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Dauersieger bei der Tour de France? : Tadej Pogacar ist nicht unantastbar

Eddy Merckx nennt ihn schon den „neuen Kannibalen“ und traut Tadej Pogacar noch viele Tour-Siege zu. Doch ganz so einfach wird das nicht werden. Ein Kommentar.

Dauersieger bei der Tour de France? : Tadej Pogacar ist nicht unantastbar

Da strahlt er. Tadej Pogacar bei der Siegerehrung am Sonntag in Paris.Foto: dpa

Als Jan Ullrich 1997 die Tour de France gewann, war er 23 Jahre alt. Viele weitere Siege wurden ihm danach prophezeit, doch erst kam Lance Armstrong und danach die Dopingfahnder.

Vor zwei Jahren war der Kolumbianer Egan Bernal mit 22 einer der jüngsten Champions bei einer Frankreich-Rundfahrt. Der neue, dauerhafte Dominator des wichtigsten Radrennens der Welt schien gefunden. Im Vorjahr gab Bernal jedoch auf und in diesem zog er den Giro d’Italia vor und trat nach seinem Sieg dort erst gar nicht bei der Tour an.

Dann eben Tadej Pogacar, der bei seinem Erfolg im vergangenen September noch 21 Jahre alt war und nun schon wieder triumphierte. Und das derart überlegen, dass Radsport-Legende Eddy Merckx in der „L’Equipe“ äußerte: „Tadej Pogacar wird sicher mehr als fünf Mal die Tour gewinnen, er ist der neue Kannibale.“

Angesichts von mehr als fünf Minuten Vorsprung auf den ersten Verfolger überraschen solche Vorhersagen nicht. Man hat sie nur in der Vergangenheit zu häufig gehört. Und bei aller Dominanz von Pogacar bei dieser Tour, sollte nicht vergessen werden, dass sein Hauptrivale Primoz Roglic nach einem Sturz früh aufgeben musste. Jener Roglic, der 2020 schon zum Sieger ausgerufen wurde, ehe Pogacar ihn kurz vor Schluss noch abfing.

Pogacar wäre nicht der erste Topfahrer, der irgendwann Probleme bekommt

Natürlich bringt Pogacar alles mit, was es braucht, um eine Tour de France noch viele weitere Male zu gewinnen. Er ist ein hervorragender Kletterer und stark im Zeitfahren. Dazu ist er jung und hungrig und hat alle Freiheiten in seinem Team. Er wäre aber auch nicht der erste Topfahrer, der irgendwann Probleme bekommt.

Und die anderen werden nicht ruhen, auch wenn Pogacars Trainer Iñigo San Millán im Fachmagazin „Velo News“ ein vernichtendes Urteil über die Konkurrenten aus dem aktuellen Rennen fällte: „Die Realität ist: Der Rest hat nichts. Absolut gar nichts. Sie können nicht einmal angreifen“, sagte der Spanier.

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Ganz so war es bekanntlich nicht, der Däne Jonas Vingegaard, vor der Tour mit der Erfahrung einer großen Landesrundfahrt ausgestattet, hängte Pogacar mit einer Attacke am Mont Ventoux sogar kurzzeitig ab und ist selbst erst 24 Jahre alt.

Ob die Zukunft der Tour de France wirklich allein Tadej Pogacar gehört, darf deshalb bezweifelt werden. Fünf Siege sind für ihn möglich, aber er muss sich jeden einzelnen hart und vor allem ehrlich erarbeiten. Und das könnte schwerer werden, als es im Moment des großen Triumphes vielleicht den Anschein hat.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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