Dnachrichten.de

Ethikrat-Vorsitzende zu Corona-Erleichterungen : „Sicherstellen, dass Geimpfte das Virus nicht weitertragen“

Die Medizinethikerin Alena Buyx findet die Debatte über Lockerungen richtig – bevor sie umgesetzt werden, sollte es in einigen Fragen aber Gewissheit geben.

Ethikrat-Vorsitzende zu Corona-Erleichterungen : „Sicherstellen, dass Geimpfte das Virus nicht weitertragen“

Professorin Alena Buyx, die Vorsitzende des Deutschen EthikratsFoto: Jürgen Heinrich/imago

Vor dem Impfgipfel von Bund und Ländern am Montag plädiert die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats dafür, jetzt Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen für geimpfte Bürgerinnen und Bürger vorzubereiten. Die Diskussion sei wichtig, sagte Alena Buyx dem Tagesspiegel. Vorbereitung brauche man, “denn man kann nicht alle Maßnahmen über einen Kamm scheren”.

Besonders wichtig sei es zunächst, so Buyx, festzustellen, inwieweit Geimpfte noch das Virus übertragen. Das scheine aber “recht gut auszusehen“. trotz vermutlicher Restrisiken, “die aber jedenfalls nicht höher sind als bei frisch Getesteten, eher niedriger”.

[Wenn Sie alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Buyx, die studierte Medizinerin ist und an der TU München eine Professur für Medizinethik hat, wiederholte die Position des Ethikrats, dem sie vorsitzt: “Je sicherer es ist, dass Geimpfte das Virus nicht weitertragen, desto eher müssten die starken, individuellen Freiheitseinschränkungen für Geimpfte aufgehoben werden, etwa Quarantänepflichten.” Bei weniger harten Einschränkungen wie Abstandhalten und Masketragen müsse es aber vorerst auch für sie bleiben. Kontaktbeschränkungen dagegen würden ein schwieriges Thema, weil “Unterschiede zwischen geimpften und nicht geimpften Menschen nicht nur oder nur sehr schwierig umgesetzt und kontrolliert werden könnten”.

Buyx warnt hier vor einer “Schieflage”, wenn Menschen, die sich noch nicht impfen lassen konnten, dann einen “doppelten Nachteil” hätten. Wegen alledem hoffe sie “sehr auf die höheren Impfstofflieferungen und ein schnelleres Impftempo, damit das, wenn überhaupt, nur eine kurze Übergangsphase bleibt”.

Für die Zukunft findet Buyx eine “Gleichstellung von Getesteten, Geimpften und gegebenenfalls auch Genesenen etwa beim Zugang zu Restaurants oder Geschäften aus ethischer Sicht unproblematisch” – allerdings nicht sofort: Dies gelte, “wenn die dritte Welle hoffentlich bald vorbei ist”.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish. Accept Read More

Privacy & Cookies Policy