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B.Z. zu Besuch bei den Sprengstoff-Profis auf dem alten Flughafen

B.Z. zu Besuch bei den Sprengstoff-Profis auf dem alten Flughafen

Die gesiebte Erde wird auf 500-Kubikmeter-Haufen auf der südlichen Start- und Landebahn gelagert
Foto: Ralf Günther

Am 5. Mai erlosch die Betriebserlaubnis des Flughafens Tegel. Am 6. Mai rückte Alexander Döring (62) mit seinem 20-köpfigen Team an. Die gefährliche Mission: Den alten Flughafen bombensicher machen.

Damit hier ab 2022 das Schumacher-Quartier entstehen kann, wird das Areal von Diplom-Ingenieur Döring und seinen Kollegen genau untersucht. Denn schon in den 1930er-Jahren wurde das Gelände als Raketentestgelände und im Krieg als Truppenübungsplatz genutzt, der von den Alliierten bombardiert wurde.

Als im Sommer 1948 während der Luftbrücke mit dem Bau der Start- und Landebahn begonnen wurde, befestigte man den Untergrund mit Trümmern von Häusern aus Wedding. Die vorhandene Munition wurde mit verbuddelt. Von knapp 500 Hektar Flughafengrund sind mehr als 400 Hektar noch belastet.

Zunächst untersuchen jetzt Facharbeiter mit einer Sonde die Oberfläche auf möglichen Sprengstoff. So werden die groben Teile ausfindig gemacht. Mit extra geschützten Baggern wird der Boden abgetragen und in eine besondere Siebanlage gegeben. Die saubere Erde lagert auf der Südbahn.

B.Z. zu Besuch bei den Sprengstoff-Profis auf dem alten Flughafen

Die Sondenführer Sven Fischer (46, l.) und Robert Wilkens (58). Sie untersuchen jeden Quadratmeter des Flughafengeländes auf Munition (Foto: Ralf Günther)

„Wir finden alles, was man sich vorstellen kann“, sagt Baustellenleiter Döring. „Das sind vor allem Handgranaten und Stabbrandbomben.“ Einmal in der Woche werden die Funde zum Sprengplatz in den Grunewald gebracht. Entscheidet ein Feuerwerker der Berliner Polizei, dass der Fund nicht transportiert werden darf, wird vor Ort gesprengt. „In diesem Jahr ist das bereits zweimal geschehen.“

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Die Munitions-Profis finden unter anderem Handgranaten und Stabbrandbomben (Foto: Ralf Günther)

Die Kampfmittelräumung ist ein Knochenjob. „Die Sonne scheint, es gibt keinen Schatten und man muss trotzdem aufpassen“, so Döring. „Es erfordert körperliche Anstrengung bei gleichzeitiger Konzentration und einem hohen Maß an Disziplin.“

Wenn Döring und seine Kollegen eines Tages fertig sind, haben sie geschätzt 340.000 Kubikmeter Tegeler Erde durchgesiebt.

„Es ist schon ein tolles Gefühl, an dieser Umwandlung mitzuarbeiten“, sagt Döring. „Dieser Job ist die Krönung meines Berufslebens.“

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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