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Anschlags-Opfer Ferat Kocak: „Ich will wieder ruhig schlafen können“

Anschlags-Opfer Ferat Kocak: „Ich will wieder ruhig schlafen können“

Der Linken-Politiker Ferat Kocak (41) steht am 1. Februar 2018 neben den verkohlten Trümmern seines abgefackelten Autos
Foto: Jörg Bergmann .

Seit dem Brandanschlag sind fast drei Jahre vergangen. Doch noch immer lebt Ferat Kocak (41) in Angst. Er und weitere Politiker fordern mehr Aufarbeitung.

Auch die Nachricht von der Verhaftung der mutmaßlichen Täter kann ihn nur wenig beruhigen. „Was, wenn sie nicht drinbleiben?“, fragt er sich. „Und sie sind ja nicht die Einzigen, die für rechten Terror in Neukölln verantwortlich sind.“

Anschlags-Opfer Ferat Kocak: „Ich will wieder ruhig schlafen können“

Auf Twitter äußerte Anschlags-Opfer Ferat Kocak (41) Genugtuung, aber vor allem Ängste nach der Verhaftung (Foto: Twitter)

Seitdem sein Auto vor dem Haus der Familie in Flammen aufging, geht es vor allem Kocaks Eltern schlecht. Er selbst übernachtet oft bei Freunden, ist ständig auf der Hut. Sein größter Wunsch: „Ich will wieder ruhig schlafen können.“

Anschlags-Opfer Ferat Kocak: „Ich will wieder ruhig schlafen können“

Das brennende Auto des Neuköllner Linken-Politikers Ferat Kocak im Januar 2018 (Foto: Privat)

Kocak ist Marketing-Experte, tritt 2021 für die Linkspartei zur Abgeordnetenhauswahl an. Polizei und Staatsanwaltschaft ist er für die Verhaftung dankbar, doch er kritisiert auch: „Ich hätte vor dem Anschlag gewarnt werden müssen.“

Innensenator Andreas Geisel (54, SPD) räumte bereits ein, dass es bei den Ermittlungen zur Anschlags-Serie in Neukölln Pannen und Fehler gab. Im Oktober setzte er deshalb eine externe Experten-Kommission ein.

„Bei mir und den Betroffenen ist Skepsis und Misstrauen entstanden“, so der Linke-Abgeordnete Niklas Schader (39) zur B.Z. Er plädiert für einen Untersuchungsausschuss. Es müsse sich zeigen, ob die Polizei die richtigen Lehren gezogen habe.

Anschlags-Opfer Ferat Kocak: „Ich will wieder ruhig schlafen können“

Niklas Schader (39, Linke) (Foto: picture alliance/dpa)

Diese Forderung unterstützt Sebastian Koch (38), Landesgeschäftsführer der Linken. Er hat nach der Verhaftung zwar „ein positives Grundgefühl, dass sich etwas tut“. Doch: „Es braucht eine ehrliche Aufarbeitung, es wurde viel Vertrauen zerstört.“

„Ich hoffe sehr, dass die Beweislast nun ausreichend ist“, so Innen-Experte Paul Fresdorf (43, FDP). Die Versetzung zweier mit dem Fall befasster Staatsanwälte hält er nach wie vor für fragwürdig. „Es war nicht richtig, wie mit ihnen umgegangen wurde. Da wurde politischer Druck aufgebaut, kostbare Zeit ging verloren.“

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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