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Erneuerbare Energien in Berlin und Brandenburg : “Green Economy wird zum Motor unserer Metropolregion”

In Berlin und Brandenburg könnte die Industrie eine Renaissance erleben – wenn Wirtschaft und Politik konsequent auf grüne Technologien setzen. Ein Gastbeitrag

Erneuerbare Energien in Berlin und Brandenburg : "Green Economy wird zum Motor unserer Metropolregion"

Produktionsanlage für Photovoltaikanlagen der britischen Oxford Photovoltaics Germany in Brandenburg an der Havel (2018). Die…Foto: Christian Ditsch/Imago

Christian Gräff ist Vizepräsident des Berlin-Brandenburg Energy Network, dem Verband der Erneuerbaren Energien und ihrer Wissenschaftseinrichtungen. Zudem sitzt er für die CDU im Abgeordnetenhaus.

Keine Region Deutschlands hat größere Chancen, die Mobilitäts- und Energiewende zu schaffen. Nicht nur mehr als 70 Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen, auch tausende Unternehmen sind in der Region auf neue Technologien spezialisiert.

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Dabei sind Unternehmen wie Ubitricity als Hersteller von Elektroladesystemen an Straßenlaternen, die bereits ihre Produkte in London und Singapur installieren und gerade von einem weltweiten Ölkonzern, sicher nicht ohne Grund, gekauft worden sind oder Mobilitätsanbieter wie door2door, die ihre Mobilitätsplattform inzwischen in dutzenden Regionen Deutschlands verkaufen.

Dass Elon Musk mit seiner Gigafactory und einer Batteriezellenproduktion in die Region kommt, ist eine logische Folge dieser unglaublich erfolgreichen Entwicklung. Aber die Ambitionen der Stadt Berlin bei der Umsetzung des 1,5-Grad-Ziels die globale Erwärmung zu begrenzen, wird sträflich vernachlässigt: Nach vier Jahren ein Solargesetz für Berlin vorzulegen ist richtig, den Schwerpunkt des Ausbaus aber auf das private Eigenheim zu verlagern wird die Akzeptanz der Energiewende nicht vergrößern, erneuerbare Energiesysteme auf öffentlichen Gebäuden sind Mangelware.

Aber vor allem das größte Potenzial, die Lösungen, die Berlin entwickelt, auszuprobieren und zu nutzen, werden in Berlin verschmäht. Dabei liegt hier, gerade bei der Mobilität in einer Stadt, die größte Chance. Unternehmen haben sich jetzt vorgenommen, selbst in verschiedenen Organisationsformen den Weg für mehr Klimaschutz zu gestalten. Natürlich müssen wir dabei auf eine soziale Ausgewogenheit achten.

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Die Energiewende darf nicht auf den Schultern der sozial Schwächsten bezahlt werden. Und es bringt auch wenig, mit dem Holzhammer auf die Verbraucher einzuhämmern. Aber ambitionierte Ziele lassen sich nur mit ambitionierten Projekten und der gänzlich unideologischen Vision einer klimagerechten Stadt gemeinsam mit den Unternehmen in und aus der Region umsetzen – in intensiver Zusammenarbeit mit Brandenburg.

Denn da liegen ebenso viele Potenziale bei der Energieerzeugung, als auch bei der industriellen Herstellung von Produkten der Green Economy. Also setzen wir uns ein „1,5 Ziel“ für die Region: Wir wollen bereits im Jahr 2030 1,5-mal so viele Unternehmen der Green Economy haben, 1,5-mal so viele Arbeitsplätze in der Region und erhöhen die Mittel für Forschung und Entwicklung um das 1,5-fache, um die CO2-Emissionen bis 2050 tatsächlich um 85 Prozent senken zu können.

Diese Ziele lassen sich nicht nur mit staatlichen Unternehmen erreichen. Gerade in diesem Feld sind Ideen und Kreativität gefragt und hier haben Forschung, Wissenschaft und Unternehmen in den letzten Jahren „geliefert“.

Mehr Tempo, um die guten Ideen umzusetzen

Alle Lösungen nur noch durch Unternehmen, die zu 100 Prozent in öffentlicher Hand sind, wird gerade in diesem Feld das gemeinsame Ziel der Klimaneutralität in weite Ferne rücken. Stattdessen sollten wir die Milliarden für eine „Rekommunalisierung“ in die Forschung und Wissenschaft stecken. Das bayrische Vorbild zeigt auch hier, wohin das in zehn Jahren führen kann: zu einem weiteren Jobboom.

Dabei helfen könnte ein Cluster Green Economy für die Region, welches Forschung und Entwicklung, die Unternehmen und – ganz wichtig – die Verwaltung zusammenbringt. Denn wir brauchen mehr Tempo, die guten Ideen in die Tat umzusetzen. Ökologie und Ökonomie zu vereinen, kann Berlins neue Marke werden. Was für Bayern „Laptop und Lederhose“ war, kann für Berlin-Brandenburg Tesla und Kiefernwald werden.

Deswegen wäre es auch die Gelegenheit, die Wirtschaftsförderungen von Berlin und Brandenburg zusammenzulegen. Vieles funktioniert in der Zusammenarbeit der Wirtschaftsförderung sehr gut, wie die Arbeit in gemeinsamen Clustern und viele Ansiedlungsvorhaben. Aber bei kaum einem Thema wird das Potenzial einer gemeinsamen Wirtschaftsförderung der bestehenden Unternehmen und der Ansiedlungspolitik so deutlich wie bei der Green Economy.

Tesla ist dafür ein Paradebeispiel. Vielleicht wird aus dem Wirtschaftscluster „Green Economy“, einer gemeinsamen Wirtschaftsfördergesellschaft auch eine gemeinsame Wirtschaftspolitik und in absehbarer Zeit auch endlich ein gemeinsames Bundesland. Die Klima- und Wirtschaftspolitik hat das Potenzial das zu beschleunigen. Man muss es nur wollen. Legen wir los.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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