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In Berlin leben wir alle unter einem Dach

In Berlin leben wir alle unter einem Dach

Michael Grunst (50, Die Linke), Bürgermeister von Lichtenberg
Foto: picture alliance / Bernd von Jut

Jeden Mittwoch bestimmt ein anderes Bezirksoberhaupt bei der B.Z.-Bürgermeisterschaft ein Thema. Dieses Mal ist Michael Grunst (50, Linke), Bürgermeister von Lichtenberg, an der Reihe. Wie soll Berlin beim nächsten Kälteeinbruch mit Obdachlosen umgehen?

Mit jedem Kälteeinbruch schaut Berlin besorgt auf obdachlose Menschen. In eiskalten Nächten mischt sich Mitgefühl mit der Sorge um das Leben der Menschen. Aus Mitgefühl erwächst Solidarität. Tee wird verteilt, Schlafsäcke und warme Anziehsachen werden gespendet. Ich finde Solidarität großartig.

Der nächste Winter kommt bestimmt. Deshalb braucht es mehr. Bezirke und Senat müssen sich auf eine stabile Allianz zur Bewältigung von Obdachlosigkeit verständigen. Die Sozialsenatorin Elke Breitenbach bringt es auf den Punkt, wenn sie dies als vorranginge Herausforderung der nächsten Jahre beschreibt.

Die Schwächsten der Gesellschaft

Das Ziel, die Obdachlosigkeit in Berlin bis 2030 abzuschaffen, ist ambitioniert, aber entscheidend. Denn die bisherige Hauptstadt der Obdachlosigkeit muss sich daran messen lassen, welche Perspektiven sie den Schwächsten der Gesellschaft ermöglicht.

Das Recht auf angemessenen Wohnraum steht in der Berliner Verfassung. Der Weg zum Ziel ist mehrfach beschrieben worden: Es braucht günstige Mieten, mehr bezahlbaren Wohnraum und Hilfsangebote auf Augenhöhe. Es braucht den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft und städtische Freiräume statt der Privatisierung öffentlicher Flächen.

Suche nach unkonventionellen Lösungen

Lichtenberg ist mit vielen Partner:innen auf der Suche nach unkonventionellen Lösungen. Wir diskutieren über geschützte Angebote für Menschen, die auf der Straße leben. Das sind auch selbstverwaltete „Safe Places“ für Menschen ohne Obdach, in denen Projekte gemeinsam mit der Nachbarschaft realisiert werden – begleitet von Sozialarbeiter:innen.

Sich für Menschen auf der Straße einzusetzen, ist eine Frage der Haltung. Lichtenberg schließt sich der Allianz der Sozialsenatorin an. Denn wir leben in Berlin alle unter einem Dach.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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