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Berlins Polizei-Fahrradstaffel hat einen Plattfuß

Berlins Polizei-Fahrradstaffel hat einen Plattfuß

Die Fahrradstaffel hat zurzeit 32 Mitarbeiter, 50 sollen es im September sein. Bis dahin muss aber noch an der Stimmung geschraubt werden
Foto: picture alliance/dpa .

Bei dieser Polizei-Dienststelle ist zurzeit mächtig die Luft raus! Die Fahrradstaffel ist das Prestigeprojekt des rot-rot-grünen Senats.

Doch seit Monaten macht die Dienststelle schlapp: Es herrscht miese Stimmung, Beamte suchen nach anderen Jobs, die Truppe ist heillos zerstritten. Das Konfliktmanagement der Behörde ist längst eingeschaltet.

Jetzt ist ein Papier aufgetaucht, das die Situation weiter anheizt (liegt B.Z. vor). Auf 50 Seiten hat sich ein Insider die Mühe gemacht, detailliert Probleme und Fehler aus seiner Sicht aufzuschreiben. Angefügt sind interne Berichte und Dienstvereinbarungen.

Die Unterlage sieht aus wie ein offizielles Dokument der Polizei und wurde an die Führung, den Innensenator und Gewerkschaften verteilt.

Berlins Polizei-Fahrradstaffel hat einen Plattfuß

Berlins Polizei-Fahrradstaffel hat einen Plattfuß

50 Seiten bittere Abrechnung: Ein anonymer Insider der Fahrradstaffel schickte ein Papier mit offiziellem Anschein an Politik und Gewerkschaften (Fotos: Polizei Berlin)

Der Autor spricht darin von einem „Werteverfall“ bei der Staffel, vom „Belügen des Abgeordnetenhauses“ und von Chefs, die „abfällige Bemerkungen über Mitarbeitende“ in einer WhatsAppgruppe namens „geilste Führungsgruppe der Welt“ machen würden. Einzelne Kollegen werden im Dienst „stigmatisiert“, eine Minderheit ausgenutzt, „um sich von ihnen eigene, niederträchtigste Ziele erfüllen zu lassen“, heißt es im Fazit.

Und weiter: Neue, angeworbene Kollegen würden nur im Innendienst landen. Die Fluktuation sei hoch, die Dienstplanung Familien-unfreundlich.

Berlins Polizei-Fahrradstaffel hat einen Plattfuß

Eine planlose Führung und abschätzige Bemerkungen in WhatsApp-Chats sollen bei der Fahrradstaffel angeblich zur Tagesordnung gehören. Das Konfliktmanagement ist bereits eingeschaltet (Foto: Polizei Berlin)

Der Wirbel um das Papier ist so groß, dass Stephan Katte, Leiter der Polizeidirektion Einsatz und Verkehr, intern eine Stellungnahme veröffentlicht hat (liegt B.Z. vor). Darin heißt es: „Insbesondere die neue Leiterin wird (…) in besonderem Maße angegangen und auf eine verleumderisch anmutende und persönlich angreifende Art diskreditiert.“

Berlins Polizei-Fahrradstaffel hat einen Plattfuß

Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat das anonyme Schreiben auch erhalten. Im September präsentierte er den Ausbau des Prestige-Projekts auf dem Gendarmenmarkt (Foto: picture alliance/dpa)

Katte zum Streit in der Truppe: Der Ex-Chef wollte die Staffel zu einer Einheit, die auch bei Krawall-Demos ins Rennen geht, umbauen. Einige Kollegen fanden das nicht gut, wodurch sich zwei „Lager“ bildeten – Eskalation!

Der Staffel-Chef musste zum Jahreswechsel 2020/2021 gehen.

Er ist laut Direktionsleiter Katte die einzige Person im anonymen Papier, die nicht „negativ in ihrer Führungsleistung“ beschrieben wird…

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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