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Kolumne „Meine Paralympics” : Erinnerungen an andere, euphorische Zeiten

Doping im Behindertenleistungssport ist nach wie vor ein Thema. Der Internationale Sportgerichtshof hat jedoch Maßnahmen getroffen, die optimistisch stimmen.

Kolumne „Meine Paralympics" : Erinnerungen an andere, euphorische Zeiten

Bei den Paralympischen Spiele in Sotschi 2014 traf unsere Kolumnistin den damaligen Paralympics- Chef Wladimir Lukin persönlich.Foto: imago images

Annette Kögel ist Mitbegründerin der Paralympics Zeitung des Tagesspiegels und schreibt hier jeden ersten Mittwoch im Monat.

Steigende Inzidenzen, ausfallende Wettbewerbe, auf Corona-Impfungen wartende Athleten – das sind Nachrichten, um die man in diesen Zeiten nicht herum kommt. Es gibt aber auch andere, die einen insgesamt optimistischer stimmen – was das Thema Sport und Gerechtigkeit angeht: Wegen Sanktionen des Internationalen Sportgerichtshofs Cas lässt der Präsident des russischen Paralympischen Komitees jetzt sein Amt ruhen. Der 83 Jahre alte Wladimir Lukin gebe seinen Posten vorübergehend auf, meldete die Staatsagentur Tass unter Berufung auf das Komitee.

Laut dem Cas-Urteil vom vergangenen Dezember sei es russischen Beamten sowie Parlamentariern zwei Jahre lang untersagt, Führungspositionen in internationalen Sportorganisationen zu bekleiden, meldet auch die Nachrichtenagentur dpa. Lukin, der auch Mitglied des Föderationsrates, dem Oberhaus des russischen Parlaments ist, ist von diesem Verbot betroffen; Präsident des Paralympischen Komitees war Lukin seit 1997. Auch drei Vizepräsidenten des Komitees lassen ihre Tätigkeiten ruhen.

Da werden bei mir Erinnerungen wach an die Paralympischen Spiele in Sotschi 2014, als ich ziemlich aufgeregt war, den von Wladimir Putin bestellten ehemaligen Menschenrechtsbeauftragten und damaligen Paralympics- Chef Wladimir Lukin persönlich zu treffen. Beim Empfang der Deutschen Botschaft damals im Moskauer Hotel „Baltschug Kempsinki“ zu Ehren des Tagesspiegel-Projektes „Paralympics Zeitung“ erzählte Lukin davon, wie sehr ihn die paralympischen Sportlerinnen und Sportler faszinieren.

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Das waren noch andere, euphorische Zeiten, als ich Wladimir Putin selbst als Zuschauer leider bei einem Biathlon-Wettbewerb knapp verpasste und mich darüber ärgerte. Aber ich konnte nicht mehr länger auf den Ehrengast-Zuschauer im Stadion warten, der Redaktionsschluss bei Tagesspiegel in Deutschland nahte, und ich musste unbedingt einen Artikel nach Berlin senden. Auch damals war schon Doping im Behindertenleistungssport ein großes Thema.

Möglich ist die Teilnahme unbelasteter Athleten

Nun dürfen als Strafe für die Manipulation und Fälschung von Doping-Daten in einem Moskauer Labor außerdem russische Sportler zwei Jahre lang nicht unter Flagge und Hymne ihres Landes an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teilnehmen. Möglich ist allerdings eine Teilnahme unbelasteter Athleten mit neutralem Status, so etwas gab es auch schon mal. Zudem wurde Russlands Anti-Doping-Agentur Rusada suspendiert.

Da tröstet, was Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung DGUV, Mitherausgeber der Paralympics Zeitung (PZ), damals bei dem PZ-Empfang in Moskau sagte und was mir auch noch in den Ohren klingt. „Es gab vor zehn Jahren keine schönere Idee als die ,Paralympics Zeitung‘“ und „wir sind bei unserer Zusammenarbeit mit dem Tagesspiegel noch längst nicht am Ende angekommen“. Er hielt Wort. Auch in diesem Jahr werden wir, diesmal wegen der Pandemie, in Berlin eine PZ erstellen zum Thema Inklusion, ob die Spiele in Coronazeiten stattfinden oder nicht. Und ist und bleibt Doping ein Thema.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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