde oder muss nach oben. Deshalb haben wir auch ein innovatives Konzept namens Seilbahn vorgeschlagen. Wenn La Paz in Bolivien das hinbekommt, warum soll Spandau das nicht schaffen?“

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Rosaline Ehrlich (23), Studentin aus Spandau: „Spandau muss dringend an der Verkehrssicherheit arbeiten. Im Verkehr sollte es Gleichberechtigung zwischen Autos, Radlern und Fußgänger geben. Außerdem sollte der Ausbau der S- und U-Bahn schneller vorangetrieben werden. Mobilität ist wichtig für alle Generationen“ (Foto: Olaf Selchow)

Helmut Kleebank (SPD): „Wir sind nicht grundsätzlich gegen Seilbahnen. Wir sehen nur Umweltbelange, technische Probleme, die sich nicht so einfach vom Tisch wischen lassen.“

Kai Wegner (CDU): „Spandau ist ein wachsender Bezirk und die Infrastruktur ist nicht mitgewachsen. Ich freue mich, dass die meisten Parteien eine neue Liebe zur U-Bahn entdeckt haben. In den letzten Jahren ist da ja nichts passiert.“

Raed Saleh (SPD): „Am Ende zahlt Berlin nicht alleine den U-Bahn-Ausbau nach Heerstraße-Nord, sondern auch vom Bund. Es würde auf alle Fälle dazu führen, dass Menschen ihr Auto stehen lassen und freiwillig umsteigen, nicht per Zwang.“

Am nächsten Donnerstag rollt das B.Z.-Wahl-Lokal nach Marzahn. Dienstag teilen wir Ihnen den genauen Standort mit.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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