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In Kreuzberg und Mitte ist es für Radler am gefährlichsten

In Kreuzberg und Mitte ist es für Radler am gefährlichsten

Radfahrer leben gefährlich auf Berlins Straßen. Bei diesem Unfall Ende Mai in Friedrichshain die Radfahrerin ums Leben
Foto: Timo Beurich

Die Zahlen steigen: 7908 Unfälle mit getöteten, schwer- und leichtverletzten Radlern gab‘s im vergangenen Jahr. Mehr als 2019 und 2017 und nur 114 weniger als 2018 – alles Regierungsjahre mit grün-geführter Verkehrsverwaltung.

In sieben Bezirken häufen sich viele Unfälle auf bestimmten Straßenzügen. Die B.Z. zeigt die Analyse der Polizei auf (s. Tabelle). Besonders betroffen: die Bezirke Mitte und Kreuzberg – dort Blücherstraße / Mehringdamm / Obentrautstraße mit 15 Verletzten innerhalb eines Jahres.

„Nach drei Jahren Mobilitätsgesetz bleibt Fahrradfahren in Berlin leider hoch gefährlich“, sagt SPD-Rechtsexperte Sven Kohlmeier (44), der die Zahlen beim Senat erfragt hatte. „Und trotz Durchhalteparolen der grüne Verkehrssenatorin gibt es kaum mehr Radsicherheit.“

Hier gab es die meisten Unfälle im Jahr 2020

In Kreuzberg und Mitte ist es für Radler am gefährlichsten

* in den fehlenden Bezirken gibt es keine Häufung (Foto: B.Z.)

Dabei haben sich die Voraussetzungen zum Handeln verbessert:

► Der Etat hat sich auf 31 Millionen Euro (2020) versechsfacht.

► Das Personal in der Senatsverwaltung wurde von sechs auf 21 Stellen aufgestockt.

► Im vergangenen Jahr wurden 53,5 Kilometer neuer Radwege fertig, derzeit befinden sich 30,6 Kilometer in Bau (siehe rechts).

► Hinzu kamen noch 6450 neue Abstellbügel zum Anschließen der Räder.

Aber der große Wurf („Radverkehrsplan“) für die nächsten Jahre steht noch aus – ein 2400-Kilometer-Netz. Per Gesetz sollen geregelt werden: 850 Kilometer extra breite Radwege (2,50 Meter) und 1500 Kilometer Ergänzungsnetz (2 bis 2,30 Meter breit).

Zu diesem Netz kommen noch 550 Kilometer Zwei-Meter-Radwege an weiteren Hauptstraßen und mindestens 140 Kilometer Schnellverbindungen (3 Meter breit). Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne): „Wir haben das Ziel der Fahrradhauptstadt eindrucksvoll definiert. Unser Ziel ist, dass Fahrradfahren in Berlin zur komfortablen Selbstverständlichkeit wird.“

Hier werden gerade Berlins neue Radwege gebaut

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Die Realität ist davon noch weit entfernt: Bis April gab‘s in diesem Jahr schon wieder 1377 getötete und verletzte Radfahrer.

Seit drei Jahren werden Radwege mit grüner Kaltplastik oder Epoxidharz belegt, damit sie mehr hervorstechen. Knapp 30 Kilometer wurden inzwischen für vier Millionen Euro markiert. Weitere Strecken sind in Arbeit: in Pankow die Grellstraße/Storkower Straße, in Kreuzberg der Mehringdamm (West), in Charlottenburg die Opernroute.

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Hier sollen neue Radwege entstehen (Foto: B.Z.)

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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