Dnachrichten.de

Darum geht es im Kinderbuch von Caroline Link auch um sexuelle Belästigung

Darum geht es im Kinderbuch von Caroline Link auch um sexuelle Belästigung

Caroline Link ist Filmregisseurin, Drehbuchschreiberin und jetzt auch Kinderbuchautorin
Foto: picture alliance / SvenSimon

30 Jahre lang waren Oscar-Gewinnerin Caroline Link (57) und ihr Mann Dominik Graf (68) ein unschlagbares Team, jetzt haben sie sich überraschend getrennt. Ihre gemeinsame Tochter Pauline (18) verweilt aktuell in Paris, Link ist nach Berlin gezogen, um für ZDFneo eine Serie über Kinderpsychologen zu drehen. Nun hat die Regisseurin ihr erstes Kinderbuch „Finnis Geheimnis“ geschrieben. Ein Buch, das erklärt und aufklärt.

B.Z.: In „Finnis Geheimnis“ wird ein junger Fuchs von einem Mann befummelt. Hatten Sie Skrupel vor diesem schweren Stoff?

Caroline Link: Als mich der Verlag fragte, war es für mich selbstverständlich, dass ich zusage. Ich finde das gar nicht so mutig, über das Thema zu schreiben. Wir müssen über sexuellen Missbrauch reden! Mir ist wichtig, dass Menschen wissen, dass sexueller Missbrauch nicht nur in finsteren Klosterkellern passiert, sondern überall, mitten in unserer Gesellschaft.

Eine Kindergärtnerin spricht den Fuchs an. Wie bringt man Kindern bei, über ihr Geheimnis zu sprechen?

Für Kinder ist das Thema überwältigend, erschreckend und groß. Ich bin nicht hundertprozentig glücklich mit dem Untertitel auf dem Buch „Kinder stärken, NEIN zu sagen“. Kleine Kinder können nicht einfach so zu einem Erwachsenen sagen: Hör auf, das möchte ich nicht. Wichtig ist, dass man ihnen zuhört und nicht sofort alles relativiert. Man muss den Kindern signalisieren, dass man ihnen glaubt. Mir war es wichtig, dass meine Tochter als Kind nie Angst vor irgendetwas hat oder sich schämt, weil ihr etwas Unangenehmes passiert. Ich habe ihr früh gesagt: es gibt nichts, was du mir nicht erzählen kannst.

Darum geht es im Kinderbuch von Caroline Link auch um sexuelle Belästigung

Caroline Link gemeinsam mit Hauptdarstellerin Riva Krymalowski (13) bei der Premiere von „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ (Foto: picture alliance/dpa)

Wie haben Sie Ihre Tochter erzogen?

Mir war wichtig, dass alle Körperteile, auch die Geschlechtsorgane, einen Namen haben. Wenn man selber nicht über Sexualität spricht, dann spüren Kinder die Scham der Eltern und denken, das Thema ist tabu. Es tut mir in der Seele weh, wenn ich mir vorstelle, was manchen Kindern zugefügt wird. Und keiner ist da, der sie schützt oder fragt, was ist los? Das macht mich fertig.

Wann haben Sie Ihre Tochter aufgeklärt?

Meine Tochter wurde am ersten Schultag von einem Jungen in der Klasse aufgeklärt. Er hat immer vom F***cken geredet und dann kam meine Tochter nach Hause und fragte mich, was dieses Wort bedeutet. Dann mussten wir ihr das wohl erklären. (lacht) Ich glaube es ist gut, Kinder vor der Pubertät aufzuklären. Dann ist das Thema noch nicht ganz so stark mit Scham behaftet.

Darum geht es im Kinderbuch von Caroline Link auch um sexuelle Belästigung

Für ihre Tochter Pauline (18) nimmt sich die Regisseurin immer gerne Zeit (Foto: picture alliance/dpa)

Könnten Sie sich vorstellen, das Thema sexuellen Missbrauch filmisch umzusetzen?

Nein. Ich halte nicht so viel von Themenfilmen, die vor allem eine Message rüberbringen wollen. Filmisch sollen das andere umsetzen und haben es auch schon getan. Ich mache lieber atmosphärische Filme.

Hatten Sie als Erwachsene #Metoo-Erfahrungen?

Nein. Ich bin nicht auf den Mund gefallen und konnte mich schon immer ganz gut wehren. Meine Schwester und ich sind von unseren Eltern recht robust erzogen worden.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish. Accept Read More

Privacy & Cookies Policy