Dnachrichten.de

Bei Gewalt nicht wegsehen – nicht weghören!

Bei Gewalt nicht wegsehen – nicht weghören!

Angelika Schöttler (57, SPD), Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg
Foto: picture-alliance/B:Z.-Montage

Einmal die Woche schreiben in der B.Z. Berlins Bezirksbürgermeister über Themen, die sie bewegen. Heute ist wieder mal Angelika Schöttler (57, SPD) dran, Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg.

Von Angelika Schöttler

Das Thema Gewalt an Frauen geht uns alle an.  Am 7. Februar 2005 wurde Hatun Aynur Sürücü Opfer eines sogenannten Ehrenmordes. Ihr Bruder hat sie auf offener Straße in Tempelhof erschossen, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte. Die Tat hat uns damals wie heute tief erschüttert und die Öffentlichkeit aufgerüttelt.

Mit einer stillen Kranzniederlegung wird der Bezirk Tempelhof-Schöneberg auch in diesem Jahr an das Schicksal von Hatun Sürücü erinnern.

Das Thema „Gewalt gegen Frauen“ hat viele Ausprägungen und findet in der gesellschaftlichen Wahrnehmung viel zu wenig Aufmerksamkeit. Wenn besonders grausame Einzeltaten bekannt werden, rüttelt uns das zwar immer wieder auf, aber insgesamt fehlt das große gesellschaftliche „NEIN zu Gewalt“ gegen Frauen, aber auch das gegen Männer.

Dabei sind die Zahlen alarmierend. Gewalt kommt in allen gesellschaftlichen Schichten vor und muss dringend mit allen staatlichen Mitteln bekämpft und gesellschaftlich geächtet werden. Es ist ein Erfahrungswert, dass häusliche Gewalt nicht einfach aufhört, sondern sich immer mehr steigert.

Wussten Sie, dass Frauen besonders häufig Opfer von Partnerschaftsgewalt, also in ihren eigenen vier Wänden, werden? Hier dürfen wir nicht wegsehen und nicht weghören. Hier ist Zivilcourage gefragt. Der erneute Lockdown führt wieder dazu, dass Menschen sich weniger begegnen und Verletzungen besser vertuscht werden können. Das betrifft leider auch die Gewalt gegen Kinder.

Aber wir als Nachbar_innen, Freund_innen und Verwandte bekommen doch viel mit und sollten helfen! Zögern Sie als Betroffene oder Unterstützende in akuten Notfällen nicht, die Polizei zu rufen.

Ansonsten finden Sie anonym und kostenlos Hilfe und Beratung unter der bundesweiten Telefonnummer 08000 116 016. Weitere Infos: www.hilfetelefon.de

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish. Accept Read More

Privacy & Cookies Policy