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Kalayci: Impfstoff-Lieferung für Berlin fällt in der ersten Januar-Woche “ersatzlos” aus


Kalayci: Impfstoff-Lieferung für Berlin fällt in der ersten Januar-Woche "ersatzlos" aus

29.250 Dosen des Corona-Impfstoffs wöchentlich ab Januar: Das hat der Bund Berlin versprochen. Jetzt ist klar: Die Lieferung der ersten Woche wird ersatzlos ausfallen. Gesundheitssenatorin Kalayci: "Das ärgert mich maßlos."

Für Berlin wird es in der ersten Woche des neuen Jahres 2021 keinen weiteren Impfstoff gegen Corona geben. Das sagte die Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Mittwoch: "Wir haben jetzt vom Bundgesundheitsministerium die Nachricht bekommen, dass die Lieferung in der ersten Kalenderwoche ersatzlos ausfällt."

Erst ab dem 11. Januar solle es weitergehen. "Das bringt uns jetzt in sehr große Schwierigkeiten, da wir aufbauend auf diese Zusagen unsere Planungen gemacht haben", ergänzte die Senatorin. Berlin hätte ab dem 4. Januar 29.250 weitere Impfdosen erhalten sollen. "Die hätten wir gebraucht, um mit den über 80-Jährigen anfangen zu können. Das können wir jetzt natürlich nicht." Deshalb würden ab Mittwoch nun zunächst Menschen über 90 Jahren per Brief zu den Impfungen eingeladen.

Brandenburg ebenfalls betroffen

"Ich habe die Bitte an den Bund, die Lieferung etwas stabiler und zügiger zu organisieren. Wir können hier nicht alles vorbereiten und dann so eine Bremse bekommen", sagte Kalayci. Das sei mehr als unglücklich gelaufen. "Ich bin sauer. Die Knappheit des Impfstoffs bleibt ein Problem für den Impfstart in Deutschland." Bis zum Mittwoch sind in Berlin 6.296 Menschen geimpft worden, wie die Senatsverwaltung mitteilte.

Auch Brandenburg bekommt in der ersten Januar-Woche keine Impfstoff-Lieferung. Das sagte die Landesgesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.

Nonnemacher sprach von bundesweiten Lieferschwierigkeiten beim Corona-Impfstoff. "Es betrifft alle Bundesländer gleichermaßen", sagte sie. "19.500 Dosen sind ab dem 11. Januar dann für Brandenburg wöchentlich anvisiert."

"Enttäuscht über die geringen Mengen"

Der Impfstoff wird zentral von der Bundesregierung geordert und vom Bundesgesundheitsministerium nach einem Verteilungsschlüssel an die Bundesländer ausgegeben. Die Länder kümmern sich um die Verteilung des Impfstoffs vor Ort, beispielsweise durch den Betrieb der insgesamt 450 Impfzentren und die Einsätze mobiler Impfteams. Mehr zur Logistik der Verteilung lesen Sie hier [tagesschau.de].

Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bezeichnete den Impfstart am Mittwochmorgen noch als "gelungen. Die größte Impfkampagne unserer Geschichte ist erfolgreich angelaufen."

Die Berliner Senatorin dagegen hatte am Morgen im rbb-Inforadio gesagt: "Wir sind alle enttäuscht über die geringen Mengen Impfstoff." Die Senatorin bezog sich dabei noch auf die zunächst 58.500 Impfdosen, die Berlin vor dem Jahreswechsel erhält. Das reiche gerade mal für die Bewohnerinnen und Bewohner in den Pflegeheimen, die seit Sonntag von mobilen Impfteams versorgt werden. Es werde auch bereits medizinisches Personal in Krankenhäusern geimpft, die mit Corona-Patienten zu tun haben.

Pflegekräfte könnten sich von mobilen Impfteams in den Heimen impfen lassen, betonte Kalayci noch einmal. Sie müssten nicht darauf warten, dass Berlins bislang einziges Impfzentrum in der Arena am 4. Januar wieder öffne.

"Wir brauchen den Impfstoff jetzt"

Im neuen Jahr sollten pro Kalenderwoche weitere 29.250 Impfdosen in Berlin ankommen. Zunächst hatte sich Kalayci ihren Worten zufolge bereits "maßlos geärgert", dass für die Lieferung in der ersten Woche 2021 noch nicht klar gewesen sei, ob diese am Montag, den 4. Januar, oder erst am Sonntag, den 10. Januar, angeliefert würden. Zu dem Zeitpunkt wusste sie noch nicht, dass es sogar erst der 11. Januar werden würde.

"Es sind bundesweit sehr hohe Verträge mit dem Impfstoff-Produzenten abgeschlossen", betonte die Senatorin, "an der Gesamtmenge wird es also nicht liegen. Es ist vor allem ein Zeitfaktor." Die Unsicherheit bei den Lieferterminen mache die Impf-Terminvergabe extrem schwierig. "Wir brauchen ihn jetzt", sagte Kalayci.

Auch aufgrund des fehlenden Impfstoffs war am Dienstag das Impfzentrum in der Arena-Halle in Treptow nur zwei Tage nach seiner Öffnung wieder geschlossen worden. Wann die anderen fünf bereit stehenden Impfzentren an den Start gehen, sei allerdings noch offen. Das hänge davon ab, wann genug Impfstoff da ist, sagte die Senatorin. Der Bundesgesundheitsminister habe aber in Aussicht gestellt, dass Anfang des Jahres weitere Impfstoffe zugelassen werden könnten. Als Nächstes zu erwarten ist eine Zulassung des Impfstoffs vom Hersteller Moderna, der in den USA bereits eingesetzt wird.

Seit Sonntag wird geimpft

Die Impfungen in Berlin hatten am Sonntag begonnen. Mobile Impfteams waren in Senioren- und Pflegeheimen unterwegs. In der Arena in Treptow, dem mit 80 Impfkabinen größten Impfzentrum der Stadt, wurden zunächst Mitarbeiter von Pflegeheimen geimpft. Am ersten Tag waren es dort 155, am Montag 389, am Dienstag 510.

Bis zum Jahresende sollen rund 1.750 Menschen in dem Zentrum geimpft worden sein. Das sind etwas weniger als geplant, sagte die Sprecherin des Impfzentrums, Regina Kneiding, am Mittwoch dem rbb. Sie betonte, auch wenn Termine zum Teil nicht wahrgenommen wurden, sei der Impfstoff genutzt worden. Damit seien Mitarbeitende der anderen Impfzentren geimpft worden. So solle auch in Zukunft verfahren werden, sagte Kneiding. Die Termine in einem der Impfzentren müssen alle vorab online gebucht werden.

Eine Quelle: www.rbb24.de

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