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Gedenkgottesdienst für getötete Heimbewohner aus Potsdam

Gedenkgottesdienst für getötete Heimbewohner aus Potsdam

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, spricht während eines Gedenkgottesdienstes in der Nikolaikirche für die getöteten Bewohner des Oberlinhauses. Neben ihm stehen vier weiße Rollstühle
Foto: Soeren Stache/dpa

Die Bluttat in einem Potsdamer Wohnheim für Behinderte am Mittwoch vergangener Woche schockierte ganz Deutschland! Vier Bewohner (31, 35, 42, 56), zwei Männer und zwei Frauen, wurden getötet, eine Bewohnerin (43) schwer verletzt. In einem bewegenden Gottesdienst hat Potsdam der vier toten Opfer der Gewalttat gedacht.

Vier weiße Rollstühle standen am Donnerstag auf der Empore vor dem Altar der Nikolaikirche mitten in der Stadt. Einige Besucher der Gedenkfeier der Stadt und der diakonischen Einrichtung, zu der das Wohnheim gehört, hatten Tränen in den Augen.

Unter den Teilnehmern waren neben Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke auch Oberbürgermeister Mike Schubert (beide SPD), der Bundesbehindertenbeauftragte Jürgen Dusel und der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein.

Gedenkgottesdienst für getötete Heimbewohner aus Potsdam

Vier weiße Rollstühle stehen während des Gedenkgottesdienstes für die getöteten Bewohner des Oberlinhauses im Altarbereich der Nikolaikirche (Foto: Soeren Stache/dpa)

„Was geschehen ist, macht uns bestürzt und ratlos. Seitdem ist nichts mehr wie es war“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Donnerstag bei dem Gedenkgottesdienst. „Wir sind zutiefst erschüttert, weil es die Schwächsten waren, die besonders Hilfsbedürftigen, Menschen, die unsere Hilfe brauchen, die hier zu Opfern geworden sind.“

Hilfe funktioniere nur mit Vertrauen, sagte Woidke. „Dieses Vertrauen ineinander ist am 28. April auf fürchterliche Weise missbraucht und enttäuscht worden. (…) Und doch glaube ich auch weiter an die Kraft des Vertrauens, ich glaube daran, dass wir einander vertrauen können.“

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) wandte sich mit seiner Anteilnahme an die Angehörigen der Opfer, aber auch an die Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung: „Machen wir deutlich, dass wir alle beieinanderstehen, dass Potsdam in diesen schweren Stunden zusammensteht und zusammenhält“, sagte Schubert.

► Der Theologische Vorstand des Oberlinhauses hatte bei aller Trauer auch von einem Zeichen der Hoffnung berichtet. Die bei der Gewalttat schwer verletzte Bewohnerin sei am Mittwoch aus dem Krankenhaus entlassen worden und ins Oberlinhaus zurückgekehrt, sagte Fichtmüller. Die 43-Jährige sei zurückgekehrt in ihr Daheim und in ihre Familie. „Das Thusnelda-von-Saldern-Haus ist ihre Heimat und das Oberlinhaus ist ihr zuhause – trotz allem, was sie erlebt hat.“

Zu dem Gottesdienst hatten die Stadt und die diakonische Einrichtung Oberlinhaus neben Angehörigen der Opfer und Bewohnern des Heims auch Potsdamer Bürger nach Anmeldung eingeladen. Insgesamt hatten unter Corona-Bedingungen nur 140 Menschen Platz. Der Gottesdienst wurde live im Internet übertragen.

Gedenkgottesdienst für getötete Heimbewohner aus Potsdam

Die Trauer nach der Tat ist groß, viele legten am Tatort Blumen und Kerzen ab (Foto: Soeren Stache/dpa)

Auf dem Alten Markt vor der Kirche lag ein Kondolenzbuch aus. Seit Donnerstag ist auch ein digitales Kondolenzbuch freigeschaltet. Nach dem Gottesdienst erklangen Kirchenglocken in Potsdam.

Das war geschehen

In dem Wohnheim der diakonischen Einrichtung Oberlinhaus waren am Mittwoch vergangener Woche vier Bewohner getötet und eine Bewohnerin schwer verletzt worden. Als Tatverdächtige wurde die zum Tatzeitpunkt 51-jährige Pflegekraft Ines R. festgenommen. Sie ist derzeit in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Gedenkgottesdienst für getötete Heimbewohner aus Potsdam

Polizisten suchen am Potsdamer Oberlinhaus nach der Tatwaffe (Foto: Soeren Stache/dpa)

Die Sprecherin der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Hanna Urban, erklärte am Dienstag, die Tatverdächtige sei zwar vernommen worden, habe sich zu den Tatvorwürfen aber nicht geäußert. Zu möglichen weiteren Ermittlungsergebnissen äußerte sich Urban nicht. Nach B.Z.-Informationen wiesen die getöteten Bewohner schwere Schnittverletzungen an der Kehle auf.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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