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Eltern suchen verzweifelt neue Plätze : Pankower Kita muss bis Ende Juli geräumt werden

Die Kita Glückskind wird nach einer Räumungsklage geschlossen. Der Träger will Ersatz in einer neuen Kita schaffen, doch die liegt in einem anderen Stadtteil.

Eltern suchen verzweifelt neue Plätze : Pankower Kita muss bis Ende Juli geräumt werden

Ein kleines Mädchen spielt am mit einem Bobby Car in einer Kita in Berlin.Foto: Sonja Marzoner/dpa

Stehen 26 Kinder in Pankow bald auf der Straße? Die Kita Glückskind im Erdgeschoss eines Wohnhauses in der Görschstraße wird kurzfristig geräumt. Eltern reagieren darauf entsetzt. „Letzte Woche haben wir die Information erhalten, dass eine Räumungsklage des Vermieters ausgesprochen wurde“, berichtet ein Elternteil. „Ende Juli wird die Kita geschlossen.“

Angesichts dieser kurzen Vorlaufzeit sind die Eltern verzweifelt. „Wir brauchen eine neue Kita innerhalb von Tagen“, so das Elternteil. „Wir haben schon mit unzähligen Kitas im Umfeld gesprochen, aber die sind logischerweise alle voll.“

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Zwar biete der Träger KUBIBE an, dass die Kinder in einer anderen Kita in der Gleimstraße in Prenzlauer Berg unterkommen könnten. „Das ist nett, hilft uns aber nicht wirklich“, sagt das Elternteil. „Die Kita ist von hier über vier Kilometer entfernt, daher kommt das für uns und die allermeisten Eltern nicht infrage.“

Die KUBIBE bestätigt die bevorstehende Räumung. „Der gerichtliche Bescheid liegt schon vor“, sagt Geschäftsführer Thilo Schwarz-Schlüßler. „Ich bin der Letzte, der eine Kita schließen will, aber wir haben keine Wahl.“ Die KUBIBE habe die Einrichtung erst im vergangenen Jahr übernommen, vorher sei es eine selbst verwaltete Eltern-Initiativ-Kita gewesen. Dabei seien „jahrelang Vertragsbrüche“ begangen worden. „Es gab vor unserer Übernahme schon mehrere Räumungsversuche“, so Schwarz-Schlüßler.

Im Räumungsbescheid sind seitenweise Vertragsbrüche aufgezählt

Im Räumungsbescheid seien „auf mehreren Din-A4-Seiten Vertragsbrüche aufgezählt“ worden aus dieser Zeit. Schwarz-Schlüßler: „Das Hauptthema sind nicht erfolgte oder teilweise über Monate nicht beglichene Mietzahlungen durch den Kita-Verein.“ Davon habe ihm der vorherige Betreiber jedoch nichts gesagt, „das war eine bewusste Täuschung“. Er habe erst nach der Übernahme vom Hauseigentümer erfahren, dass der Mietvertrag bereits gekündigt sei, so Schwarz-Schlüßler.

Mehrere Anwälte hätten der KUBIBE daraufhin angesichts der Schwere der Vertragsverstöße die Aussichtslosigkeit der Lage bescheinigt. „Wir sind nur die Erben der Misere“, sagt Schwarz-Schlüßler. „Ich konnte das nicht mehr lösen, sondern nur die Schließung auf fünf bis sieben Monate hinauszögern.“

Ende Juli sei es soweit. „Unsere Priorität ist nun, allen Kindern einen Platz anzubieten“, erklärt der Geschäftsführer. Weil viele ohnehin in die Schule wechselten, seien nur elf Kinder betroffen. „Und alle können mit ihren Freundschaften und dem gesamten Personal in die Gleimstraße umziehen.“ Er könne verstehen, dass die Entfernung ein Problem sei. „Aber das ist das, was wir anbieten können. Es geht vor Ort eine Kita verloren, aber immerhin kein Kitaplatz.“

Er selbst habe aus dem Vorgang seine Lehren gezogen. „Lieber noch eine Unterlage mehr einsehen und noch ein Gespräch mehr führen, bevor wir neue Räume übernehmen“, sagt Schwarz-Schlüßler. „Als Standard machen wir künftig in jedem Fall eine Abfrage beim Hauseigentümer.“

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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