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Für Extrawürste muss niemand mehr Verständnis haben

Für Extrawürste muss niemand mehr Verständnis haben

Miriam Krekel kommtiert die CDU-Pläne einen Parteitag mit 100 Personen in der Potsdamer Schinkelhalle (Foto) abzuhalten in Corona-Zeiten
Foto: Michael Sauerbier/Stefanie Herbst

B.Z.-Chefredakteurin Miriam Krekel kommentiert die Entbehrungen in der Corona-Zeit und dass ausgerechnet die CDU jetzt eine Ausnahmegenehmigung für 100 Personen haben will für ihre Delegiertenversammlung.

Haben Sie in letzter Zeit auch manchmal das Gefühl, über sich selbst hinaus zu wachsen? Oder ist Ihnen bewusst, wie viel große Teile der Gesellschaft gerade leisten, wie sie entbehren, wie jeder einzelne (bis auf einige Ausnahmen) aus Solidarität auf so viel verzichtet?

Trotzdem hören wir regelmäßig, dass es nicht reicht. Dass es noch mehr sein muss. Die Corona-Zahlen steigen trotz Lockdown, trotz Weihnachts-Entbehrungen. Die Folgen von Weihnachten und dem Jahreswechsel werden in den Zahlen erst in ein paar Tagen sichtbar. Also fordert unser Regierender Firmen auf, noch mehr Home Office zu ermöglichen. Also bleiben wir zu Hause und versuchen Lehrer, Eltern und Arbeitnehmer zugleich zu sein. Andere verzichten ganz darauf, ihre Kinder und Enkel zu sehen, jetzt schon fast für ein Jahr.

Alle verbiegen sich und machen möglich, was uns im Januar 2020 noch unmöglich erschienen wäre.

Und dann ist da die Politik. Wenn es um Ermahnungen geht, ganz weit vorn. Bei Ausnahme-Genehmigungen aber auch. So will die CDU in Brandenburg jetzt eine Delegierten-Versammlung mit 100 Leuten abhalten. Welcher Bürger soll das verstehen? Warum ist es nicht möglich, eine Satzung zu ändern? Das wäre nicht nur wünschenswert, wenn ganz Deutschland sich verbiegt. Es wäre auch eine Maßnahme mit Vorbild-Charakter. Für Extrawürste muss niemand mehr Verständnis haben.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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