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Berliner Filmfestspiele : Run auf die Berlinale-Tickets

Seit Donnerstag um 10 Uhr läuft der Kartenvorverkauf bei der Sommer-Berlinale. Was ist einfacher zu bekommen, ein Festivalticket oder ein Impftermin? Ein Selbstversuch.

Berliner Filmfestspiele : Run auf die Berlinale-Tickets

Auch am Kulturforum findet ab 9. Juni die Berlinale statt.Foto: dpa/Paul Zinken

Hurra, es gibt Berlinale-Tickets – und auf der Stelle geht nichts mehr. Wer sich gleich nach der Freischaltung am Donnerstagmorgen um 10 Uhr um Online-Karten für das „Summer Special“ vom 9. bis 20. Juni bemüht, über die Weiterschaltung von der Berlinale-Webseite zu den 16 Freiluftkinos oder direkt über deren Portale, ist schnell frustriert. „Leider ist ein Fehler bei der Verarbeitung Ihrer Anfrage aufgetreten“, ist da zu lesen. Oder: „Wegen des enormen Andrangs kommt es derzeit zu Serverproblemen. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, zusätzliche Kapazitäten bereitzustellen“. Oder schlicht: „Internal Server Error“.

Enormer Andrang: Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die Menschen nach Kultur hungern, dann können die Open-Air-Server ihn liefern. Der Festivalbesuch erfordert mit Testnachweis und Einhaltung all der Corona-Regeln beim Pilotprojekt ja einen gewissen Aufwand – den die Fans offenbar nicht scheuen.

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Schnell verbreitet sich die Nachricht, dass zumindest über die Yorck-Kino-App nun doch Tickets fürs Sommerkino am Kulturforum erhältlich sind. Offenbar konnte mancher Dienstleister die Serverkapazität schnell erhöhen. Noch ruckelt es ein wenig, aber im Laufe des Tages funktioniert der Kartenerwerb etwa für die Hasenheide oder Friedrichshagen immer besser, und schon kurz nach 11 Uhr läuft es rund bei den Freiluftkinos Friedrichhain, Kreuzberg und Rehberge. Jetzt heißt es fix sein. Als erster Film ist dort Henrika Kulls „Glück“ ausverkauft.

Die Kartenerlöse kommen in diesem Jahr den Kinobetreibern zugute

Ausgerechnet „Glück“, ein schönes Omen. Auch wenn „ausverkauft“ ja eigentlich bad luck bedeutet, zumal beim Goldbären-Film „Bad Luck Banging or Loony Porn“. Die beißende rumänische Satire über die Bigotterie der Corona-Gesellschaft war von der internationalen Jury bei der Branchen-Berlinale im März zum Sieger gekürt worden. Im Sommerkino Schloss Charlottenburg ist sie bereits gegen 13 Uhr ausverkauft, ebenso bei der zentralen Festival-Location auf der Museumsinsel. „Zurzeit nicht verfügbar“: Sehr vereinzelte Tickets wird es dort vielleicht in den nächsten Tagen doch noch geben, heißt es aus dem Berlinale-Büro.

Dass die Filmfestspiele den Ticketverkauf in diesem besonderen, zweigeteilten Jahr mit Publikums-Sommerevent nicht zentral organisiert haben, sondern dezentral über die Kinos, liegt übrigens daran, dass die Erlöse nicht dem Festival zugute kommen, sondern den Kinobesitzern. Oft betreiben sie außerdem Indoor-Kinos oder einen Verleih, sind also erheblich von der Pandemie und den Lockdowns betroffen. Die Geduld beim Durchklicken zum begehrten Open-Air-Platz dient also einem guten Zweck.

Aber keine Sorge, noch finden sich zahlreiche der rund 60.000 Karten im Angebot. Ein Berlinale-Ticket zu ergattern, ist am Ende dann doch ein Klacks im Vergleich zum Windhundrennen nach einem Impftermin auf Doctolib.

Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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