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Dieser fliegende Müll muss nicht sein

Dieser fliegende Müll muss nicht sein

B.Z.-Redakteur Stefan Peter über eine unkluge Entsorgungsstrategie von Alba
Foto: dpa/picture-alliance

Wenn leere Joghurtbecher und Chipstüten durch die Gegend fliegen, dann war Alba da. Es gibt Gegenden in Berlin, da ist es ganz einfach zu bestimmen, wann die Firma ihre Runden dreht.

Ein Müll-Entsorger, der die Stadt vermüllt? Klingt seltsam, ist aber so. Was zwar keine Absicht ist, aber bei der Arbeitsweise nahezu unvermeidbar. In vielen Kiezen der Hauptstadt dreht ein Alba-Mitarbeiter mit einem riesigen Schlüsselbund vor der Leerung zu Fuß seine Runden. Er schiebt die Tonnen und Container aus den Höfen und Müllräumen an den Straßenrand.

Dort stehen sie dann stundenlang, ehe das Müllauto kommt. Oft überfüllt, so dass die Deckel der Tonnen nicht schließen. Die Folge: Beim kleinsten Windstoß verteilt sich ein Teil des Inhalts in der Gegend.

Außerdem ärgerlich: Mitunter stehen so viele Container nebeneinander auf dem Gehweg, dass Fußgänger mit Kinderwagen kaum noch vorbeikommen.

Ich habe großen Respekt vor all den Menschen, die unseren Wohlstandsmüll entsorgen. Ein Knochenjob, der von vielen nicht genug geschätzt wird. Doch Schuld am Zustand des fliegenden Mülls haben ja nicht die „Schließer“ und Fahrer von Alba. Ihnen ist nicht zuzumuten, jeder davon geflogenen Plastiktüte hinterherzurennen.

Es ist der eigentümliche Arbeitsablauf, den sich ihre Vorgesetzten ausgedacht haben. Das Unternehmen rechtfertigt sich so: „Diese Vorab-Bereitstellung erfolgt zur Erleichterung des anschließenden Entsorgungsvorganges, insbesondere zur Einsparung von Leerstandzeiten und damit verbundener Verkehrsbehinderungen sowie zur Vermeidung unnötiger Emissionen.“

Klingt für mich wenig überzeugend.

Denn in den gleichen Kiezen leert die BSR ihre Mülltonnen ganz regulär: Auto fährt vor, Mitarbeiter springen ab und holen die Tonnen aus den Höfen, bringen sie anschließend wieder zurück. Klappt sehr gut.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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