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Macht Champagner anders betrunken als Sekt?

Macht Champagner anders betrunken als Sekt?

Viele Menschen begrüßen das neue Jahr mit einem Glas Sekt oder Champagner
Foto: picture alliance

„Trink lieber Champagner als Sekt, der steigt nicht so schnell in den Kopf.“ Solche Sätze hört man häufig, aber stimmt das wirklich?

Ja, sagt der Sport- und Gesundheitswissenschaftler Dr. Dr. Michael Despeghel.

Er erklärt: Sekt ist ein schäumendes Getränk von mindestens 3,5 bar Überdruck. Er wird immer aus Wein und durch eine zweite Gärung hergestellt. Sekt enthält in der Regel elf bis zwölf Prozent Alkohol. Bei Champagner muss der Überdruck bei 20 Grad mindestens drei bar und der Alkoholgehalt mindestens zehn Prozent betragen. Despeghel: „Aufgrund des höheren Alkoholgehaltes von Sekt gegenüber Champagner dürfte der Grad der Benommenheit bei Konsum von Sekt schneller erreicht sein.“

Mehr Zucker

Darüber hinaus, sagt der Experte, „enthält Sekt je nach Reifungsgrad und Geldbeutel mehr Zucker. Das macht das Getränk süffiger und man trinkt gern schneller und mehr als vom wesentlich teureren Champagner.“ Faustregel: Günstiger Sekt enthält mehr Zucker als teurer.

Kohlensäure wirkt

Generell machen blubbernde Getränke – also Champagner ebenso wie Sekt – schneller betrunken als „stille“ alkoholische Getränke. Das ergab eine Studie der britischen Universität Surrey. Dort bekamen einige Probanden frisch geöffneten Champagner zu trinken, bei anderen wurde vorher die Kohlensäure aus dem Edelgetränk herausgerührt.

Die Experten stellten fest, dass die Alkoholkonzentration im Blut der Probanden mit spritzigem Champagner höher war, obwohl beide Gruppen die gleiche Menge Champagner getrunken hatten. Nach fünf Minuten hatten sie 0,54 Promille im Blut, die anderen nur 0,39. Grund waren also offenbar die Kohlensäurebläschen, die die Aufnahme des Alkohols im Körper beschleunigten.

Die Kohlensäure regt die Durchblutung der Schleimhäute im Magen, der Mundhöhle und im Dünndarm an, und das bedeutet, dass mehr Alkohol aufgenommen werden kann und in den Blutkreislauf gelangt.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass Weißwein und Sekt mit demselben Alkoholgehalt trotzdem unterschiedlich wirken – der prickelnde Sekt macht schneller betrunken.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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