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„Das ist Kokolores“ : Wechsel der Grünen-Kanzlerkandidatur „keine Debatte“ für Habeck

Grünen-Co-Chef Habeck räumt handwerkliche Fehler seiner Partei ein. Annalena Baerbock werde aber Kanzlerkandidatin bleiben, sagt er.

„Das ist Kokolores“ : Wechsel der Grünen-Kanzlerkandidatur „keine Debatte“ für Habeck

Robert Habeck, Co-Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die GrünenFoto: dpa/Kay Nietfeld

Grünen-Co-Chef Robert Habeck hat versichert, dass ein Wechsel der Kanzlerkandidatur von Annalena Baerbock zu ihm kein Thema sei. „Das ist Kokolores“, sagte Habeck der „Süddeutschen Zeitung“. Die Partei habe seine Mitvorsitzende gerade erst mit nahezu 100 Prozent zur Kandidatin gewählt. „Jetzt geht es darum, aus diesem Vertrauensvorschuss, den sie von der Partei bekommen hat, das Beste zu machen“. Auf die Frage, ob über einen Wechsel nachgedacht worden sei, sagte Habeck: „Nein. Das ist keine Debatte.“

Die Zeitung brachte am Freitagabend auf ihrer Internet-Seite bereits vorab einen Bericht mit Zitaten aus dem Interview, das am Samstag erscheint. Baerbock steht in der Kritik, weil sich in ihrem Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ auffallende sprachliche Ähnlichkeiten zu anderen Veröffentlichungen finden. Zuvor war bekannt geworden, dass sie Sonderzahlungen der Partei verspätet an den Bundestag gemeldet hatte. Zudem musste sie Angaben im Lebenslauf korrigieren.

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Habeck sagte: „Die letzten Wochen waren kein Glanzstück.“ Es seien handwerkliche Fehler gemacht worden, die für alle überraschend gekommen seien. „Hätten wir gewusst, dass an den Stellen solider hätte gearbeitet werden müssen, wäre da solider gearbeitet worden“, sagte Habeck.

Er verteidigte die Entscheidung der Grünen, offen ins Rennen ums Kanzleramt einzusteigen. Allen in der Führung sei klar gewesen, dass mit der Ausrufung der Kanzlerkandidatin Baerbock eine Personalisierung einsetzen würde. Diese habe man nutzen wollen, um die eigenen Themen nach vorne zu schieben. Die Grünen-Spitze müsse sich die eigenen Fehler daher selbst ankreiden. „Es ist nicht die Aufgabe anderer , uns davor zu schützen“, sagte Habeck. „Unsere Gegner dürfen uns kritisieren. Es ist Wahlkampf.“

Habeck hält Neustart für nicht notwendig

Trotz der bisweilen harten und auch persönlichen Angriffe gegen Baerbock trat Habeck weiter für einen verbindlichen Ton ein. „Der wahre Angriff auf diejenigen, die hart zuschlagen, ist ja nicht, genauso hart zurückzuschlagen, sondern ihre Schläge ins Leere laufen zu lassen, den Kampfplatz zu ändern, eine andere Debatte zu führen“, so Habeck. Sich jetzt in die alten Schützengräben zu begeben, sei falsch. „Das ist kein guter Ort, um drin stecken zu bleiben.“

Bis zur Bundestagswahl am 26. September könne man noch klar machen, „dass Vertrauen in die richtige Politik die Abstimmung bestimmen sollte“. Habeck sagte, er sehe noch große Chancen, „dieses kostbare Gut Vertrauen zu erwerben“.

„Wir brauchen keinen Neustart“, sagte er. „Wir müssen zu den Dingen zurückkehren, die uns in die Situation gebracht haben, überhaupt erst eine Kanzlerkandidatin zu benennen.“ Dazu gehöre neben einer klaren Definition der eigenen Ziele eine werbende Sprache und eine Kommunikation, die nicht besserwisserisch daherkomme. „Wir sagen ja nicht, dass wir jede Antwort gefunden haben. Aber wir haben Antworten“, sagte Habeck.

Baerbock war im April vom Bundesvorstand der Grünen als Kanzlerkandidatin vorgeschlagen und im Juni vom Parteitag bestätigt worden. Habeck hatte ebenfalls Ambitionen auf die Kanzlerkandidatur, steckte aber zurück. (dpa, Tsp)

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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