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Berlin und die russische Invasion : Wo einst Kennedy sprach – Schöneberg läutet Freiheitsglocke für Ukraine

Tausende demonstrieren am Brandenburger Tor + Protest auch vor russischer Botschaft + Polizei erhöht Sicherheitsmaßnahmen + Das Geschehen in Berlin im Blog.

Berlin und die russische Invasion : Wo einst Kennedy sprach – Schöneberg läutet Freiheitsglocke für Ukraine

Ein besonderes Berliner Symbol: die Freiheitsglocke im Schöneberger Rathaus.Foto: imago/Schöning

Der russische Angriff auf die Ukraine hat auch Folgen für Berlin – von einer Debatte im Abgeordnetenhaus bis hin zu Protesten auf der Straße und Solidaritätsaktionen. Alles dazu im Newsblog. Weitere Reaktionen, Initiativen, News zum Beispiel aus der ukrainischen und russischen Community finden Sie in unseren Bezirksnewslettern “Tagesspiegel Leute”, die es hier kostenlos gibt.

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Berlin und die russische Invasion : Wo einst Kennedy sprach – Schöneberg läutet Freiheitsglocke für Ukraine

Die Freiheitsglocke erklingt für die Ukraine

Die Freiheitsglocke im Rathaus Schöneberg war in den Zeiten des Kalten Krieges in West-Berlin das akustische Symbol für Frieden und Freiheit. Jeden Tag um Punkt 12 Uhr ertönte ihr unverwechselbarer Klang. An diesem Freitagvormittag ist sie auch jenseits dieser Zeit zu hören. Kurz nach elf Uhr erklang sie als ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine erklingen. Die Bezirksamtsmitglieder und Beschäftigten des Rathauses versammelten sich vor dem Rathaus Schöneberg.
Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann (Grüne) hatte zuvor eine kurze Rede gehalten. “Wir stehen hier aus Solidarität mit den Menschen in der Ukraine”, sagte Oltmann. Und man zolle auch “den mutigen Menschen in Russland Respekt”, die gegen den Krieg dort auf die Straße gingen. “Der Angriff Russlands auf die Ukraine ist ein Verbrechen gegen das Völkerrecht”, sagte Oltmann. Im Anschluss an das Glockengeläut wurde die ukrainische Flagge gehisst.
Das Ertönen außerhalb der gewohnten Zeit ist außerordentlich selten. Am 13. September 2001 beispielsweise erklang sie für sieben Minuten aus Anlass der Terroranschläge vom 11. September; Tausende Berliner gedachten damals auf dem John-F.-Kennedy-Platz der Opfer.
Die zehn Tonnen schwere Freiheitsglocke war 1950 ein Geschenk der Vereinigten Staaten von Amerika. 16 Millionen US-Bürger hatten dafür gespendet. 1963 hielt John F. Kennedy seine berühmte Freiheitsrede am Rathaus Schöneberg. Kein Beitrag vorhanden

Protest vor der russischen Botschaft in Berlin

Wie unser Reporter Lionel Kreglinger berichtet, wird am Abend auch vor der russischen Botschaft Unter den Linden demonstriert. Dort haben sich laut Polizei circa 150 Menschen versammelt und skandieren Parolen.

Berlin und die russische Invasion : Wo einst Kennedy sprach – Schöneberg läutet Freiheitsglocke für Ukraine

Bild: Lionel Kreglinger

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Bild: Lionel Kreglinger

Berlin und die russische Invasion : Wo einst Kennedy sprach – Schöneberg läutet Freiheitsglocke für Ukraine

Bild: Lionel Kreglinger

Hunderte Menschen bei Friedenskundgebung in Potsdam

Mehrere Hundert Menschen haben in Potsdam nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine für Frieden geworben. Am Alten Markt begann am Donnerstagabend eine Friedenskundgebung mehrerer Parteien und des Deutschen Gewerkschaftsbundes mit Glockenläuten der Nikolaikirche. Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) sprach von einem „erschütternden Tag“ für die Ukraine und ganz Europa. Schubert sagte zu, dass Potsdam Flüchtlinge aufnehmen werde. „Wir dürfen, wenn es nötig wird, nicht wieder ewig über Lösungen streiten.“ Die Stadt ist Mitglied des Bündnisses „Städte Sicherer Häfen“. (dpa)

Video: Demos in Berlin gegen Russlands Angriff auf Ukraine

Nach dem militärischen Angriff Russlands auf die Ukraine haben mehr als tausend Menschen am Donnerstag im Regierungsviertel in Berlin protestiert. Die Demo begann am Brandenburger Tor und zog danach weiter zum Kanzleramt. Die Demonstranten singen ukrainische Lieder und schreien “Stop Putin, Stop war”.

Tausende Demonstranten am Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor erleuchtet – früher als angekündigt – in den Farben Blau und Gelb. Der Senat möchte damit ein Zeichen der Solidarität mir der Ukraine aussenden. Die Demonstranten auf dem Pariser Platz jubeln.
Die Polizei sprach am Abend kurz vor acht Uhr von 3000 bis 3500 Teilnehmern.

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Bild: Jonas Fedders

Polizei prüft Sicherheit russischer und ukrainischer Objekte

Die Polizei in Brandenburg nimmt russische und ukrainische Objekte nach dem Angriff Russlands in der Ukraine stärker in den Blick. Die Sicherheitslage werde im Zusammenhang mit den Entwicklungen in der Ukraine fortlaufend beurteilt, teilte der Sprecher des Polizeipräsidiums, Torsten Herbst, am Donnerstag in Potsdam mit. „Relevanten, insbesondere russischen und ukrainischen Objekten und Institutionen, gilt hierbei die besondere Beachtung durch die Polizei.“ Zu konkreten Maßnahmen äußerte er sich nicht.

Konkrete Auswirkungen der Situation in der Ukraine auf die Sicherheitslage im Land Brandenburg seien derzeit nicht zu erkennen, teilte der Sprecher mit. Die Polizei erwartet weitere Demonstrationen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Angriff. Die Versammlungen in den vergangenen Tagen seien ohne Störungen verlaufen. (dpa)

Vorbereitungen zur Illumination des Brandenburger Tors

Mit Polizeibegleitung schiebt sich der LKW einer Beleuchtungsfirma durch die Massen auf dem Pariser Platz. Die Firma soll später das Brandenburger Tor in den Farben der Ukraine erleuchten lassen.

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Bild: Jonas Fedders

Weiterer Protest am Brandenburger Tor – wieder 1000 Menschen

Vor dem Brandenburger Tor findet nun eine weitere Versammlung gegen die russische Invasion in der Ukraine statt. Es sind schon rund 1000 Menschen vor Ort, der Zustrom hält an.

“Putin ist a killer”, steht auf einem Plakat, “Mein Herz und meine Gebete sind mit der Ukraine”, auf einem anderen. Später, um 18.45 Uhr, soll das Brandenburger Tor aus Solidarität mit der Ukraine erneut in den Farben der ukrainischen Flagge leuchten.

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Bild: Jonas Fedders

Berlin bereitet sich auf Ankunft von Ukraine-Flüchtlingen vor

Der Berliner Senat bereitet sich nach Angaben von Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) auf die Ankunft von Flüchtlingen aus der Ukraine vor. „Wir beginnen mit der Vorakquise von entsprechenden Unterkünften, die dann auch bereitstehen müssen“, sagte Kipping am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Es gehe aber auch um die Vorbereitung von Schulplätzen und gesundheitlicher Betreuung. „Der Senat möchte alles tun, damit den Menschen geholfen werden kann, die vom Krieg fliehen“, sagte Kipping.
Der russische Angriffskrieg löse nicht nur unermessliches Leid für die Menschen in der Ukraine aus, sondern auch eine enorme Fluchtbewegung. Bisher sei unklar, mit welcher Dynamik zu rechnen sei. Es könne sehr schnell, sehr viele Menschen geben, die Berlin auf unterschiedlichem Weg erreichten. „Was wir als Senat machen, ist uns täglich ein Lagebild zu verschaffen, worauf wir uns einstellen müssen“, sagte Kipping.
In Abstimmung mit dem Bund werde geprüft, welche Aufenthaltsgenehmigung die Flüchtlinge bekommen könnten. „Mein bisheriger Informationsstand ist, dass das wohl aufenthaltsrechtlich eingeordnet wird als Kriegsflüchtlinge, nach Artikel 24 des Aufenthaltsrechts.“ (dpa)

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Berlins Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke).   Bild: Doris Spiekermann-Klaas

Bundespolizei stellt sich auf Flüchtlinge an deutsch-polnischer Grenze ein

Nach dem militärischen Angriff Russlands auf die Ukraine stellt sich die Bundespolizei an der deutsch-polnischen Grenze auf geflüchtete Menschen aus dem Land ein. Bislang seien noch keine aus der Ukraine Vertriebenen an der Grenze festgestellt worden, teilte eine Sprecherin am Donnerstag auf Anfrage mit. Die Bundespolizei stehe mit den beteiligten Behörden und Organisationen in einem sehr engen Austausch, vor allem mit dem polnischen Grenzschutz, der europäischen Grenzschutzagentur Frontex und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. (dpa)

Demonstranten fordern vollständige Isolation Russlands

Nach wie vor demonstrieren rund 1000 Menschen vor dem Bundeskanzleramt. Sie fordern “Hände weg von der Ukraine” und die vollständige ökonomische und finanzielle Isolation Russlands. “Putin ist Terrorist”, steht auf einem Plakat. Einige Teilnehmer singen die ukrainische Nationalhymne.

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Bild: Jonas Fedders

Im Frieden losgefahren, bei der Ankunft hatte der Krieg begonnen

Anton und Dima kommen aus Kiew und wollen ein Praktikum in Berlin absolvieren. Als sie mit dem Fernbus in der ukrainischen Hauptstadt nach Deutschland aufbrachen, herrschte noch Frieden. Als sie am Donnerstagmorgen am Zentralen Omnibusbahnhof der deutschen Hauptstadt ankamen, hatte in ihrer Heimat der Krieg begonnen. Nun wissen sie nicht einmal, ob es ein Zurück für sie gibt. Bei Tagesspiegel Plus lesen Sie ihre Geschichte. tagesspiegel

Tausend Demonstranten ziehen zum Kanzleramt

Nach dem Auftakt am Brandenburger Tor ist der Protest zum Bundeskanzleramt weitergezogen. Die Zahl der Demonstranten ist mittlerweile auf etwas mehr als 1000 angewachsen, wie die Polizei schätzt. Alles verläuft friedlich. Die Demonstranten singen ukrainische Lieder, schreien “Stop Putin, stop war”. (mit Mascha Malburg)

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Zwischen Brandenburger Tor und Kanzleramt passieren die Demonstranten den Bundestag.   Bild: Mascha Malburg

“Aus gegebenem Anlass”: Brandenburger Tor wird wieder in ukrainischen Farben angestrahlt

Nach der Solidaritätsaktion von Mittwochabend lässt Berlin das Brandenburger Tor auch am Donnerstagabend von 18.45 Uhr bis Mitternacht wieder in den ukrainischen Nationalfarben aufleuchten. Das teilte die Senatskanzlei mit – “aus gegebenem Anlass”.

Welche Folgen hat Russlands Angriff für die Berliner Wirtschaft?

Verbände fürchten Geschäftseinbrüche und nicht zuletzt auch steigende Energie- und Rohstoffpreise. Wirtschaftssenator Stephan Schwarz geht, was den direkten Handel betrifft, eher von begrenzten Folgen aus – lediglich 2,8 Prozent der Berliner Exporte gingen nach Russland, viele Unternehmen hätten sich bereits in den vergangenen Jahren aus diesem Geschäft zurückgezogen.
Lesen Sie mehr zu den Folgen für die Wirtschaft bei Tagesspiegel Plus. tagesspiegel

Polizei verschärft Schutzmaßnahmen in Berlin

Die Berliner Polizei hat auf den russischen Angriff auf die Ukraine reagiert und die Vorkehrungen verschärft. „Die Schutzmaßnahmen für diplomatische und weitere relevante Objekte sind erhöht worden“, sagte ein Sprecher der Polizei. Bereits seit Dienstag sei der Schutz für diplomatische Einrichtungen von Russland, Ukraine und Belarus, insgesamt 39 Liegenschaften, erhöht worden. 

Die Gefährdungsbewertung werde außerdem „im engen Schulterschluss“ mit Bundeskriminalamt (BKA) und Landeskriminalamt (LKA) „dauerhaft aktualisiert“. Bereits in den vergangenen Tagen seien Vorkehrungen getroffen worden.

Zudem sind den Angaben zufolge mehrere zivile Einheiten der Polizei in der Stadt unterwegs, um die Lage im Blick zu behalten. „Wir betreiben eine anlassbezogene stadtweite Aufklärung“, sagte der Sprecher. Es seien auch zusätzliche Einheiten in Bereitschaft „für unvorhergesehene Aktionen im Stadtgebiet“. 

Hunderte vor dem Brandenburger Tor – auch Russen und Belarussen

Die Polizei schätzt, dass sich derzeit 650 Menschen vor dem Brandenburger Tor versammelt haben – und der Zustrom ist ungebrochen. Angemeldet waren nur 50 Personen. Der Protest wird auch von Russen und Belarussen unterstützt. Am Nachmittag wollen die Demonstranten weiter vor das Bundeskanzleramt ziehen.

„Man muss die Ukrainer militärisch unterstützen, sie verteidigen auch unsere Freiheit“, sagte eine Rednerin. „Ich als Ukrainerin fühle mich bedroht. Wenn Putin die Ukraine erobert, wird ein ganzes Volk unterjocht.“

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Bild: Jonas Fedders

Demonstrantin am Brandenburger Tor: “Im Moment wünsche ich mir nur Härte”

Die Menschen sind fassungslos. Sie erzählen, sie hätten die Nacht kaum geschlafen, zu groß sei die Sorge um Verwandte in der Heimat. Viele haben Tränen in den Augen. Tränen der Angst, aber auch Tränen der Wut über das abwartende Verhalten der westlichen Staaten. “Man hört immer viel von Dialog und Härte”, sagte eine Teilnehmerin. “Im Moment wünsche ich mir nur Härte.”

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Bild: Jonas Fedders

Brinker fordert “alle Seiten” zur Mäßigung auf

Die Vorsitzende der Berliner AfD-Fraktion, Kristin Brinker, fordert alle Seiten zur Mäßigung auf und spricht sich gegen den Krieg aus. “Unser Appell geht an alle Konfliktparteien & an Russland besonders”, sagte Brinker bei ihrer Rede im Plenarsaal.
Berlin sei “ehrlicher Makler zwischen den Großmächten”, sagt sie und erinnert an die Tradition Bismarck und Brandt. “Es wird in Europa keinen Frieden ohne Russland geben.”

Noch zum Wochenstart hatte Brinker erklärt, die Berliner AfD wolle in dem Konflikt keine Seite einnehmen. Sie sagte dem Tagesspiegel: „Jedes Säbelrasseln ist fatal. Wir wollen alle keinen Krieg, sondern Frieden.“ Von wem das „Säbelrasseln“ ihrer Ansicht nach ausgehe, wollte sie aber nicht konkretisieren.
Brinker wollte jedoch auf Gunnar Lindemann, Abgeordneter und Landesvorstandsmitglied der Partei, mäßigend einwirken: „Ich werde mit ihm darüber reden und versuchen darauf einzuwirken, dass er sich zurückhält.“ Lindemann vertrete im Russland-Konflikt in der Berliner AfD nicht die Meinung des Landesvorstandes, sondern nur seine eigene, sagte Brinker auf Nachfrage. 

Lindemann verbreitet in den sozialen Medien die Propaganda der pro-russischen Separatisten im Osten der Ukraine. Er macht die Regierung in Kiew für die Eskalation des Konflikts verantwortlich und schreibt etwa: „Der deutsche Steuerzahler finanziert den Krieg im Donbass.“ Außerdem fragt er, ob der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen dritten Weltkrieg provozieren wolle. Russische Propaganda verbreitet: Berlins AfD-Chefin ruft Kreml-Unterstützer Lindemann zur Mäßigung auf Kristin Brinker will den Abgeordneten Gunnar Lindemann zur Zurückhaltung drängen. Doch die AfD hat eine lange Vorgeschichte mit der Unterstützung Putins. tagesspiegel Weitere Beiträge

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Eine Quelle: www.tagesspiegel.de

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