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Hertha vor dem Spiel in Gladbach : „Verlieren verboten“ heißt es für Trainer Tayfun Korkut

Ein Mannschaftsabend im Vorfeld und eine stabilere Defensive im Spiel sollen Hertha BSC die Wende im Abstiegskampf bringen.

Hertha vor dem Spiel in Gladbach : „Verlieren verboten“ heißt es für Trainer Tayfun Korkut

Herthas Trainer Tayfun Korkut braucht in Gladbach Zählbares.Foto: IMAGO/Metodi Popow

Am Mittwoch hatte sich das Team von Hertha BSC in einem Charlottenburger Restaurant getroffen und einen Mannschaftsabend veranstaltet. Ohne Trainer, ohne Betreuer, ohne Funktionäre. Dies war – auch coronabedingt – das erste Treffen seit einem halben Jahr. „Es ist immer gut, wenn sich eine Gruppe zusammenfindet“, sagte Trainer Tayfun Korkut. Sportgeschäftsführer Fredi Bobic war ebenfalls angetan. Die Spieler sollten dann nur „nicht über den Platz wackeln am nächsten Tag“.

Das ist am Donnerstagvormittag nicht passiert. „Sie haben sich schön auf die Füße gehauen gegenseitig“, sagte Bobic: „Vielleicht war der Mannschaftsabend also fruchtbar.“ Das wäre für Hertha äußerst hilfreich. Schließlich hatte Bobic zuletzt deutlich festgestellt, dass die Mannschaft keine sei. Den Gegenbeweis müssen die Profis am Samstagabend bei Borussia Mönchengladbach antreten (18.30 Uhr, live bei Sky).

Am vorigen Wochenende hatte Hertha die Chance auf die dringend erforderliche Wende im Abstiegskampf beim 1:4 gegen Eintracht Frankfurt fahrlässig weggeworfen. Nun wartet mit Gladbach ein Gegner, der wie Hertha in einer tiefen Krise steckt. Allerdings war auch Frankfurt mit einigen Rückschlägen im Gepäck angereist.

Jetzt gilt mehr denn je „verlieren verboten“, wie Korkut sagt. Auch für ihn mit Blick auf seine Zukunft beim Fußball-Bundesligisten gelten. Nachdem nicht wenige vor allem aufgrund der Art und Weise der Pleite gegen Frankfurt schon mit der Entlassung des Trainers gerechnet hatten, forderte Bobic stattdessen, dass nun gepunktet werden muss.

Mit Blick auf die Tabelle sollten es sogar drei Punkte werden. Denn wenn der VfB Stuttgart beim 1. FC Union mindestens ein Unentschieden erreicht, startet Hertha in Gladbach von Platz 17 aus. Eine ähnliche Situation gab es in der Vorsaison ebenfalls am 26. Spieltag. Hertha war wenige Minuten vor dem Anpfiff des Heimspiels gegen Bayer Leverkusen im virtuellen Klassement auf Rang 17 gerutscht – und fertigte Bayer 3:0 ab.

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Danach gab es eine lange Serie ohne Niederlage und am Ende mit Trainer Pal Dardai den Klassenerhalt. Doch der Eindruck, dass eine Siegesserie bevorsteht, drängt sich derzeit wahrlich nicht auf.

Dardai hatte stets zuerst auf die funktionierende Defensive geachtet und in seiner ersten Amtszeit vor einem Spiel beim FC Bayern im Scherz gesagt, er habe mit dem Busfahrer abgesprochen, dass dieser das Gefährt vor das Tor steuern soll.

Der Bus bleibt bei Hertha BSC draußen

Dardais Nachfolger Korkut ist Anhänger einer offensiveren Spielweise. Nachdem dies jüngst vor allem Gegentore einbrachte, forderte Bobic mit Blick auf die Abwehrschwäche: „Du musst schauen, dass du den Laden schließt.“ Allerdings: „Wir werden keinen Bus aufstellen“, kündigt Korkut an: „Wir wollen defensiv besser stehen, aber noch genug offensive Spieler haben, um unser Tor zu machen.“

Die Gelegenheit, Tore zu erzielen, scheint günstig. Gladbach hat die zweitschlechteste Defensive der Rückrunde. Allerdings verrät die Statistik auch folgendes: Den schwächsten Wert bei eigenen und auch bei kassierten Toren weist Hertha auf. Offen sind vorn und hinten noch Personalfragen: Stevan Jovetic und Dedryck Boyata trainierten wegen muskulärer Probleme am Donnerstag nicht mit der Mannschaft. Wieder zur Verfügung nach seiner Coronainfektion steht Torwart Alexander Schwolow.

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Wie so oft zuletzt war in dieser Woche um Hertha herum mal wieder jede Menge los. Sportdirektor Arne Friedrich verabschiedete sich vorzeitig, die Brandrede von Trainer Korkut entwickelte sich sehr schnell zu einem Hit im Internet. Und es gab ein neues Kapitel beim inzwischen immer öfter öffentlich ausgetragenen Zwist zwischen Investor Lars Windhorst und dem Verein.

Diesmal ging es um eine Dokumentation, die Windhorsts Tennor-Gruppe finanzieren wollte, dann aber laut „Sportbild“ stoppen ließ. „Man wünscht sich in solchen Zeiten, dass der Zusammenhalt noch größer wird“, kommentierte Bobic genervt die neuerlichen Nebengeräusche.

Aktuell vergeht kein Tag, in dem Hertha nicht in den Schlagzeilen steht. Am Donnerstag vermeldete der „Kicker“, dass der Klub – trotz der üppigen Finanzausstattung durch Windhorst – Coronahilfen vom Bund in Höhe von sieben Millionen Euro erhalten hat. Das geht aus einem Finanzbericht hervor. „Entgegen unser aller Hoffnung hält uns die Pandemie immer noch in Atem und hat große wirtschaftliche Auswirkungen vor allem im Bereich der Zuschauereinnahmen“, begründete Finanzgeschäftsführer Ingo Schiller. So konnte Hertha unter anderem das DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Union sowie die Bundesliga-Heimspiele gegen Borussia Dortmund und Bayern München vor höchstens 5000 Zuschauern austragen.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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