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Lage der Verbraucher : Uns geht es gut

Der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen hat zwei Jahre lang Verbraucher über ihren Alltag befragt und kommt zu einem für viele überraschenden Ergebnis.

Lage der Verbraucher : Uns geht es gut

Homeoffice: Das Arbeiten von zu Hause aus hat Vor- aber auch Nachteile.Foto: Getty Images

Nicht alle 83 Millionen Verbraucher und Verbraucherinnen in Deutschland werden die Analyse teilen, die der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen am Dienstag veröffentlicht hat: Glaubt man den Experten und Expertinnen, die das Bundesjustizministerium beraten, ist die Lage der Konsumenten hierzulande nämlich im großen und ganzen gut.

Zumindest scheinen das die Menschen selbst so zu sehen. Zwei Jahre lang haben die Wissenschaftler Bundesbürger befragt oder in Fokusgruppen diskutieren lassen. Es ging um Wohnen, Mobilität, Ernährung, nachhaltigen Konsum und Digitalisierung. Herausgekommen ist ein 430 Seiten starkes Gutachten. Fazit: Die Sachverständigen schätzen die Lage der Verbraucher im Allgemeinen „nicht als grundsätzlich besorgniserregend“ ein, heißt es in dem Papier.

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Tierwohl: Die Sachverständigen fordern ein staatliches verpflichtendes Siegel.Foto: dpa

Doch das heißt nicht, dass die Menschen ein sorgenfreies Leben führen. In 40 Punkten listen die Sachverständigen auf, was die Politik besser machen könnte und müsste. Statt des Dschungels von Labeln und Siegeln bei Lebensmitteln müsse die Lebensmittelkontrolle verbessert werden und ein verpflichtendes staatliches Tierwohlkennzeichen eingeführt werden.

Zu viele Informationen überfordern die Menschen

Die Sachverständigen warnen davor, die Verbraucher mit immer neuen Informationen zu überfordern. Einigen Herausforderungen könne man nur durch staatliche Maßnahmen begegnen, die über die Verbraucherpolitik hinausgehen. Das betreffe etwa die Bereiche Mobilität und Wohnen.

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Durchzug: Der alte Bahnhof im nordhessischen Naumburg ist stillgelegt.Foto: dpa

Für den Verkehr fordern die Experten konkret: Busse und Bahnen müssten zuverlässiger und häufiger fahren, stillgelegte Bahnhöfe sollten reaktiviert werden. Fahrradfahrer müssten besser geschützt werden.
Um den Mobilitätsdruck zu senken, mahnt der Vorsitzende des Sachverständigenrats, Peter Kenning, an, digitale Möglichkeiten stärker zu nutzen, etwa im Homeoffice. Millionen Menschen arbeiten bereits von zu Hause aus, die Pandemie, berichtet Kenning, habe nicht dazu geführt, dass die Verbraucher mit ihrer Wohnsituation unzufriedener seien als vor Corona. Sogar verbessert habe sich die Einstellung zur Technik: Die Bürger sehen die Digitalisierung jetzt „überwiegend positiv“, sagt der Ökonom.

Die digitale Kompetenz muss besser werden

Das ändert jedoch nichts daran, dass es vielen Menschen noch an digitaler Kompetenz fehlt. 45 Prozent der Teilnehmer der Fokusgruppe konnten gerade einmal die Hälfte der Fragen zur Digitalisierung beantworten, berichtet Louisa SpechtRiemenschneider, Vize-Vorsitzende des Sachverständigenrats.

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Geben und Nehmen: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht übernimmt das Gutachten von Peter Kenning, Vorsitzender des…Foto: imago images/Metodi Popow

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) lobte die Sachverständigen. Sie hätten „in den Alltag hineingehorcht“, sagte die Ministerin am Dienstag und kündigte an, die Vorschläge prüfen zu wollen. Einige konkrete Projekte hat Lambrecht bereits im Auge.

So soll das Projekt „Digital-Kompass Plus“, das die Digitalkompetenz der Älteren verbessern soll, auch auf auf Jüngere ausgedehnt werden. Der vom Ministerium geförderte „App-Checker“ soll künftig nicht nur die Datensicherheit überprüfen, sondern auch die Nachhaltigkeit der Apps – etwa mit Blick auf den Energiebedarf der im Hintergrund arbeitenden Rechenzentren.

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Die meisten Menschen sind mit ihrer Wohnsituation zufrieden, heißt es in dem Gutachten. Diese Demonstranten gehören nicht dazu.Foto: dpa

Mieter sollen geschützt werden

Rund ein Fünftel der Mieter klagt über zu hohe Wohnkosten, das hat die Untersuchung auch ergeben. Lambrecht verweist auf die verschärfte Mietpreisbremse, die Senkung der auf die Miete umlegbaren Kosten von Modernisierungen und die Reform des Mietspiegels, die derzeit im parlamentarischen Prozess ist. Zudem hofft die Ministerin darauf, dass auch die geplante Einschränkung der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen noch in dieser Legislaturperiode beschlossen wird.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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