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Ehrenamt muss Kinder besser schützen

Ehrenamt muss Kinder besser schützen

Björn Trautwein berichtet für die B.Z.-Aktion Berliner Helden über ehrenamtlich aktive Berliner und Berlinerinnen. Der Helden-Bär ist das Maskottchen des Projekts
Foto: Dirk Lässig

Björn Trautwein berichtet normalerweise für die B.Z.-Aktion Berliner Helden über ehrenamtlich aktive Berliner und Berlinerinnen. Heute schreibt er über die Missstände, die über die SOS-Kinderdörfer bekannt wurden.

Fotos von kleinen Kindern mit großen Kulleraugen.: Organisationen wie die SOS-Kinderdörfer bitten so um Spenden für ihre Arbeit. Meistens mit Erfolg. Wir alle wollen nicht, dass es Kindern schlecht geht und geben gern.

SOS verschickt deshalb Millionen Briefe im Jahr, macht Werbung auf vielen Kanälen. Auch das ist in Ordnung. Ich habe selbst oft über die Arbeit von SOS in Berlin berichtet, die Organisation macht weltweit einen tollen Job. Meistens zumindest, muss man mittlerweile sagen.

Denn vor wenigen Wochen kamen Missstände ans Licht. Die SOS-Kinderdörfer sind selbst für traurige Kinderaugen verantwortlich. In 50 (von 3000 Projekten weltweit) wurden Kinder geschlagen oder erlebten sexualisierte Gewalt. Die Untersuchung läuft, weitere Fälle werden vermutet.

Es sind keine Einzelfälle. Überall, wo man Kinder schützt, kann es auch zu Missbrauch kommen. Egal ob in der Kirche, in Kinderheimen wie SOS oder beim Sport: Täter (und in selteneren Fällen Täterinnen) suchen sich genau solche Orte, um an Kinder heranzukommen. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht.

Umso wichtiger ist es deshalb, mit dem Thema offen umzugehen. Ansprechpartner zu nennen und transparent die eigenen Fehler zu benennen. Denn wer offen mit dem Thema umgeht, kann weitere Taten verhindern.

Doch dazu schicken die SOS-Kinderdörfer keine Briefe. Auch auf den Webseiten ihrer Berliner Einrichtungen findet man nichts dazu. Dabei befindet sich hier in Moabit ihre „Botschaft der Kinder“, die Jugendrechte schützen will.

Aber es geht nicht nur um SOS: auch auf den Webseiten vieler Berliner Jungendorganisationen fehlen klare Hinweise auf Jugendschutz und einfach zugängliche Kontaktdaten von Kinderschutzbeauftragten, an die sich Betroffene oder Eltern wenden können. Das Thema wird immer noch lieber totgeschwiegen. Doch das ist falsch.

Denn wer mit Kindern und für Kinder arbeitet, sollte an sich selbst die höchsten Maßstäbe anlegen. Auch das ist Kinderschutz.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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