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Beeck und Kruse – Zwei Legenden im Derby-Schlagabtausch

Beeck und Kruse – Zwei Legenden im Derby-Schlagabtausch

Union-Kenner Christian Beeck (l.) und Hertha-Legende Axel Kruse duellieren sich schon vor dem Derby verbal
Foto: Matthias Koch

Sie haben Derby-Geschichte mitgeschrieben: Union-Kenner Christian Beeck (49) war beim ersten Pflichtspielsieg gegen Hertha (2:1) 2011 als Teamchef dabei. Hertha-Legende Axel Kruse (53) schoss im Einheitsspiel (2:1 für Hertha) 1990 ein Tor. B.Z.  ließ die beiden vor dem Hauptstadt-Duell (Sonntag, 18 Uhr) vorab im Stadion An der Alten Försterei verbal gegeneinander antreten.

Von Matthias Koch, Paul Gorgas und Roberto Lamprecht

B.Z.: Herr Beeck, Herr Kruse, was für ein Derby erwartet uns Sonntagabend?

Christian Beeck: Um 18 Uhr sollte der Rasen hier so brennen, dass am Ende drei Punkte für Union dastehen.

Axel Kruse: Es geht bei diesem Spiel nicht um die Tabelle, sondern nur um die Stadtmeisterschaft, glaub mir. Wir haben das Hinspiel 3:1 gewonnen…

Beeck: …also müssen wir jetzt 2:0 gewinnen, dann sind wir Stadtmeister.

Beeck und Kruse – Zwei Legenden im Derby-Schlagabtausch

Christian Beeck bestritt für Union 50 Pflichtspiele (5 Tore), war später als Teammanager und Sportchef der Eisernen tätig. Heute ist er Unternehmer in der energetischen Sanierung (Foto: Matthias Koch)

Kruse: Ja, eigentlich ist das so. Aber ihr werdet nicht gewinnen, ihr werdet auch nicht Unentschieden spielen.

Beeck: Blödsinn, das weißt du auch. Aber ich verstehe das, man muss Optimismus ausstrahlen in diesen schwierigen Zeiten. Deswegen werden wir 2:0 gewinnen, mindestens.

Kruse: Nee, es geht wieder 3:1 aus. Ihr habt doch nur einen guten Spieler, Max Kruse, der wird ein Tor machen.

Beeck: Hast du gerade gesagt, wir hätten einen guten Spieler? Ist klar!

Beeck und Kruse – Zwei Legenden im Derby-Schlagabtausch

Axel Kruse absolvierte 70 Pflichtspiele für Hertha, schoss darin 25 Tore. Aktuell dreht der Geschäftsführer einer Bewegtbild-Agentur eine Hertha-Dokumentation (Foto: Matthias Koch)

Herr Kruse, was macht Ihren Köpenicker Namensvetter aus?

Kruse: Glückwunsch, dass Union ihn verpflichtet hat. Er ist einer der letzten echten Straßen-Zocker der Bundesliga. Auf den müssen wir aufpassen. Aber wenn wir ihn im Griff haben, ist das schon ein Teil der Miete.

Herr Beeck, bei Hertha gibt es mit Matheus Cunha ebenfalls einen herausragenden Solisten. Wie kann Union ihn stoppen?

Beeck: Er ist ein toller Fußballer, keine Frage – aber auch ein Stückweit Brasilianer und Einzelunterhalter. Wenn er auf eine hartnäckige Defensive trifft, wird es schwer für ihn, den Spaß am Fußball zu behalten. Da muss Union im Abwehrverbund diszipliniert sein.

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Matheus Cunha hatte zuletzt beim 3:0-Sieg gegen Leverkusen seine monatelange Torflaute beendet (Foto: ANNEGRET HILSE/Pool via REUTERS)

Zurück zu Ihren Tipps: Wieso gewinnt Hertha, Herr Kruse?

Kruse: Es wird eine ganz enge Kiste. Aber ich glaube, der Druck auf Union ist sogar höher. Nach den beiden letzten Niederlagen haben sie etwas gutzumachen.

Und warum siegt Union, Herr Beeck?

Beeck: Weil wir in dieser Saison die bessere Mannschaft haben. Wenn wir unsere Leistung abrufen und die Spieler die Taktik diszipliniert umsetzen, wird es Hertha sehr schwer haben. Sie haben sehr gute Einzelspieler, Union funktioniert aber als Team besser.

Beeck und Kruse – Zwei Legenden im Derby-Schlagabtausch

Max Kruse ist bei Union seit monatelanger Verletzungspause wieder im Rhythmus (Foto: City-Press GmbH)

Herr Kruse, in Ihrer Familie gibt es viele Union-Fans. Wie wichtig wäre der Derby-Sieg deshalb für Sie?

Kruse: Man kann sich die Familie nicht aussuchen, es gibt immer schwarze Schafe (lacht). Nach dem Mist, den ich mir nach dem 0:1 in der Alten Försterei (im November 2019 – d. Red.) anhören musste, wäre ein Sieg für mein persönliches Wohlbefinden schon wichtig.

Herr Beeck, wie viel Spaß macht es, in der Tabelle den Stadtrivalen im unteren Drittel zu suchen?

Beeck: Das ist natürlich ein Geschenk Gottes für unsere Fans. Das genießt man. Es ist ein toller Augenblick: Die Neu-Reichen aus Charlottenburg bekommen es gerade nicht so richtig geregelt. Man bleibt aber auch demütig. In der nächsten Saison kann das schon wieder anders aussehen. Wenn Pal Dardai bleiben darf, gibt es einen Trainer, der es richtig gut anpacken kann.

Wie sehr blutet das blau-weiße Herz bei dieser Tabellen-Konstellation, Herr Kruse?

Kruse: Ganz ehrlich, da gucke ich gar nicht drauf. Klar haben wir uns tabellarisch etwas anderes vorgestellt. Aber in diesem Spiel geht es um die Stadtmeisterschaft. Union will Revanche aus dem Hinspiel, Hertha Bestätigung.

Trotzdem kommt der große Vorsprung nicht von ungefähr…

Kruse: Mal im Ernst: Respekt vor Unions Leistung. Sie haben eine tolle Saison mit gutem Fußball gespielt, das ist kein Zufall. Das ist für uns auch eine Drucksituation, nächstes Jahr in der Tabelle wieder vor Union zu stehen.

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Christian Beeck (l.) und Axel Kruse haben gemeinsam gut lachen. Im rbb-Podcast „Hauptstadtderby“ sind sie regelmäßig zu hören (Foto: Matthias Koch)

Herr Beeck, auch nach Mitgliedern haben die Eisernen die Nase vorn. Ist das eine Wachablösung?

Beeck: Das ist nicht nur eine Momentaufnahme. Das wird sich noch stabilisieren.

Kruse: Ihr seid vielleicht ein paar hundert mehr, hör doch mal auf (lacht). Nur weil in euer Miniatur-Museum (zeigt auf das Union-Stadion) nur 20.000 Menschen reinpassen und du nur als Mitglied eine Karte bekommst.

Herr Beeck, angenommen, Sie müssten wählen: Stadtmeistermeisterschaft oder Teilnahme am Europacup?

Beeck: Beides wäre Bombe. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir Stadtmeister werden und Europa erreichen, ist riesengroß.

Herr Kruse, Stadtmeisterschaft oder direkter Klassenerhalt?

Kruse: Was ist das für eine doofe Frage. Ich will alles. Eine Relegation würde ich nicht durchhalten.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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