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Aufstand gegen das Soho House

Aufstand gegen das Soho House

Das Soho House an der Ecke Torstraße/Prenzlauer Allee
Foto: picture alliance / POP-EYE

Eine Woche nach der illegalen Party im Soho House ist klar, woher die Videos von dem illegalen Event stammen. Nach B.Z.-Informationen haben Mitarbeiter des Club-Hotels die feiernde Masse gefilmt und die Aufnahmen anschließend auf Instagram veröffentlicht. Eine Aktion, um sich beim Arbeitgeber zu rächen?

Fakt ist: Der Unmut sitzt tief in dem Haus an der Torstraße. Im ehemaligen Institut für Marxismus-Leninismus der SED wurde im Mai 2010 das Soho House eröffnet – ein Privatclub mit Hotelbetrieb, Restaurants, Fitness-Studio, Kino und Spa. Viele Mitarbeiter fühlen sich vom Management schlecht behandelt. Angeblich sollen nach Ausbruch der Corona-Pandemie große Teile des Personals gekündigt worden sein, berichten sie. Nun müsse jeder alles machen, ein Buchhalter auch mal Zimmer reinigen, heißt es.

Das Fass zum Überlaufen brachte jedoch die illegale Party in der Nacht vom 9. zum 10. April. Die sei „spontan“ gewesen, behauptet die PR-Abteilung der Londoner Soho-House-Zentrale. „Das stimmt nicht“, sagen Mitarbeiter. „Die Räume waren offiziell gebucht.“

Rückblick: Das italienische Mode-Unternehmen Bottega Veneta hatte das komplette Soho House belegt, um Mitarbeiter und Gäste der Modenschau unterzubringen. Nach dem Event im Berghain ging es dann hoch her. DJ’s legten auf, Models und Musiker tanzten ausgelassen, prosteten sich zu, schrieen vor Freude. Angeblich waren alle vor der Show auf Corona getestet worden – trotzdem sind Partys in Pandemie-Zeiten natürlich verboten.

Aufstand gegen das Soho House

Auf Instagram kursierten Videoausschnitte einer Party im Berliner Soho House, nach heftiger Kritik wurden sie gelöscht (Foto: Instagram)

Doch nicht nur unter den Mitarbeitern ist die Empörung groß – auch die Mitglieder des Soho House (bezahlen 129 Euro pro Monat) kritisieren die illegale Party, einige drohen mit Austritt. Auf den Hipster-Club prasselt ein wahrer Shitstorm nieder.

Das sagen die Mitglieder

► „Wir sind im härtesten Lockdown der Berlinrer Geschichte“, schreibt ein Mitglied auf Instagram, „warum macht Ihr eine Party in Eurem Haus, ignoriert und gefährdet damit unser Gesundheitssystem, die Gesundheit Eures Personals, die deutschen Gesetzte und natürlich Eure Mitglieder. Zur Erinnerung – es sind wir, die Mitglieder, die den Club finanzieren.“ Und weiter: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich weiterhin Mitglied eines Clubs sein möchte, der die Werte und Gesetze bricht, die mir wichtig sind.“

► Ein anderes Mitglied zur B.Z.: „Ich fühle mich, ganz ehrlich, vom Soho verarscht. Ich darf als zahlendes Mitglied aktuell nicht rein, aber die lassen dort eine illegale Party über die Bühne gehen!“

► Weil sich das Soho House nicht weiter zu den Vorwürfen äußert, kritisiert ein weiterer Nutzer auf Instagram: „Eure Ignoranz ist nicht cool, sondern kostet Menschenleben.“

► Einer kommentiert: „Schreibt mich doch bitte für Eure nächste illegale Party auf die Gästeliste!“ Und weiter: „Ich bin zwar nicht reich, aber ich könnte so tun. Und auch so tun, als ob es keine Pandemie gibt.“

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Mittlerweile ermittelt auch die Berliner Polizei, sichert alle Fotos und Videos von der illegalen Party. Beim Ordnungsamt Pankow (zuständig für das Soho House) sind drei Anzeigen eingegangen. Ob diese Ermittlungen tatsächlich zu Konsequenzen für das Soho House führen – unklar.

Die Pressestelle des Soho House äußerte sich auf Anfrage der B.Z. nicht.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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