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Konflikt im Nahen Osten : Netanjahu stimmt Israelis auf längeren Einsatz „mit großer Entschlossenheit“ ein

Der Konflikt in Gaza schaukelt sich weiter hoch. In Tel Aviv heulen erneut Sirenen. Israel greift gezielt Hamas-Symbole im Gazastreifen an. Der Newsblog.

Konflikt im Nahen Osten : Netanjahu stimmt Israelis auf längeren Einsatz „mit großer Entschlossenheit“ ein

Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel (am 9. Mai 2021)Foto: dpa/AP/Amit Shabi/Pool Yedioth Ahronoth

Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern schaukelt sich immer weiter hoch. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Bürger des Landes erneut auf einen längeren Einsatz im Gazastreifen eingestimmt. „Es wird einige Zeit dauern, aber mit großer Entschlossenheit, sowohl defensiv als auch offensiv, werden wir unser Ziel erreichen – die Ruhe im Staat Israel wiederherzustellen“, sagte er am Donnerstag. (Mehr dazu unten im Newsblog.)

Mehr zum Nahostkonflikt:

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Konflikt im Nahen Osten : Netanjahu stimmt Israelis auf längeren Einsatz „mit großer Entschlossenheit“ ein

Netanjahu: Einsatz in Gaza „wird einige Zeit dauern“

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Bürger des Landes erneut auf einen längeren Einsatz im Gazastreifen eingestimmt. „Es wird einige Zeit dauern, aber mit großer Entschlossenheit, sowohl defensiv als auch offensiv, werden wir unser Ziel erreichen – die Ruhe im Staat Israel wiederherzustellen“, sagte er am Donnerstag bei einem Besuch der Raketenabwehreinheit. Die Verteidigung durch das System „Iron Dome“ (Eisenkuppel) gebe Israel Raum für Angriffe, so Netanjahu. Demnach seien schon fast 1000 Ziele der militanten Palästinenser beschossen worden.

Präsident Reuven Rivlin verurteilte die Gewalt auf Israels Straßen. Sie sei „eine echte Bedrohung für die israelische Souveränität“. Die gemäßigte Mehrheit von Juden und Arabern müsse sich für Rechtsstaatlichkeit und eine gemeinsame Existenz einsetzen, forderte Rivlin. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Extremisten den Ton angeben.“

Die Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern war zuletzt auch auf arabische Ortschaften im israelischen Kernland übergeschwappt. In Akko im Norden des Landes wurde nach Angaben des israelischen Fernsehens ein jüdischer Einwohner von arabischen Demonstranten lebensgefährlich verletzt. In Bat Jam südlich von Tel Aviv griff Medienberichten zufolge eine jüdische Menge einen arabischen Einwohner brutal mit Knüppeln an. Auch arabische Geschäfte wurden attackiert.

Am Dienstag hatten arabische Einwohner der Stadt Lod eine Synagoge sowie Dutzende Autos in Brand gesetzt und Schaufenster eingeworfen. Bürgermeister Jair Revivo sprach von einem „Bürgerkrieg“. (dpa)

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Gaza-Konflikt schaukelt sich immer weiter hoch

Nach der Eskalation im Gaza-Konflikt zeichnet sich vorerst kaum Beruhigung ab. Militante Palästinenser im Gazastreifen setzten auch rund 70 Stunden nach Beginn der Raketenangriffe am Beschuss Israels fest. Im Großraum Tel Aviv, dem am dichtesten besiedelten Gebiet Israels, heulten die zweite Nacht in Folge Warnsirenen. Das israelische Militär setzte am Donnerstag seine massiven Angriffe auf das Küstengebiet fort. Einem Armeesprecher zufolge wurden in Israel bislang sieben Menschen durch Beschuss getötet. Im Gazastreifen starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums 83 Menschen seit der Eskalation der Gewalt.

Wie Armeesprecher Jonathan Conricus weiter mitteilte, wurden seit Montagabend mehr als 1600 Raketen auf Israel abgefeuert. Rund 400 davon seien noch in dem Küstengebiet niedergegangen. Nach Ansicht des Militär könnte dies Opfer zur Folge haben. Die Erfolgsquote des Abfangsystems Eisenkuppel („Iron Dome“) betrage weiterhin im Schnitt rund 90 Prozent. Zur Größe des Raketenarsenals der militanten Palästinenser äußerte er sich nicht. Sie hätten einen sehr großen Bestand gehabt. Noch immer verfügten sie über eine beträchtliche Menge. Conricus sagte weiter, das israelische Militär habe bislang rund 600 Ziele im Gazastreifen beschossen.

In der vergangenen Nacht und am frühen Morgen verstärkten israelische Kampfflugzeuge ihre Angriffe auf Einrichtungen der Hamas und der militanten Gruppe Islamischer Dschihad. Nach Armee-Angaben wurde erneut ein mehrgeschössiges Gebäude beschossen. Im Vergleich zu früheren israelischen Einsätzen waren die Zerstörungen der vergangenen Tage im Gazastreifen sehr groß.

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern ist zuletzt wieder aufgeflammt. Er spitzte sich im muslimischen Fastenmonat Ramadan und nach der Absage der Parlamentswahl in den Palästinensergebieten immer weiter zu. Als Auslöser gelten etwa Polizei-Absperrungen in der Jerusalemer Altstadt, die viele junge Palästinenser als Demütigung empfanden. Hinzu kamen drohende Zwangsräumungen von Familien und daraus resultierende Auseinandersetzungen von Palästinensern und israelischen Siedlern im Jerusalemer Viertel Scheich Dscharrah sowie heftige Zusammenstöße auf dem Tempelberg (Al-Haram al-Scharif). Die Anlage mit Felsendom und Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. Der Konflikt greift zunehmend auch auf Orte im israelischen Kernland über – mit Gewalttaten von Arabern gegen Juden und unmgekehrt.

Der Status Jerusalems ist seit langem eine der zentralen Streitfragen im Nahost-Konflikt. Israel beansprucht Jerusalem als „ewige und unteilbare Hauptstadt“ für sich. Die Palästinenser halten am Anspruch auf Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines unabhängigen Staates fest.

Die im Gazastreifen herrschende, islamistische Hamas hat sich zum Verteidiger Jerusalems erklärt. Von Israel verlangte sie zu Wochenbeginn per Ultimatum unter anderem, dass alle israelischen Polizisten und Siedler den Tempelberg und Scheich Dscharrah verlassen – Israel folgte dem nicht. Die Hamas hat ihren Raketenbeschuss unter das Motto „Schwert von Jerusalem“ gestellt. Israel nennt seinen Einsatz „Wächter der Mauern“. (dpa)

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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