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EM-Viertelfinale Schweiz gegen Spanien : Ottmar Hitzfeld hat es vorgemacht

Bei der WM 2010 schafften die Schweizer die Sensation. Es war bis heute ihr einziger Sieg gegen Spanien. Am Freitag startet die Schweiz einen neuen Anlauf.

EM-Viertelfinale Schweiz gegen Spanien : Ottmar Hitzfeld hat es vorgemacht

Ottmar Hitzfeld gelang 2010 der bisher einzige der einzige Sieg der Schweiz gegen die Spaniener, die später Weltmeister wurden.Foto: imago/Sven Simon

Vicente del Bosque musste sich den Angstschweiß von der Stirn wischen, Ottmar Hitzfeld sprach von „Schlachtenglück“ und wurde in der Schweizer Boulevardzeitung „Blick“ zum Heiligen ausgerufen. 11Freunde schrieb: „In Zürich stand der Verkehr nach Spielende komplett still, Bern wurde aus einer Welle von Bierfontänen durchspült.“ 18 Mal hatte die Schweiz zuvor gegen Spanien gespielt, für einen Sieg hatte es nie gereicht. Bis zu jenem denkwürdigen 1:0 am 16. Juni 2010 in Durban.

In diesem für beide ersten Gruppenspiel bei der WM in Südafrika standen am Ende 73 Prozent Ballbesitz, 25:9-Torschüsse und 12:3-Ecken für die Spanier in der Statistik, Tore und Punkte allerdings nicht. Die hochfavorisierte Mannschaft von Trainer Vicente del Bosque ließ den Ball in endlosen Stafetten durch die eigenen Reihen laufen und drängte den Gegner an und in dessen Strafraum. Nur die Abschlüsse waren fast durchweg harmlos. Die Schweizer kamen gefühlt einmal vor das Tor und weil sich die spanischen Verteidiger dort gegenseitig über den Haufen rannten, stand es mit einem Male 1:0 für den Außenseiter.

Vorrunden-Aus, trotz des Sieges gegen den Weltmeister

„Der Ball war plötzlich frei, ich war selbst überrascht“, sagte Torschütze Gelson Fernandes nach dem Spiel und konnte sein Glück immer noch nicht fassen. Trainer Hitzfeld versuchte bei aller Euphorie schon an den nächsten Gegner zu denken, wurde aber offenbar nicht gehört. Denn die Schweiz verlor anschließend gegen Chile 0:1 und kam zum Vorrundenabschluss gegen Honduras nicht über ein 0:0 hinaus. Mit vier Punkten und 1:1 Toren schieden die Schweizer als Gruppendritter aus.

Spanien hingegen gewann alle weiteren Turnierspiele, kassierte dabei nur noch einen Gegentreffer und wurde Weltmeister. Del Bosque hatte dabei wahrgemacht, was er schon nach dem verpatzten Auftakt angekündigt hatte: „Wir werden unsere Identität wahren“, womit er die ballbesitzgeprägte, dominante Spielweise meinte. Auf die Weltmeisterschaft folgte zwei Jahre später auch noch der zweite EM-Titel in Folge.

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Die Schweizer hingegen mussten auf die nächste Fußball-Party über ein Jahrzehnt warten, dafür fiel die am vergangenen Montag nach dem Achtelfinalsieg gegen Frankreich umso heftiger aus. Schließlich war der Erfolg gegen den amtierenden Weltmeister der erste in einem K.o.-Spiel für die Schweizer seit der WM 1954. „So ein Sieg bringt uns mental weiter und auch in der Anerkennung“, sagte Trainer Vladimir Petkovic, der 2014 auf Hitzfeld nachfolgte und am Freitag im ersten EM-Viertelfinale auf Spanien trifft (18 Uhr/ZDF und MagentaTV).

Sieg gegen Frankreich begeistert auch Hitzfeld

Petkovic hat es bisher dreimal vergeblich versucht, die Spanier zu schlagen. In der Nations League fehlten beim 1:1 im vergangenen November nur ein paar Minuten zum Erfolg. Das wissen sie auch in Spanien: „Sie pressen, sie machen es einem schwer“, sagte Stürmer Ferran Torres in der spanischen Zeitung „As“. Verteidiger César Azpilicueta erwartet laut „Marca“ ein „kompliziertes Spiel“.
Hitzfeld lobte Petkovic schon nach dem Frankreich-Sieg für dessen Taktik und wie er seine Mannschaft auf den Gegner eingestellt hatte. Und er war voller Bewunderung für die Spieler. „Die Jungs haben mit enormem Teamspirit gezeigt, wie man im Fußball unmöglich Scheinendes möglich macht.“

Als er 2010 selbst noch Schweizer Nationaltrainer war, klang das nach der 1:0-Sensation gegen Spanien ganz ähnlich; „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Sie hat diszipliniert und intelligent gespielt“, sagte Hitzfeld seinerzeit und erklärte seine Taktik mit dem Satz: „Gegen Spanien kann man nicht so offensiv spielen.“

Womöglich gilt das auch für das Viertelfinale bei dieser EM. Wobei die Schweizer zuletzt in zwei Spielen nacheinander drei Tore erzielten. Wenn das für Angstschweiß beim spanischen Trainer Luis Enrique sorgt, hätten sie in der Schweiz sicher nichts dagegen.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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