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Die „Kleine Weltlaterne“ wird 60 und keiner darf zum Geburtstag kommen

Die „Kleine Weltlaterne“ wird 60 und keiner darf zum Geburtstag kommen

Bernd Fiedler (72) arbeitet seit seinem 17. Lebensjahr im Lokal
Foto: Ralf Lutter

Am Tresen, an dem sich seit 1961 Künstler wie Friedensreich Hundertwasser, Henry Miller, Friedrich Dürrenmatt oder Hildegard Knef drängelten, herrscht gähnende Leere. Ausgerechnet zum 60. Jubiläum der „Kleinen Weltlaterne“ gibt’s keine Lokalrunde.

„Es ist ein Jammer“, sagt Wirt Bernd Fiedler (72) und blickt zum Porträt seiner Mutter. Im Februar 1961 übernahm Hertha Fiedler in der Kohlfurter Straße in Kreuzberg die „Kleine Weltlaterne“. Ihr Herz schlug für die Künstler. Sie bekamen ein Bier (damals 50 Pfennig) und was zu essen. Wenn sie kein Geld hatten, bezahlten sie mit Kunst.

1974 zog das Lokal in die Nestorstraße. „Dann kam auch das Publikum aus dem Grunewald“, erinnert sich Bernd Fiedler. Darunter Günther Pfitzmann und Harald Juhnke. Der drehte im Lokal auch einen Sketch mit Eddi Arent.

Die „Kleine Weltlaterne“ wird 60 und keiner darf zum Geburtstag kommen

Künstlertreff mit Kult-Status: „Die kleine Weltlaterne“. Wegen Corona aktuell geschlossen (Foto: Ralf Lutter)

Wer Glück hat, dem zeigt Bernd Fiedler auch Geheimnisse wie die vielen Zettel, die in der Collage von Jürgen Woelke stecken. Der Künstler ließ gerne anschreiben…

Dagegen kannte Stammgast Rolf Eden keine finanziellen Nöte. Er führte häufig seine Freundinnen in die „Kleine Weltlaterne“. Seinen 90. Geburtstag im letzten Februar feierte der Playboy auch hier. Die Presse, die er sonst so gerne rief, war nicht dabei. Der gebrechliche Jubilar musste ins Lokal getragen werden. „Da mag man keine Fotografen dabei haben“, sagt Bernd Fiedler.

Die „Kleine Weltlaterne“ wird 60 und keiner darf zum Geburtstag kommen

Über 600 Ausstellungen waren schon zu sehen. Zweimal pro Woche gibt es sonst Live-Jazz (Foto: Ralf Lutter)

Bei Gunter Gabriel wurden Vater und Sohn Fiedler sauer, als der sich an Mutter Herthas enormen Busen vergreifen wollte. „Als ich mich ihr einmal näherte, wollten sie mich rausschmeißen“, so der Country-Star später. Gabriel ließ das Grapschen und ersann am Tresen seinen Hit „Komm unter meine Decke“…

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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