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Impfungen für Teenager : Forderungen aus CDU, SPD und FDP mehren sich

Bundestagspräsident Schäuble will vermehrte Impfungen von 12- bis 17-Jährigen. Doch CDU-Chef Laschet pocht auf die Unabhängigkeit der Ständigen Impfkommission.

Impfungen für Teenager : Forderungen aus CDU, SPD und FDP mehren sich

Nach den Ferien. So verlief im vergangenen August der erste Schultag am Berliner Rheingau-Gymnasium.Foto: Kay Nietfeld/picture alliance/dpa

Vor dem Beginn des neuen Schuljahres wächst der Druck der Politik auf die Ständige Impfkommission (Stiko), generell Corona-Impfungen für 12- bis 17-Jährigen zu empfehlen und so eine drohende Rückkehr zum Distanzunterricht zu verhindern. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) forderte, Jüngere zu impfen, „wenn sie es wollen“. Schäuble sagte der „Bild am Sonntag“ weiter: „Wenn wir es durch Impfungen der 12- bis 17-Jährigen schaffen, dass wir Einschränkungen im Schulbetrieb vermeiden, dann ist das ein gewichtiges Argument.“

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Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet stellte sich im ARD-Sommerinterview gegen Schäuble. „Ich folge der Ständigen Impfkommission, das sind Experten, die die Risiken abwägen“, sagte Laschet. Man solle jetzt keinen Druck auf die Stiko ausüben, sondern ihrer Expertise vertrauen. Die Stiko empfiehlt derzeit, nur Jugendliche mit Vorerkrankungen zu impfen. Zur Begründung verwies das Gremium auf das vergleichsweise geringere Risiko einer schweren Covid-Erkrankung  in dieser Altersgruppe.

Saarlands Ministerpräsident Hans erwartet Reaktion der Stiko

Dagegen sagte Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) der „Funke“-Mediengruppe, er halte es angesichts der zunehmenden Verbreitung der ansteckendere Delta-Variante unter Kindern und Jugendlichen für selbstverständlich, wenn die Stiko-Empfehlungen fortwährend überprüft und gegebenenfalls angepasst würden.

SPD-Chefin Saskia Esken verlangte, dass die „Gesundheit ebenso wie die Bildungs- und Entwicklungschancen der jungen Generation“ jetzt im Vordergrund stehen müssten. Durch den fehlenden Impfschutz seien die Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen doppelt so hoch wie in der Altersgruppe der über 50-Jährigen, sagte sie.

FDP fordert Angebote durch mobile Impfteams

Auch aus der Opposition mehren sich die Forderungen nach einem verstärkten Impfschutz für Kinder und Jugendliche. FDP-Generalsekretär Volker Wissing sagte dem Tagesspiegel, die Impfung sei ein „sehr wichtiger Schritt“, damit im Herbst Präsenzunterricht garantiert werden könne. „Sobald die Stiko Impfungen für 12- bis 17-Jährige empfiehlt, muss es schnell Angebote durch mobile Impfteams geben.“

Die Grünen halten sich hingegen mit Forderungen nach flächendeckenden Impfungen für Teenager zurück. Die Stiko sei unabhängig, „damit gerade kein politischer Druck auf Empfehlungen ausgeübt wird“, sagte die Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche dem Tagesspiegel. „Wir sollten uns jetzt darauf konzentrieren, dass alle empfohlenen Bevölkerungsgruppen einen sehr einfachen Zugang zur Impfung bekommen.“

Die Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt forderte zudem einen Kita- und Schulgipfel, um vorbereitet ins neue Schuljahr zu gehen. „Wir laufen mit Ansage in einen zweiten Corona- Herbst, und wieder unternimmt die Bundesregierung viel zu wenig, um Kitas und Schulen zu sichern“, sagte sie der „Funke“-Mediengruppe.

OECD: Viele Jugendliche sind durchs Raster gefallen

Der Bildungsdirektor der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Andreas Schleicher, warnte im MDR vor erneuten Schulschließungen: „Eine große Zahl junger Menschen ist völlig durchs Raster gefallen. Denen hat die Krise sehr schwer zugesetzt.“  Er kritisierte, dass hierzulande keine ausreichenden technischen Voraussetzungen für das Homeschooling vorhanden seien. So liege Deutschland etwa bei der Ausstattung mit interaktiven Lernplattformen im OECD-Vergleich im letzten Drittel.

Nach Ansicht von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier muss die Politik alles daran setzen, im kommenden Schuljahr Präsenzunterricht zu ermöglichen. „Was mir sehr wichtig ist: Dass wir jetzt alles tun, alles tun, was an Vorbereitung möglich ist, um nach den Sommerferien wirklich einen Präsenzunterricht an jeder Schule, für jede Schülerin und Schüler möglich zu machen“, sagte Steinmeier am Sonntag im hessischen Völkershausen.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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